BR Fernsehen - Gesundheit!


15

Eiszapfen Kalte Füße im Winter - was tun?

Socken im Bett? Eigentlich geht das gar nicht! Doch wer unter kalten Füßen leidet, dem ist das egal. Besonders Frauen sind betroffen. Manchmal haben "Eisfüße" ganz profane Ursachen, manchmal steckt aber auch eine ernsthafte Erkrankung dahinter. Kalte Füße - was können Betroffene tun?

Von: Antje Maly-Samiralow

Stand: 28.11.2017

Mit Einbruch des Winters, wenn der Boden gefriert, ist für Eisfüße wieder Hochsaison. Ursachen für kalte Füße gibt es viele. Grundsätzlich gilt es zwischen witterungsbedingten Eisfüßen und krankheitsbedingten Eisfüßen zu unterscheiden.

Das Wissen, dass wir uns im Winter mehr als sonst vor den Außentemperaturen schützen müssen, sollte zum Gemeingut gehören. Allerdings tendieren vor allem junge Leute dazu, sommers wie winters in luftigen Turnschuhen zu flanieren. Während sie ihren Körper in warme Daunenjacken hüllen, vernachlässigen sie ihre Füße sträflich.

Was schützt vor winterlicher Straßenkälte?

Tipp 1

Das Schuhwerk sollte stabile, feuchtigkeitsabweisende Gummisohlen statt dünner Ledersohlen haben.

Tipp 2

Man sollte atmungsaktive Materialien wählen, sowohl für das Innen- als auch Außenmaterial.

Tipp 3

Bei Lederschuhen empfehlen sich Baumwoll- beziehungsweise Wollsocken.

Tipp 4

Bei Schuhen mit atmungsaktiven TEX-Materialien sollten die Socken einen Kunstfaseranteil haben. Baumwolle beziehungsweise Wolle speichert die Feuchtigkeit, anstatt sie nach außen abzugeben.

Tipp 5

Man sollte bequemes Schuhwerk wählen, in dem der Fuß Platz hat. Zu enge Schuhe schränken die Durchblutung der Füße ein.

Tipp 6

Für ungefütterte Winterschuhe eignen sich Thermosohlen, die durch eine spezielle Beschichtung gegen die Straßenkälte schützen und den Fuß mit Lammwolle beziehungsweise Lammfell wärmen.

Tipp 7

Nasse Füße sollte man unbedingt vermeiden! Sind die Füße doch nass geworden, sollten die Schuhe und Socken so schnell wie möglich ausgezogen, die Füße getrocknet und durch ein schönes, heißes Fußbad wieder auf Normaltemperatur gebracht werden.

Wie wird die Durchblutung der Füße angekurbelt?

  • Beine nicht übereinander schlagen, sondern bequem auf den Boden aufsetzen
  • wechselwarme Duschen oder Kneippgüsse für die Füße
  • saunieren
  • Fuß- und Zehengymnastik
  • Bürstenmassagen
  • Bewegung jeder Art, um den gesamten Kreislauf auf Trab zu bringen

Wer trotz dieser Vorkehrungen kalte Füße hat, und das selbst im Sommer, wenn andere Menschen barfuß gehen, sollte zumindest überprüfen lassen, ob die Ursache für die kalten Füße möglicherweise krankhafter Natur ist.

Ursache: niedriger Blutdruck

So könnte ein zu niedriger Blutdruck schuld an den Eisfüßen sein. Nun ist dies auf den ersten Blick kein Grund zur Besorgnis. Vor allem sehr schlanke Menschen neigen zu niedrigem Blutdruck. Die oben beschriebenen Möglichkeiten zur Durchblutungsförderung helfen in der Regel.

Ursache: Gefäßerkrankungen

Diabetiker riskieren auf lange Sicht eine Verengung ihrer Gefäße.

Allerdings könnten kalte Füße auch auf eine Gefäßerkrankung zurückgehen. Raucher, Diabetiker, Menschen mit Übergewicht und erhöhtem Blutdruck riskieren auf lange Sicht eine Verengung ihrer Gefäße, was unter anderem dazu führt, dass die Füße schlechter durchblutet werden und frieren. Allerdings sind kalte Füße ein zu verschmerzendes Symptom im Vergleich zu dem Risiko, das mit Gefäßverengungen und Ablagerungen an den Gefäßwänden einhergeht. Bei einer fortgeschrittenen Arteriosklerose kann es zu Verschlüssen in den Blutgefäßen kommen, mit der Folge eines Herz- beziehungsweise eines Hirninfarktes.

Wer unter Gefäßverengungen in den Beinen leidet, hat starke Schmerzen.

Sind ausschließlich beziehungsweise vorwiegend die Beine von Gefäßverengungen betroffen, handelt es sich um eine periphere Verschlusskrankheit. Die Betroffenen leiden nicht selten unter der sogenannten Schaufensterkrankheit. Längeres Gehen empfinden sie als so schmerzhaft, dass sie immer wieder stehen bleiben. Selbst im Schlaf schmerzen die Unterschenkel derweilen so stark, dass sie die Beine aus dem Bett hängen lassen, um sich Linderung zu verschaffen.

Erster Schritt: eine Änderung des Lebensstils

Dr. Stefan Ockert, leitender Oberarzt der Klinik für Gefäßchirurgie am Klinikum rechts der Isar in München, empfiehlt seinen Patienten - je nach Grad der Gefäßverengung - zunächst eine radikale Lebensstilveränderung, um die Ursachen der Gefäßschädigung auszuschalten oder zumindest zu minimieren. Das heißt konkret: Reduktion und Umstellung der Kost, um sowohl Übergewicht und erhöhte Blutfettwerte als auch Blutzuckerwerte auf ein Normalmaß zu bringen.

Ist die Gefäßverengung schon so weit fortgeschritten, dass eine Lebensumstellung zu lange dauern würde, um das Risiko eines Gefäßverschlusses zeitnah ausschließen zu können, müssen die Gefäße entweder durch minimalinvasive Eingriffe gedehnt oder im Ernstfall durch eine Bypass-Operation überbrückt werden.

In jedem Fall sollten dauerhafte Beschwerden in den unteren Extremitäten - also kalte Füße sowie Schmerzen unterschiedlicher Ausprägung in Füßen und Unterschenkeln nicht auf die leichte Schulter genommen werden.


15