BR Fernsehen - Gesundheit!


3

Kräuterwastl Wastls Notfall-Set für einen Badetag

Der Kräuterwastl - der Kräuterpädagoge Sebastian Viellechner - gönnt sich mal eine Auszeit. Er fährt ins Moorbad. Doch auf dem Weg dorthin überfallen ihn die Mücken und die Sonne sticht. Was tun? Der Wastl weiß Rat. Und hat kleine Helfer gegen Verdauungsbeschwerden und Übelkeit dabei.

Von: Manfred Schramm

Stand: 01.08.2017

Der Wastl will sich mal einen Tag Auszeit nehmen und so richtig entspannen. Da braucht er natürlich seine Badesachen, denn an einem sonnigen Tag muss er auch ins Wasser springen. Aber er geht heute nicht an einen See oder gar ins Freibad. Der Wastl kennt ein Moorbad in der Nähe von Weyarn. Das gehört der Gemeinde und ist für die Anwohner gedacht. Er hat sich mit Hut und Brille gegen die Sonne geschützt, denn so ein Sonnen- und Badetag birgt auch Gefahren für die Gesundheit. Schon auf dem Weg entdeckt er die fleißigen Bienen und Hummeln, aber auch unliebsame Naturbewohner wie Mücken und Bremsen sind unterwegs, um ihre Opfer zu suchen.

Moorbad

Am Moorbad angekommen, hat es der Wastl eilig, ins kühle Nass zu kommen. Aber auch da ist er vorsichtig, denn er weiß, eine zu schnelle, plötzliche Abkühlung kann Kreislaufbeschwerden hervorrufen. Also schön langsam ins Wasser steigen und sich daran gewöhnen. Einmal untergetaucht, ist das Moorbad nur noch purer Genuss. Moor ist zudem lindernd bei Gelenkschmerzen. Der Wastl zeigt seine Schwimmkünste und ist ganz entspannt nach dem Baden. Das Moorbad ist auch gut für die Haut. Und es hat noch einen Vorteil. Das Wasser ist frei von Chemie und immer frisch, denn das Becken hat einen Zu- und einen Ablauf.

Insektenstiche

Jetzt will der Wastl entspannen. Doch daraus wird leider nichts, denn die kleinen, lästigen Störenfriede lassen ihm keine Ruhe. Die Mücken surren um ihn herum und lassen sich nicht verscheuchen. Da wird er auch noch von einer Bremse gestochen. Was tun? Der Wastl weiß sich zu helfen. Denn auf der Wiese, gleich neben ihm, wachsen Spitz- und Breitwegerich. Von beiden sammelt er ein paar Blätter, rollt sie zusammen und drückt, bis der Saft austritt. Er legt die Blätter auf den Stich und reibt den Saft in die Haut. Der kühlt sofort und stoppt den Juckreiz. Und wenn das zu Hause passiert, meint der Wastl, hilft auch Einreiben mit einer Küchenzwiebel.

Sonnenbad

Jetzt wird es aber Zeit für ein ausgiebiges Sonnenbad. Und der Wastl döst langsam weg, ungeschützt in der Sonne. Hoffentlich hat er an Sonnenschutz gedacht. Er schreckt hoch, anscheinend hat er vergessen, sich einzureiben. Aber in seiner Notfallbox hat er etwas dabei, nämlich eine Mischung aus Olivenöl und Dost. Damit reibt er sich ein, aber das Dostöl hat nur einen geringen Lichtschutzfaktor von höchstens 5. Damit kann man nur kurz in der Sonne bleiben - und für Kinder und ganz Hellhäutige ist es untauglich.

Aber für den Wastl, der auch schon vorgebräunt ist, mag das ausreichen. Doch gescheiter ist es, wenn der Wastl sich in den Schatten legt und viel von seinem erfrischenden Lindenblütentee trinkt, nicht dass er sich sonst noch einen Sonnenstich einfängt. Hergestellt ist das Dostöl schnell und leicht. Der Wastl sammelt frischen Dost, streift Blätter und Blüten der Pflanze in ein Glas und gießt mit Olivenöl auf. Er lässt die Mischung zwei bis drei Wochen ziehen, seiht sie ab, und hat wieder neuen Sonnenschutz. Das Öl ist auch noch für andere Sachen gut. Der Wastl setzt es in der Küche zum Anbraten ein, und es hat eine wohltuende Wirkung als Einreibung bei Rheuma.

Moorpackung

Da der Wastl schon mal am Moorbad ist, geht er gleich ganz ins Moor rein und macht sich eine Moorpackung für die Beine. Das entspannt die Muskulatur und ist gut für die Gelenke. Für den Wastl ist es Wellness pur. Und danach wird alles im Moorbad mit einem gewagten Bauchklatscher abgewaschen.

Kümmelgeist

Zu einem perfekten Sommertag mit Badevergnügen gehört für den Wastl auch eine Brotzeit. Die nimmt er nicht gerne allein zu sich, deshalb schaut er bei Bekannten auf deren Bauernhof vorbei und gesellt sich zu ihnen. Der Wastl hat eine ziemlich deftige Brotzeit mit Speck, Käse und Vollkornbrot dabei. Um Verdauungsbeschwerden vorzubeugen, hat er eine kleine Flasche Kümmelgeist in seiner Notfallbox. Davon nimmt er einen Esslöffel voll vor dem Essen, denn nach dem Essen ist ein Verdauungsschnaps nicht sinnvoll. Das Völlegefühl scheint dann zwar zu weichen, aber das ist nur dem Alkohol zu verdanken. In Wirklichkeit wird die Verdauung nicht erleichtert.

Den Kümmel findet der Wastl an Wiesenrändern. Wenn er reif ist, ist er braun und trägt die kleinen Kümmelfrüchte. Er zieht die ganze Pflanze aus dem Boden. Die Wurzel kann er ausdrücken, sie ist leer, die ganze Kraft ist in die Früchte gegangen.

Hilft gegen Bauchweh und Blähungen

Die Früchte streift der Wastl von den Stängeln, lässt sie auf Küchenkrepp rieseln, gibt sie in ein Glas, füllt es mit Weingeist auf. Der Wastl nimmt 70-Prozentigen dazu. Das Gemisch lässt er drei bis vier Wochen möglichst in der Sonne stehen, dann abseihen, und der Kümmelgeist kann seine wohltuenden Dienste tun.

Ein Kümmeltee ist auch gut gegen Bauchweh und Blähungen. Dazu nimmt der Wastl 2 Teelöffel voll Kümmel, übergießt sie mit einem viertel bis einem halben Liter kochendem Wasser und lässt den Tee 10 bis 12 Minuten ziehen. Abseihen und schluckweise trinken. Wer Kümmel im Ganzen nicht mag, kann ihn auch in eine Pfeffermühle geben und zermahlen über die Speisen geben.

Und so ist der Wastl mit dem Badetag rundum zufrieden.


3