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Urlaub in Zeiten von Covid-19 Gesundheits-Tipps fürs Reisen

Reisen in Corona-Zeiten: Was sind die größten Risiken? Wie kann man sich vor einer Covid-19-Infektion schützen? Und wie sollte man sich verhalten, wenn man vermutet, sich im Urlaub mit Covid-19 infiziert zu haben? Gesundheit! hat Tipps für den Sommerurlaub.

Von: Monika Hippold

Stand: 07.07.2020

Reisewarnungen für viele Länder

Wochenlang waren die Grenzen in vielen Ländern geschlossen. Mittlerweile hat sich die Lage entspannt - zumindest in einigen Ländern in Europa.

Für viele Länder gelten allerdings noch Reisewarnungen. Die Einreisebestimmungen unterscheiden sich deutlich. So besteht zum Beispiel für Reisende, die nach Irland wollen, eine zweiwöchige Selbstisolation nach der Einreise. Auch Rückkehrer nach Deutschland müssen mit der Einreisequarantäne rechnen, zum Beispiel wenn sie aus Schweden zurückkehren. Details zu den jeweiligen Ländern stehen auf der Homepage des Auswärtigen Amts.

Dort können sich Reisende auch die App „Sicher Reisen“ herunterladen, um sich so über aktuelle Änderungen zu informieren.  

In die Krisenvorsorgeliste eintragen

Eine weltweite Rückholaktion wie noch im März und April soll es laut der Bundesregierung kein zweites Mal geben. Urlauber können sich aber auf der Homepage des Auswärtigen Amts in die Krisenvorsorgeliste (ELEFAND) eintragen.

Die Auslandsvertretungen im Reiseland sollen dadurch in Ausnahmesituationen schneller mit den Registrierten Kontakt aufnehmen können.

Anreise mit dem Flugzeug, Zug oder Auto?

Doch wie groß ist die Gefahr sich auf dem Weg in den Urlaub mit Covid-19 zu infizieren – zum Beispiel bei der Anreise mit dem Zug oder dem Flugzeug?

Am Flughafen und in Zügen gilt selbstverständlich die Maskenpflicht – am Flughafen München bekommen Reisende Masken neuerdings auch am Maskenautomat. Die Maske gehört über den Mund und die Nase! Wer den Mund-Nasenschutz nur über den Mund, nicht aber über die Nase zieht, muss mit Strafen rechnen. Und gefährdet außerdem sich selbst und Mitreisende. Denn: Das Infektionsrisiko zum Beispiel in Großraumwägen oder der Abflughalle ist groß, sagt Reise- und Tropenmediziner Dr. Markus Frühwein.

"Aerosole machen wahrscheinlich einen Großteil der Übertragungsproblematik aus. In Räumen, in denen sich viele Leute aufhalten und die nicht gut belüftet werden können, ist das ein größeres Thema. Deswegen ist das Infektionsrisiko in Großraumabteilen im Zug oder in der Abflughalle sehr schwer einschätzbar. Im Flugzeug gibt es hingegen sehr gute Belüftungsanlagen mit sehr guten Filtern. Wenn man Abstand zu seinem Nachbarn hat, dann halte ich das Infektionsrisiko dort für gering. Aus meiner Sicht ist es trotzdem nicht gut, dass wir überall Abstandsregeln haben und diese im Flugzeug nicht eingehalten werden. Auch wenn es nicht rentabel ist, könnte man ja den Mittelplatz freilassen und hätte dann einen gewissen Sicherheitsabstand."

Dr. Markus Frühwein, Reise- und Tropenmediziner, München

Test auf Covid-19 am Flughafen

Neu am Flughafen München ist, dass Mitarbeitende die Gepäckwagen nach jeder Nutzung desinfizieren. Fiebermessen vor dem Abflug ist hingegen nicht vorgesehen.  

Ein Test auf Covid-19 ist seit neuestem aber am Flughafen möglich. Die Kosten: 190 Euro. Das Ergebnis kommt innerhalb von vier Stunden. Elmar Simon leitet das medizinische Zentrum am Flughafen.

"Die PCR-Tests sind gedacht für einreisende Fluggäste, die durch diesen Test die Einreise-Quarantäne von 14 Tagen auflösen können. Und für ausreisende Fluggäste, die damit mögliche Einreisebestimmungen erfüllen, die die jeweils einreisenden Länder vorhalten."

Elmar Simon, Geschäftsführer, Medizinisches Zentrum, Flughafen München

Für das geringste Infektionsrisiko empfiehlt Reisemediziner Dr. Frühwein aber: Am besten mit dem Auto in den Urlaub fahren.

So groß ist das Risiko am Strand und am Hotelbuffet

Was ist dann im Urlaub selbst möglich? Wie groß ist das Infektionsrisiko am Strand oder am Buffet im Hotel?

Für den Strandtag gibt Dr. Markus Frühwein Entwarnung: An der frischen Luft ist die Aerosolbildung wohl nicht so relevant für eine Übertragung von Covid-19. Wichtig ist aber auch hier: unbedingt die geltenden Abstandsregeln einhalten. Dann ist die Gefahr einer Tröpcheninfektion geringer. Auch am Strand gilt: im Zweifel eine Maske tragen.

Wie groß die Gefahr ist, sich im Hotel mit Covid-19 zu infizieren, hängt stark von den Sicherheitsvorkehrungen des jeweiligen Hotels ab. Am Buffet sollten Urlauber darauf achten, Handschuhe zu tragen. Außerdem wichtig: eine gute Belüftung der Räume. Und: Abstand halten.

"Wenn man am Buffet mit der Hand in eine Schüssel reingreift und der nächste dann auch, das ist suboptimal. Auf der anderen Seite ist das Risiko durch eine Schmierinfektion wahrscheinlich sehr gering. Da weiß man aber noch zu wenig."

Dr. Markus Frühwein, Reise- und Tropenmediziner, München

Covid-19 im Urlaub

Wer vermutet, sich im Urlaub mit Covid-19 infiziert zu haben, sollte unbedingt vor Ort so schnell wie möglich einen Test machen. Bei einem positiven Test oder wenn der Urlaubsort zum Corona-Hotspot wird, gelten die jeweiligen Quarantäne-Regelungen des Urlaubslandes.

"Der Umgang mit positiv Getesteten ist sehr unterschiedlich. Es macht Sinn, sich vorher beim Auswärtigen Amt darüber zu informieren, wie die Situation im Einreiseland ist, worauf muss ich achten und was könnte potentiell auf mich zukommen."

Dr. Markus Frühwein, Reise- und Tropenmediziner, München

Entscheidend ist, Rücksicht auf andere zu nehmen und niemanden anzustecken. Also beim Verdacht auf Covid-19 nicht zurückreisen, sondern sich im Urlaub in Quarantäne begeben, bis man nicht mehr infektiös ist.

Auslandskrankenversicherung abschließen

Unbedingt abschließen sollten Urlauber vor der Reise eine Auslandskrankenversicherung. Die übernimmt die Arztkosten im Ausland - auch bei Covid-19. Aber nur, wenn Pandemien in der Versicherung nicht ausgeschlossen sind, erklärt Marion-Maxi Hartung vom ADAC.

"Viele Auslandskrankenversicherungen haben tatsächlich eine Pandemie ausgeschlossen, wenn eine Reisewarnung besteht. Ansonsten tritt bei Covid-19 der Auslandskrankenschutz im Leistung und bezahlt die Arzt- und Krankenhauskosten. Wenn ich jetzt ganz schwer erkranke und zum Beispiel nach Deutschland zurückgebracht werden muss, um dort weiter behandelt zu werden, dann muss man schauen, ob man transportfähig ist. Wenn es zu gefährlich ist, den Patienten zu bewegen, was bei einer schweren Corona-Erkrankung durchaus der Fall sein kann, dann sieht man natürlich von einem Transport ab."

Marion-Maxi Hartung, Sprecherin, ADAC SE

Wer mit dem Auto in Urlaub fahren möchte, für den gibt es eine gute Nachricht: Die Pannenhilfe kommt auch in Länder, für die eine Reisewarnung besteht. Die Ausnahme bilden hier Länder, die sich im Krieg befinden.

Urlaub zuhause: FSME-Impfung

Wer sich in diesem Jahr für den Urlaub zuhause entscheidet, für den hat Dr. Frühwein noch einen Tipp: Die Impfung gegen FSME, Frühsommer-Meningoenzephalitis.

"Wir haben dieses Jahr ein besonderes Zeckenrisiko. Wir haben sehr viele erwachsene Zecken im Vergleich zu den vorherigen Jahren und damit ein besonderes Erkrankungsrisiko für FSME. Vor dem Hintergrund glaube ich, dass eine Impfung für Erwachsene und Kinder sehr sinnvoll ist."

Dr. Markus Frühwein, Reise- und Tropenmediziner, München

Mit all den Tipps kann der Sommer 2020 dann hoffentlich doch noch entspannt werden.


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