BR Fernsehen - Gesundheit!


38

Der Kräuterwastl Frühjahrsputz für den Körper mit Kräutern

Der Frühjahrsputz tut gut. Aber nicht nur die Wohnung sollte man reinigen, sondern auch den eigenen Körper. Wie das geht, erklärt der Kräuterwastl. Giersch, Schlüsselblume und Brennnessel sind dabei seine Helfer.

Von: Isabel Hertweck-Stücken

Stand: 28.11.2017

Im Frühjahr ist wieder Zeit für eine Grundreinigung. Aber nicht nur Wohnung, Haus und Garten haben eine Generalüberholung nötig, sondern auch der menschliche Körper. Reinigen und entgiften muss man ihn deshalb – von innen und außen. Dabei können einige Pflanzen und Kräuter helfen.

Giersch: Delikatesse oder Unkraut?

Giersch ist ein ganz unscheinbares Kraut. Die Römer sollen ihn vor 2.000 Jahren ins Land gebracht haben, um ihre Truppen vor Gicht und Rheuma zu schützen. Heute wächst er überall – er liebt im Wald die gleichen schattigen Plätze wie der Bärlauch. Im Garten allerdings hat er den Ruf eines fast unausrottbaren Unkrauts. Sogar die gebräuchlichen Unkrautvernichtungsmittel können nichts gegen ihn ausrichten. Aber – wenn es nach dem Kräuterwastl geht – sollten die Gärtner sowieso die Finger von der Chemie-Keule lassen. Statt sich über das hartnäckige Unkraut zu ärgern, könnte man es ja einfach aufessen!

Denn der Giersch ist die reinste Frühjahrskur für den Körper. Er entgiftet, indem er den Körper anregt, allen „Müll“, das heißt alle Gift- und Abfallstoffe, die sich über den Winter im Körper angesammelt haben, auszuschwemmen.

Besonders die jungen, zarten Blätter, die aussehen, als wären sie noch "zusammengeklappt" (daher auch der Name "Klapp-Giersch"), gelten als Wildkräuter-Delikatesse mit ihrem leicht nussigen Geschmack und einem Hauch von Anis. Ein Rezept, das auch bei Kindern gut ankommt und außerdem toll in einer gläsernen Bowle-Schüssel aussieht, ist die Giersch-Limonade.

Wastls Giersch-Limonade nach "Almdudler"-Art

Zutaten:

  • ein Körbchen Giersch
  • ein Kräutersträußchen mit Minze, Melisse und Waldmeister
  • 1 l Apfelsaft


Die Gierschblätter zusammen mit dem Kräutersträußchen mit Apfelsaft aufgießen und ein paar Stunden ziehen lassen.

Schlüsselblumen – sanfte Pflege für die Haut

Gerade die Haut ist nach dem Winter oft trocken und schuppig. Für die wichtigste Zutat seines Hautpflege-Öls muss der Wastl in den Wald. Leider ist die Schlüsselblume gar nicht mehr so leicht zu finden – außerdem steht sie in einigen Gebieten unter Naturschutz. Wenn man das Glück hat – wie der Wastl – sie im eigenen Garten oder im eigenen Wald zu finden, darf man sie aber schon noch pflücken. Aber nicht zu viele davon, damit im nächsten Jahr neue Schlüsselblumen blühen können!

Warum die Schlüsselblumen nicht mehr duften

Manch einer kann sich noch erinnern: Früher, als es im Frühling noch Schlüsselblumen im Überfluss gab, und zu Ostern die zartgelben Sträuße auf dem Tisch standen, dufteten die Schlüsselblumen noch wunderbar – und heute? Wenn man eine Schlüsselblume findet, dann duftet sie – wenn überhaupt – nur noch ganz schwach.

Der Kräuterwastl löst das Geheimnis um den verschwundenen Duft auf: Es gibt nämlich verschiedene Unterarten der Schlüsselblume. Und leider ist die Unterart, die so intensiv duftet, fast von unseren Wiesen verschwunden. Was wir heute finden, ist vor allem die etwas höher wachsende Schlüsselblume, die dafür nicht so intensiv riecht.

Aus den wertvollen Blüten macht der Kräuterwastl mithilfe der Frühlingssonne ein Hautpflege-Öl. Dafür gießt er sie mit feinstem Olivenöl auf und stellt das verschlossene Glas dann in die pralle Sonne. Nach etwa zwei bis vier Wochen, je nachdem, wie intensiv die Frühlingssonne scheint, ist das Öl fertig.

Hautreinigung mit Kräuterpeeling

Aber bevor man so eine wertvolle Pflege auftragen kann, muss die Haut erst mal gründlich gereinigt werden. Der Geheimtipp vom Wastl: ein Peeling mit selbst gemachtem Kräutersalz. Übrigens: Das Salz kann man auch in der feinen Küche verwenden.

Wastls Kräutersalz: zur inneren und äußeren Anwendung

Zutaten:
(jeweils 1 Sträußchen der drei Kräuter)

  • Spitzwegerich
  • Brennnessel
  • Schafgarbe
  • Handvoll grobes Steinsalz


Die Kräuter nicht frisch verarbeiten, sondern etwas welken lassen, damit sie ihre Wirkstoffe besser freigeben. Dann ganz fein schneiden und mit dem groben Steinsalz in einen Mörser geben. So lange bearbeiten, bis die Masse eine schöne grüne Farbe angenommen hat. Das kann etwas dauern!

Die drei Kräuter in Wastls Salzpeeling sind ein ideales Trio für eine rosige Haut. Die Brennnessel hilft bei der Durchblutung, der Spitzwegerich hilft beim Abheilen von kleinen Verletzungen und Rissen und die Schafgarbe hilft bei der Entgiftung.

Nach kurzer Einwirkzeit wird das Peeling mit kaltem, klarem Wasser abgewaschen. Die Haut ist dann bereit für eine milde Pflege wie mit dem Schlüsselblumenöl, das sie schön weich und seidig macht.

Frischekur für die Haarwurzeln: Brennnesselsud

Damit auch seine Haare wieder glänzen, macht der Kräuterwastl sich einen Brennnesselsud. Dafür gießt er einen schönen Strauß davon mit kochendem Wasser auf. Wenn der Sud abgekühlt ist, gießt er ihn sich über den Kopf und massiert ihn ein, bis die Kopfhaut richtig schön kribbelt und gut durchblutet ist. Das stärkt die Haarwurzeln und gibt damit den Haaren einen schönen Glanz.

Hinter den Kulissen:

Das waren mal wieder anstrengende Dreharbeiten für den Wastl – im Vorfeld hat er zum Beispiel seine Frau überreden müssen, als Gärtnerin aufzutreten, die den Giersch ausgrast (so sagt man in Bayern für "jäten"). Dabei könnte die Szene durchaus aus dem Leben gegriffen sein: Wastls Frau ist im Garten tatsächlich für den Salat und das traditionelle Gemüse zuständig, während der Wastl den Giersch für seine Hartnäckigkeit und seine Unzerstörbarkeit noch bewundert ...

Und dann musste er sich für die kleine Szene mit dem Römer, der über das Giersch-Feld marschiert, fast komplett als Römer kostümieren. Aber das hat ja noch Spaß gemacht, im Gegensatz zum Salzpeeling, weil er da ein Körnchen ins Auge bekommen hat, aber trotzdem musste die Szene ja noch fertig gedreht werden!

Da hat er die Szene am Ende, mit dem Liegestuhl, umso mehr genossen. Und weil in sich ruhende, zufriedene Menschen ein unwiderstehlicher Anziehungspunkt für Tiere sind, ist der Hund, den das Kamerateam mitgebracht hatte, zum Wastl und damit ins Bild gelaufen. Und weil's so gut in die entspannte Stimmung gepasst hat, blieb die Szene genauso im Film.


38