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Sommerkräuter vom Kräuterwastl Rosmarin, Thymian und Lavendel

Der Wastl, unser Kräuterpädagoge Sebastian Viellechner aus Weyarn, holt sich das Mittelmeerfeeling nach Hause. Mit Lavendel, Rosmarin und Thymian riecht es bei ihm nach Sommer, Sonne und Erholung. Das schmeckt - und ist auch noch gesund. Seine Rezepte: vom Kräutersalz bis hin zum Longdrink mit Rosmarin-Likör.

Von: Manfred Schramm

Stand: 01.08.2017

Der Wastl holt sich einfach das Mittelmeer ins schöne Bayern. Dazu schafft er sich erst einmal das richtige Ambiente, das eigentlich zum Urlaub gehört: die Möglichkeit zum Planschen, einen Grill für ein gesundes mediterranes Essen und einen Liegestuhl zum Ausruhen.

Und was beim Kräuterwastl natürlich nicht fehlen darf, sind die typischen südländischen Kräuter. Er mag sie alle, aber seine Favoriten sind Rosmarin, Thymian und Lavendel. Mit diesen drei kann er vieles machen. Zuerst bereitet er südländisches Gemüse wie Zucchini, Paprika, Auberginen und Fenchel für den Grill vor. Und Kartoffeln, bei denen das erste Kraut gleich zum Einsatz kommt.

Rosmarin-Kartoffeln

Rosmarin

Während das Gemüse auf dem Grill schmort, zerteilt der Wastl vorgekochte Kartoffeln und brät sie in einem Wok mit Olivenöl an. Dann gibt er Rosmarin auf die Kartoffeln und bekommt so schmackhafte Rosmarinbratkartoffeln. Der Rosmarin hilft nicht nur den Geschmack zu verbessern, sondern regt auch die Verdauung an und macht schweres Essen bekömmlicher.

Rosmarin

Rosmarin kommt aus dem Mittelmeer, wird aber auch in Deutschland angebaut, meist zu medizinischen Zwecken. Wild wächst er bei uns nicht. Wer sich Rosmarin im eigenen Garten halten will, sollte die Pflanzen in Töpfen halten, die er im Winter ins Gewächshaus oder in die Wohnung stellen kann.

Rosmarin-Öl

Das geht ganz einfach: Die Rosmarinblätter in ein Glas geben, mit Olivenöl aufgießen und einige Tage ziehen lassen, dann abseihen. In eine schöne Flasche umgefüllt, hat der Wastl dann ein Rosmarinöl zum Beispiel als Badezusatz, aber jetzt gibt er ein paar Tropfen in sein Planschbecken, dann geht's los mit dem Wassertreten. Das ist schon mal an sich gesund, aber das Rosmarinöl verstärkt noch die Wirkung. Es ist gut für den Kreislauf, für die Durchblutung und hilft, Stress abzubauen.

Rosmarinöl kann auch zur Pflege der Haut verwendet werden. Einfach in die Haut einreiben und einziehen lassen. Es soll zur Hautregeneration dienen und bei rheumatischen Schmerzen helfen. Und es kann auch bei Blutergüssen, Prellungen und Verstauchungen angewendet werden.

Der Rosmarin ist eine der wenigen Pflanzen, die bei niedrigem Blutdruck helfen sollen. Er ist anregend, was sich positiv bei Herzbeschwerden und Herzrhythmusstörungen auswirken soll. Dafür sind zum Beispiel morgendliche Armbäder mit Rosmarinöl zu empfehlen. Das bringt den Kreislauf richtig in Schwung.

Rosmarinöl soll auch bei beginnender Migräne helfen: nämlich dann, wenn man das Öl in den Händen verreibt und die ätherischen Düfte einatmet. Die ätherischen Öle können sich auch in einer Duftlampe entfalten.

Rosmarin als Mückenschutz

Der Wastl setzt den Rosmarin noch zu etwas Nützlichem ein, nämlich als Mückenschutz. Dazu stellt er ein Teelicht auf Sand in ein Einmachglas, zündet das Teelicht an und legt ein Gitter auf die Glasöffnung. Auf das Gitter kommen Rosmarinblätter, die so verräuchert werden und Dämpfe absondern. Diese verteilen sich in der Luft und vertreiben lästige Fliegen, Bremsen und Mücken.

Rosmarin-Likör

Als Aperitif genießt der Wastl schon mal einen Rosmarinlikör. Der regt die Geschmacksnerven an und bereitet die Verdauung aufs Essen vor. Dazu hat er Rosmarinzweige in Weingeist eingelegt und wochenlang ziehen lassen. Dann werden die Stängel abgeseiht und er erhält einen wunderbar riechenden Rosmarinlikör.

Den gibt er auch schon mal in einen sommerlichen Longdrink, einfach mit Eiswürfeln, Wasser, etwas Lavendelzucker und Minze oder Melisse. Schön garniert mit Scheiben von Orange und Zitrone, ist das nicht nur ein toller Anblick, sondern auch eine gesunde Erfrischung an heißen Tagen.

Thymian als Badezusatz

Den echten Thymian findet der Wastl auch auf heimischen Wiesen an einigen versteckten Plätzen. Er wächst hier, weil er winterhart ist. Der Tee lässt sich als Badezusatz verwenden. Hier sorgt er für Entspannung bei Gliederschmerzen. Auch eine Thymiantinktur, mit der man die schmerzenden Gelenke einreibt, lindert die Beschwerden. Ein weiteres Einsatzgebiet sind Frauenleiden. Zum Beispiel kann er wegen seiner krampflösenden Eigenschaften gut zur Milderung von Menstruationskrämpfen eingesetzt werden.

Der Thymian wird in der Küche gerne als Würzmittel für Salate und Gemüse verwendet. Er wirkt sich wie der Rosmarin positiv auf die Verdauung aus. Der Wastl könnte auch mit Thymian ein Öl herstellen. Stattdessen macht er aber einen Thymianessig. Er legt ein paar frische Zweige in Weinessig ein und nach einiger Zeit hat er Thymianessig mit einem unvergleichlichen Aroma. Besonders lecker schmeckt der Thymianessig in frischen Frühlings- und Sommersalaten. Jetzt fehlt nur noch das dritte Kraut, der Lavendel.

Thymian

Man kann die Blätter und das Kraut verwenden. Die Pflanze wird als Gewürz in der Küche und zu Heilzwecken eingesetzt. Das Haupteinsatzgebiet des Thymians als Heilmittel sind Erkrankungen der Atemwege wie Husten und Bronchitis. Er wirkt entzündungshemmend und krampflösend. Bei Atembeschwerden empfiehlt sich Tee aus Thymian. Dazu Thymiankraut mit kochendem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen und abseihen. Möglichst warm trinken, eventuell mit Honig süßen. Honig kann die Wirkung steigern, da er antibakteriell wirkt.

Lavendel

Wer einmal im Sommer durch die Provence gereist ist, wird die herrlichen blauen Lavendelfelder und den Duft, der in der Luft liegt, so schnell nicht vergessen. So geht es auch dem Wastl, der in diesem Sommer häufiger davon träumt. Er hat einen kleinen Bereich in seinem Kräutergarten für Lavendel reserviert. Der wächst bei ihm, weil es verschiedene Lavendelarten gibt: winterharte und solche, die nicht überwintern können. Vom Lavendel sammelt man das Kraut und die Blüten. Wenn er getrocknet ist, werden Kraut und Blüten getrennt und gesondert aufbewahrt.

Ätherische Öle beruhigen

Der Lavendel besticht aber nicht nur durch seine blaue Farbe, es gibt für die Pflanze auch viele andere nützliche Verwendungsmöglichkeiten. So macht der Wastl mit getrocknetem Lavendel kleine Duftsäckchen. Die legt man aufs Kopfkissen und die ätherischen Öle mit ihrer beruhigenden Wirkung lassen einen leichter einschlafen.

Die ätherischen Öle des Lavendels haben einiges zu bieten. So soll Lavendelöl bei Schuppenflechte helfen und die Durchblutung fördern. Auch als Badezusatz ist es bekannt. Hier wirkt es aber nicht wie der Rosmarin und der Thymian anregend, sondern eher beruhigend und entspannend.

Tee und Zucker mit Lavendel

Auch in Teemischungen wird der Lavendel häufig verwendet. Dort entfaltet er seine beruhigenden Eigenschaften bei Unruhezuständen, Nervosität, Einschlafstörungen und bei Beschwerden im Oberbauch. Ein Tee aus Lavendelblüten soll auch Menschen helfen, die aufgrund von Stress unter zu hohem Blutdruck leiden. Einfach zwei Teelöffel Lavendelblüten mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen, abseihen und dreimal am Tag trinken.

Wastl verwendet für seinen Lavendelzucker Vollrohrrohzucker und mischt Lavendelblüten darunter. Schon ist der Lavendelzucker mit seiner aromatischen Süße fertig.

"Kräuter der Provence"-Salz selbstgemacht

Der Wastl macht auch aus allen drei Kräutern zusammen gesunde Mischungen. Sie sind schließlich nicht umsonst in der bekannten "Kräuter der Provence"-Mischung enthalten. So stellt er für sein Grillgemüse zum Würzen ein Salz mit Rosmarin, Thymian und Lavendel her: Er nimmt grob-körniges Steinsalz, man kann aber auch Meersalz verwenden. Das Salz mischt er mit den Kräutern und bearbeitet den Mix dann mit seinem Mörser. Der hohe Anteil von ätherischen Ölen in allen drei Pflanzen regt den Geschmacks- und Geruchssinn gleichermaßen an.

Für das Gemüse macht der Wastl sich noch einen Tomatendip. Dafür braucht er frische Kräuter. Jedes Kraut entwickelt in dem Dip seinen eigenen Charakter. So kommt durch den Lavendel ein feinsüßer Geschmack in die Sauce. Rosmarin und Thymian dagegen sind viel kräftiger und sollten sparsam verwendet werden, da sie einen starken Eigengeschmack haben und leicht alles andere dominieren können. Für die Verdauung sind alle drei Kräuter gut, der Thymian soll daneben auch bei Sodbrennen und Blähungen helfen.


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