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Wacholder, Efeu, Fichten Gesundes aus Immergrün

Noch ist die Natur trist und grau - bis auf einige immergrüne Pflanzen wie Efeu, Wacholder, Tannen oder Fichten. Aus diesen Pflanzen kann der Kräuterwastl etwas Gesundes zaubern - zum Beispiel eine Erkältungstinktur, ein Mittel gegen rheumatische Beschwerden und ätherische Öle für die Atemwege.

Von: Manfred Schramm

Stand: 28.11.2017

Wacholder | Bild: colourbox.com

Im Winter zieht sich die Natur zurück und scheint zu schlafen, aber in Wirklichkeit sammelt sie neue Kräfte für das kommende Frühjahr. Oft erscheinen uns die Tage trist und grau. Aber so ganz stimmt das nicht. Das weiß auch der Kräuterwastl. Denn es gibt einige immergrüne Pflanzen. Der Wastl zeigt, wozu man sie verwenden kann.

Die Nadelbäume

Ein Fichtenwald

Immergrüne Pflanzen - da fallen jedem gleich die Nadelbäume ein: Tannenbäume, Fichten und Kiefern. Das sind die drei bekanntesten in unseren Wäldern. Von denen holt der Wastl sich einige Zweige, um sie zu verwerten. Denn die Nadeln haben reichlich ätherische Öle.

Nadelbaum-Badesalz

Aus den Nadeln will der Wastl ein Badesalz herstellen, das vielseitig verwendbar ist - nicht nur für die Badewanne. Dafür schneidet der Wastl die Nadeln von Tanne, Fichte und Kiefer klein, sodass die ätherischen Öle freigesetzt werden. In einem Glas schichtet er dann abwechselnd Nadeln und Salz übereinander und schüttelt alles gut durch.

Mit diesem Nadel-Salz-Mix will der Wastl inhalieren. Er gibt noch ein wenig Olivenöl und heißes Wasser dazu. So werden die ätherischen Öle noch verstärkt. Das soll bei Bronchitis helfen, schleimlösend sein und bei Kiefern- und Stirnhöhlenentzündung wirken. Dabei kommt der Wastl ins Schwitzen, aber anschließend kann er wieder gut und frei durchschnaufen.

Der Efeu

Der immergrüne Efeu sticht aus dem eintönigen Grau in Grau heraus. Er ist eine Pflanze, die an Bäumen und Häusern emporklettert oder sich auf dem Boden verbreitet. Um ihn ranken sich viele Mythen und Sagen. Er wird mit ewiger Liebe und Treue verbunden, da er sich von dem ausgewählten "Partner", an dem er sich festklammert, nicht mehr löst. Deshalb ist er auch oft auf Gräbern zu finden.

Der Wastl verwendet vom Efeu nur die Blätter, denn in ihnen sind die wichtigen Wirkstoffkombinationen enthalten. Und er weiß, wofür die Inhaltsstoffe gut sind:

"Die Inhaltsstoffe vom Efeu sind gut bei Erkältungen. Das ist aber nicht ein einzelner Wirkstoff, sondern die Komposition von den Saponinen, von den Flavonoiden und von den ätherischen Ölen. Aber Vorsicht! Die ganze Pflanze ist giftig und besonders die Beeren. Und die überlassen wir doch lieber den Vögeln."

Kräuterwastl

Efeu ist giftig - und zwar alle Teile von ihm: die Zweige, die Blätter, die Blüten und die Früchte - die Beeren. Die Blätter können Hautreizungen und allergische Reaktionen hervorrufen. Empfindliche Menschen sollten ihn deshalb nur mit Handschuhen anfassen. Von den Beeren sollte man unbedingt die Finger lassen. Aber der Wastl weiß, was er aus den Blättern machen kann, denn gering dosiert ist jedes Gift auch ein Heilmittel. Frei nach Paracelsus: "... allein die Dosis macht's, dass ein Ding kein Gift ist."

Efeutinktur

Die Tinktur macht der Wastl mit Ethanol, das ist Weingeist, den man sich in der Apotheke besorgen kann. Da hinein gibt er die klein geschnittenen Efeublätter und lässt sie etwa 14 Tage ziehen. So können die Wirkstoffe in den Alkohol übergehen. Mit einer Pipette kann er dann bei Bedarf die Tinktur aufziehen und die Tropfen in etwas Wasser geben. Der Wastl nimmt etwa acht bis zehn Tropfen dreimal täglich, wenn er mit Atemwegserkrankungen und Husten zu kämpfen hat.

Der Wacholder

Der Wacholder ist für den Wastl eine ganz besondere Pflanze. Nicht nur, dass er auch ein grüner Farbtupfer im Winter ist, er steht bei uns auch unter Naturschutz. Aber der Wastl hat einen Wacholderbaum auf seinem Grundstück stehen. Von dem holt er sich Zweige und die Beeren, wenn er etwas damit machen will.

Wacholder gibt es als Baum und als Strauch. Er wächst auf der Heide, bei uns in Bayern findet man ihn an Flussufern, an Mooren und im Almbereich. Obwohl alle Teile des Wacholders Heilwirkungen haben, werden hauptsächlich die Beeren verwendet. Sie finden vor allem Einsatz in der Küche als Verdauungshilfe. Ein paar Beeren ins Sauerkraut, das hilft gegen Blähungen.

Wacholder-Kneipp-Kur

In der Naturheilkunde werden Wacholderbeeren zur Blutreinigung, gegen Gicht und rheumatische Beschwerden eingesetzt. Pfarrer Kneipp schrieb ihnen eine nervenstärkende und schweißtreibende Wirkung zu, sie sollen vor Infekten schützen. Außerdem empfahl er die Beeren sogar gegen Migräne.

Bei der "Kneippschen Kur" werden die Beeren zerkaut. Man beginnt am ersten Tag mit zwei Beeren, dann kaut man jeden Tag eine mehr, bis 12 erreicht werden. Dann zählt man wieder rückwärts, bis wieder zwei Beeren am letzten Tag gekaut werden.

Wacholderöl

Der Wastl weiß noch etwas anderes aus den Beeren herzustellen, nämlich ein wunderbares Muskel- und Entspannungsöl. Dazu mörsert er eine Handvoll Beeren, sodass die Inhaltsstoffe und die ätherischen Öle austreten können. Dann gibt er die zerstoßenen Beeren in Olivenöl und lässt es etwa zehn Tage stehen, damit sich die ätherischen Öle richtig entfalten und in das Olivenöl übergehen können. Dann kann der Wastl damit Muskelverspannungen behandeln oder es für ein Entspannungsbad einsetzen.

Fichten-Fußbad

Der Wastl will seinem Körper noch etwas Gutes tun, ganz im Sinne von Pfarrer Kneipp. Dafür bereitet er sich ein heißes Fußbad vor, in das er Fichtenzweige gibt. Darüber streut er seinen Salz-Nadel-Mix, gibt heißes Wasser und noch einmal Salz hinzu.

Doch dann geht es erst mal raus in den Schnee. Und zwar barfuß! Das fördert die Durchblutung und regt den Kreislauf an. Dann mit den Füßen ab ins heiße Bad. Die Zweige in der Wanne geben dem Wastl noch eine zusätzliche Fußmassage. Jetzt kann er entspannen und von den immergrünen Gesundheitsspendern träumen.


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