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Fit und gesund wandern Wander-Tipps vom Kräuterwastl

Jetzt ist die rechte Zeit zum Wandern! Unser Kräuterwastl kennt nicht nur die schönsten Wanderwege, er weiß auch, welche Kräuter die Lust am Wandern unterstützen: Denn müde Füße, Verletzungen und Müdigkeit nach dem Essen kann ein Wanderer einfach nicht gebrauchen.

Von: Franziska Ruprecht, Friederike Kühn

Stand: 16.08.2017

Beifuß-Einlagen

Wer bei Beifuß nur an das klein geschnittene Gewürz denkt, der wird sich wundern, wie hoch die Pflanzen werden können: nämlich bis zu zwei Meter. Sie wachsen auf kieshaltigem Untergrund, also oft am Wegesrand oder an Bahndämmen.

Der Name sagt es schon: Die Blätter des Beifußes sollen jetzt an unsere Wandererfüße kommen. Sie werden einfach frisch abgepflückt und wie Einlagen in die Schuhe gelegt. Durch die ätherischen Öle, die dann frei werden, schlafen die Füße weniger oft ein und werden nicht so schnell müde. Auch für sogenannte "stehende Berufe" geeignet! Dieser Brauch ist schon uralt, denn die vielfältigen Heilwirkungen des Beifußes wurden schon vor langer Zeit in der Volkskunde entdeckt.

Beinwell-Salbe

Beim Wandern kann ein Fehltritt schon mal kleine oder größere Verletzungen hervorrufen. Wenn man sich schon etwas gestaucht oder geprellt hat, ist es wichtig, wieder schnell auf die Beine zu kommen. Dabei hilft die Beinwell-Salbe. Beinwell wächst in Feuchtgebieten, an kleinen Rinnsalen oder Flüssen. Die Blätter sind stark behaart, die Blüten sind lila und haben eine Tropfenform. Jetzt verwelken die bis zu ein Meter hohen Pflanzen - der richtige Zeitpunkt, um die Wurzeln zu ernten. Aus den Wurzeln wird unsere Salbe nämlich gemacht!

Zubereitung der Beinwell-Salbe

Die Wurzeln werden ausgestochen und zu Hause mit Wasser gereinigt. Wenn die Wurzeln etwas getrocknet sind, diese klein haken. Auf dem Herd reines Schweinefett oder Lanolin schmelzen, die Wurzelstücke dazugeben und eine gute Viertelstunde im Fett auskochen.

Dann wird die heiße Flüssigkeit durch ein Sieb in ein Einwegglas oder einen passenden Behälter abgeseiht. Das Glas verschließen, damit keine Bakterien hineinkommen, und die Salbe erkalten lassen.

Diese Salbe lässt Verletzungen schneller vergehen - schon vor langer Zeit hat man die Erfahrung gemacht, dass diese Salbe sogar die Heilung von Brüchen beschleunigen kann.

Alternativen:

  • Die frischen Wurzeln zerkleinern und diesen Brei sofort nach Verletzung als Umschlag auftragen.
  • Vielbeschäftigte Städter können Beinwellextrakt auch in der Apotheke kaufen.

Löwenzahnkaffee

Beim Wandern spielt auch der richtige Proviant eine Rolle. Reisende, die früher zu Fuß oder in der Kutsche unterwegs waren, haben gerne Kaffee getrunken. Als dieser mitten in der Wildnis ausging, musste ein Ersatzkaffee erfunden werden: der Löwenzahnkaffee, der auch in Kriegszeiten herhalten musste.

Wastl gräbt die Löwenzahnwurzeln aus. Dafür müssen die Blätter des Löwenzahns aber noch grün sein. Pro Kanne braucht man etwa 10 Wurzeln, diese werden in Wasser gereinigt und dann getrocknet. Die Wurzeln kleinschneiden und anschließend im Ofen etwa 45 Minuten bei 150 Grad rösten. Wer keine Zeit hat, die Wurzeln trocknen zu lassen, kann die Wurzelstücke auch gleich rösten, dann verlängert sich die Röstzeit aber. Schon beim Rösten riecht es angenehm nach Kaffeehaus!

Wie Kaffeebohnen werden die braunen Wurzelstücke gemahlen und im Filter mit heißem Wasser aufgegossen. Das Ergebnis sieht wie Kaffee aus und schmeckt wie Kaffee! Der feine Geruch des verarbeiteten Löwenzahns, der an Schokolade erinnert, steigt in die Nase.

Im Löwenzahnkaffee ist kein Koffein enthalten. Er ist ein selbst gemachter Ersatz zu koffeinfreiem Kaffee. Er enthält ausreichend Bitterstoffe, die in vielen modernen Nahrungsmitteln fehlen. Diese Bitterstoffe sind gut für die Verdauung und machen gute Wanderlaune; ob querfeldein oder steil bergauf - auf geht's!


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