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Intelligent, neugierig und flauschig Alpakas als Achtsamkeits-Therapeuten

Einfach mal die Seele baumeln lassen! Wanderungen mit Alpakas sollen genau das möglich machen - Loslassen und im Hier und Jetzt ankommen. Gesundheit! erkundet auf einer Alpakawanderung, warum die Tiere so beliebt sind.

Von: Annette Hammerschmidt

Stand: 21.09.2020

Event: Alpaka-Wanderung

Daniela Fiedler aus Sulzemoos hat eine Alpaka-Herde mit sechs Tieren. In ihrer Freizeit bietet die Erzieherin Wanderungen für Groß- und Klein an: "Alpakas sind ganz ruhige Tiere und für diese Wanderungen ideal. Es ist ein Tier das entschleunigt, das runterbringt." Interessierte für Wanderungen mit Alpakas gibt es viele:

"Oft sind wir hier schon vorbei geradelt und haben Alpakas gesehen, da denke ich, das sollten wir mal machen, mit denen laufen. Ich hab‘ noch nie Kontakt mit denen gehabt und deshalb bin ich jetzt ganz neugierig."

Alpaka-Wanderer

Alpakas sind beliebt, weil sie schnell eine Beziehung zu Menschen aufbauen und sie haben wie wir ganz individuelle Charaktereigenschaften. Daniela Fiedler kennt ihre Tiere in- und auswendig:

"Fangen wir mit der Schlafmütze an: Der Santos ist sehr gemächlich und langsam. Der Ben ist der Chef. Die meisten meinen immer, der Chef geht voraus, das ist nicht der Fall. Und dann haben wir noch den Jil, das ist meine männliche Zicke, aber der beste Wanderer, weil er vorrausgeht. Den kann man auch super gut streicheln, der mag das sehr gerne am Hals."

Daniela Fiedler, Alpaka-Halterin

Bevor es los geht gibt’s eine kleine Stärkung, wodurch die Tiere gleichzeitig Vertrauen zur Gruppe aufbauen.

Alpakas stammen aus den Anden. Es gibt zwei Arten Huacaya und Suri, die seit Jahrtausenden wegen ihrer edlen Wolle gezüchtet werden. Alpakas müssen mindestens zu zweit gehalten werden, ihr Auslauf sollte tausend Quadratmeter groß sein.

Mehr Achtsamkeit durch die ruhigen Tiere

Bei der einstündigen Alpaka-Wanderung durch Feld, Wald und Wiese werden die Tiere am Zügel geführt, damit sie nicht stehen bleiben und grasen, was sie gerne mal versuchen. Danielas Kollegin Franziska Schröer ist zertifizierte Achtsamkeitstrainerin und begleitet die Gruppe mit einigen Übungen:

"Bei Achtsamkeit geht es darum, dass man sich mal gezielt fokussiert und einfach bewusst wird, was spür‘ ich im Körper, in mir selber."

Franziska Schröer, Achtsamkeitstrainerin

Alpakas werden auch im Bereich Coaching und Teambildung-, sowie bei der Stress- und Burnout-Prävention eingesetzt. Franziskas Aufgabe für die Alpaka-Wanderer: Während sie durch den Wald laufen, sollen sie sich nur auf ihr Gehör konzentrieren. Ziel ist es, den Fokus auf eine gezielte Sache zu richten und dabei zu bleiben.

"Ich habe ganz deutlich die Vögel gehört und hab natürlich auch die Geräusche von den Alpakas gehört und für mich war die rechte Seite stärker ausgeprägt als die linke, also ich habe auf der rechten Seite mehr gehört als auf der linken Seite."

Alpaka-Wandererin

Allergikerfreundliche Wolle

Alpakawolle eignet sich auch hervorragend zum Filzen. Sie ist für Allergiker geeignet, da sie kein Lanolin enthält.

Beim Nassfilzen mischen die Alpaka-Wanderer verschiedene unbehandelte und gefärbte Sorten, falten diese ineinander und drücken sie solange unter Wasser bis keine Blasen mehr aufsteigen. Am Ende soll ein Schlüsselanhänger entstehen.

"Gleichmäßig rollen mit wenig Druck. Nach einiger Zeit entstehen kleine, feste Kugeln. Jetzt kommt eigentlich erst das Schöne: Wir schneiden die auf und dann kommt da eine Überraschung raus. Und dann haben wir keinen Ball mehr oder keine Kugel, sondern eine schöne Blume."

Daniela Fiedler, Alpaka-Halterin


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