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Naturheilkunde Propolis - Hausmittel aus dem Bienenstock

Honig, Wachs, Gelee Royal - das sind Bienenprodukte, die man kennt. Ganz anders Propolis. Nur wenige wissen, dass es sich hierbei um eine "medikamentöse" Allzweckwaffe der Bienen handelt, die wie ein Antibiotikum wirkt. Was gut für die Bienen ist, ist auch gut für den Menschen. Gesundheit! über die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Propolis.

Von: Julia Richter

Stand: 29.05.2017

Honig | Bild: colourbox.com

Bienen haben viel mehr zu bieten als leckeren Honig - zum Beispiel Propolis. Nie gehört? Das geht vielen Menschen so. Das gesunde Bienenharz ist nicht jedem ein Begriff. In der Naturheilkunde genießt es dagegen seit Langem große Anerkennung. Schon im alten Ägypten wurde Propolis geschätzt: Die Menschen nutzten es damals zur Wunddesinfektion und zur Mumifizierung der Toten. Später soll es auch im Buren-Krieg zum Einsatz gekommen sein - lange vor der Entdeckung des Penicillins.

So entsteht die heilende Substanz

Die Propolis ist ein Pflanzenprodukt, welches von den Bienen veredelt wird. Besonders im Spätsommer und im Herbst sammeln die Bienen das Kittharz von Pflanzen und Bäumen. Sie transportieren es in den Körbchen ihrer Hinterbeine und befördern es in den Bienenstock: Hier beginnt die sogenannte "Weiterverarbeitung." Die Insekten vermischen die Propolis mit körpereigenen Sekreten, Pollen und Wachsen. Die harzige Substanz gilt als wasserabweisend, fäulnisverhindernd und wärmeisolierend. Die Bienen nutzen es, um Löcher und Ritzen im Stock abzudichten. Außerdem ist Propolis dort eine Art Desinfektionsmittel. Das klebrige, unansehnliche Harz hat es nämlich in sich: Es gilt als antibakteriell, antiviral und pilzhemmend. Je nach Herkunft schwanken Farbe (gelblich, bräunlich, zimtfarben) und Konsistenz.

Bestandteile und Wirkung der Propolis

Propolis besteht zum Großteil aus Harzen - außerdem aus Wachsen, Pollen, ätherischen Ölen, Spurenelementen und Vitaminen. Als besonders gesundheitsfördernd gelten die sekundären Pflanzenstoffe in der Propolis - die sogenannten Flavonoide. Sie gehören zu den Antioxidantien und sind als Fänger der schädlichen freien Radikalen bekannt. Studien (Prof. Dr. Karsten Münstedt et al.) weisen darauf hin, dass Propolis als besonders zellschützend gilt. So sollen beispielsweise Abkömmlinge der Dicaffeoyl-quininsäure, die in der Propolis enthalten sind, diesbezüglich wirksamer sein als die bekannten Antioxidantien Vitamin C und Vitamin E.

Da die chemische Zusammensetzung der Propolis stark vom Ursprungsgebiet und deren Gewinnung abhängig ist, ergeben sich Schwierigkeiten, Qualität und Wirksamkeit nach streng wissenschaftlichen Kriterien zu untersuchen. Da es bei Naturprodukten zu starken Schwankungen der Zusammensetzung kommen kann, ist eine Standardisierung aber offenbar schwer möglich. Es gibt eine Reihe von Untersuchungen, die zeigen, dass Propolis gegen bestimmte Arten von Viren, Bakterien und Pilzen wirksam ist.

Propolis wirkt antiviral

Untersuchungen am Menschen zeigen, dass Propolis vor allem antiviral wirkt: Insbesondere der Wirkstoff CAPE (Kaffeesäure-Phenyl-Ester) hat sich bei Herpes-Viren bewährt. Aber auch gegen Adeno- und Influenzaviren scheint Propolis zu helfen.

In-Vitro-Experimente belegen eine pilzhemmende und antibakterielle Wirkung der Propolis. Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Wundheilung beschleunigt wird. Die anti-entzündliche Wirkung wird auf den bereits erwähnten Propolisbestandteil CAPE zurückgeführt (Burdoch 1998, Quelle: Prof. Dr. Karsten Münstedt et al.).

Solide Studien an Versuchspersonen deuten den Forschern zufolge darauf hin, dass die Gabe von Propolis außerdem zu einer verbesserten Immunabwehr führt.

Gewinnung der Propolis

Um die Propolis vom Bienenstock an den Mann oder die Frau zu bringen, legt der Imker spezielle Gitter aus oder schabt die Masse direkt an den Rähmchenleisten des Bienenstocks ab. Am einfachsten ist dann die Herstellung einer Tinktur. Propolis und Propolisprodukte dürfen laut Gesetz zwar vom Imker vertrieben werden, eine Bewerbung, die gesundheitliche Wirkungen verspricht, ist aber streng untersagt. Hochwertige Propolis und deren Zubereitungen können aber auch aus der Apotheke bezogen werden.

Anwendung für den Menschen

Nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenarbeit legen die vielfältigen biologischen Eigenschaften von Propolis eine Verwendung als Naturheilmittel nahe. Besonders bedeutsam ist auch hier der Hinweis auf die nachgewiesene antivirale Wirkung.

Übliche Formen der Propolis-Zubereitung

  • (alkoholische) Tinkturen oder (wässerige) Lösungen
  • Creme/Salbe
  • Pulver oder Granulat
  • Kapseln
  • Rohpropolis (zum Kauen)
  • Zahnpasta
  • Haarshampoo/Duschbad

Anwendung: innerlich und äußerlich

Herpes

Propolis hilft gegen Herpes: Einfach bei den ersten Anzeichen eine mindestens zwanzigprozentige Tinktur auf ein Wattestäbchen geben und damit die betroffene Region betupfen. Die Anwendung ist mehrmals täglich zu wiederholen. Schmerz und Juckreiz lassen in der Regel sofort nach, bereits entstandene Herpes-Bläschen heilen meist nach ein bis zwei Tagen ab. Je früher man mit der Behandlung beginnt, desto schneller bekommt man die Infektion in den Griff.

Abszess

Bei eitrigen Abszessen und Hautunreinheiten wie Pickeln einfach ein paar Tropfen Tinktur auf einen Wattebausch geben und die entzündete Region mehrmals täglich betupfen. Das Propolis soll nicht nur antibakteriell wirken, sondern auch eine rasche Wundheilung fördern.

Schürfwunde

Bei Schürfwunden und rauen oder trockenen Hautveränderungen empfehlen manche Naturheilkundler, die betroffenen Stellen mit Propolis-Creme zu behandeln.

Infekte

Bei Infekten und Erkältungen soll die Einnahme von Propolis (als Tinktur, Granulat oder Pulver) helfen, schneller wieder fit zu werden. Ein Tipp: Zehn Tropfen einer Propolis-Tinktur gemeinsam mit einem Teelöffel Honig vermengen und gegebenenfalls mit etwas warmem Tee einnehmen. Die Einnahme dieser Honig-Propolis-Mischung soll drei bis vier Mal pro Tag erfolgen. Der beste Zeitpunkt der Einnahme ist jeweils vor den Mahlzeiten und vor dem Zubettgehen.

Husten

Gute Erfahrungen mit Propolis gibt es beim Einsatz gegen hartnäckigen Husten und Bronchitis: sieben bis zehn Tropfen Tinktur in zwei bis drei Liter heißes Wasser geben und inhalieren. Die Anwendung sollte drei Mal am Tag wiederholt werden.

Ohren

Bei Entzündungen im Ohr schwören Propolis-Anhänger darauf, einen kleinen mit Tinktur getränkten Wattebausch vorsichtig in den Gehörgang einzuführen und diesen über Nacht dort zu belassen.

Zahnfleisch

Bei Reizungen und Entzündungen im Rachenraum und/oder am Zahnfleisch empfehlen Naturheilkundler, mehrmals täglich mit einer Propolis-Tinktur zu gurgeln beziehungsweise den Mund zu spülen. Auch die Anwendung einer Propolis-Zahncreme wird empfohlen.

Bei schwereren Infekten und Krankheitszeichen sollte man aber immer einen Arzt aufsuchen und sich nicht selbst therapieren. Bei allen Tipps ist zu bedenken, dass Propolis eine indizierte ärztliche beziehungsweise medikamentöse Behandlung nicht ersetzen kann.

Vorsicht Allergiker!

Experte

Prof. Prof. h. c. Matthias Kunth Fudan
Universität Shanghai

Allergiker sollten auch auf der Hut sein: Wegen ihres hohen Anteils an Pollen gilt Propolis als stark allergen. Das gilt sowohl für die innere Einnahme als auch für die äußere Anwendung. Wer empfindlich ist, sollte sich entweder testen lassen oder sicherheitshalber ganz auf die Einnahme beziehungsweise Anwendung von Propolis verzichten.


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