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Gesundheit und Schwimmen Mermaiding: Schwimmen wie ein Meermann

Schwimmen wie ein Fisch im Wasser. Das hält gesund und ist für manche wie ein Traum: Mermaiding. Gesundheit! Reporter Fero Andersen probiert heute diese ganz besondere Art des Schwimmens aus. Mit Meermannanzug taucht er ab. Von DLRG Ausbilderin Katharina Fitsch lernt er außerdem die klassischen Schwimmstile Brust, Rücken und Kraulen und erfährt, worauf man beim Schwimmen achten sollte.

Von: Christian Brandt

Stand: 13.11.2018

Die Sportart, die Fero Andersen heute ausprobieren will, gibt es noch nicht lange. Vor ungefähr zehn Jahren tauchten die ersten Meerjungfrauen und Meermänner in den Schwimmbädern auf.

Mermaiding: besondere Art des Schwimmens

Schwimmtrend mit Fantasy Faktor: Mermaiding

Mermaiding, Schwimmen und Tauchen im Anzug mit nur einer großen Flosse, ist eine ganz besondere Art zu schwimmen. Was macht für Trainerin Daniela Pfiusi die Faszination daran aus?

"Es ist eine Sportart mit Fantasy-Faktor. Und man taucht natürlich ab in eine andere Welt mit dieser Flosse. Man macht Sport und taucht auch gleichzeitig ab in eine andere Welt. Hauptsächlich kommen Kinder und Jugendliche, vor allem Mädchen, aber es gibt auch immer wieder Jungs, die teilnehmen. Die älteste Teilnehmerin war tatsächlich schon fast 70."

  Daniela Pfiusi, Mermaiding Trainerin 

Beim Mermaiding werden elegante Unterwasserfiguren geschwommen und Rennen veranstaltet. Es gibt sogar eine Deutsche Meisterschaft.

Schwimmen: Worauf kommt es an?

Schwimmen ist gesund, wenn man keine Fehler macht.

Doch bevor Fero Andersen sich als Meermann versucht, trifft er Katharina Fitsch. Sie ist Ausbilderin bei der DLRG, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft und zeigt ihm, worauf man beim Schwimmen grundsätzlich achten sollte. Denn viele machen ganz typische Fehler.

"Die Wasserlage ist ein entscheidender Fehler, den man machen kann. Gerade beim Brustschwimmen wird die Nackenwirbelsäule sehr belastet. Der Kopf bleibt bei den meisten eher über Wasser, das ist dann falsch. Wenn man die ganze Zeit Kopf und Nacken zu stark belastet, dann kann das durchaus zu Verspannungen führen. Man soll eher nach unten schauen."

 Katharina Fitsch, DLRG

Für eine gute Schwimmtechnik ist die Wasserlage entscheidend. Der Körper sollte immer parallel zur Wasseroberfläche liegen. So ist man schneller und vermeidet Verspannungen der Nackenwirbelsäule.

Schwimmen ist gesund

Rückenschwimmen: der gesündeste Schwimmstil für die Wirbelsäule

Doch wenn man alles richtig macht, ist Schwimmen sehr gesund. Warum eigentlich?

"Schwimmen ist gelenkschonend. Im Wasser hat man einen ganz anderen Druck als an der Luft. Und natürlich verbraucht man auch mehr Kalorien als beim Fahrradfahren oder Joggen. Jeder Muskel im Körper ist damit beschäftigt, Wasser zu verdrängen, dass man den Körper oben behält."

 Katharina Fitsch, DLRG

Schwimmtipps vom Profi: Was lässt sich verbessern?

Kraulen: Arme nicht überkreuzen, sondern parallel einsetzen.

Katharina Fitsch schaut sich Fero Andersens Schwimmstil genauer an: Was macht er falsch, was sollte er ändern? Als Erstes ist das anstrengende Kraulen dran.

"Du musst noch ein bisschen an den Armen arbeiten, der Armschlag stimmt noch nicht ganz. Am besten stellst du dir immer eine Uhr vor: Du willst mit deinen Armen fünf vor eins erreichen. Also nicht überkreuzen, sondern nebeneinander."

  Katharina Fitsch, DLRG

Häufigster Fehler beim Brustschwimmen: Kopf wird zu weit nach hinten gestreckt.

Und beim Brustschwimmen, wie sieht es da aus?

"Jetzt hast du genau den Fehler gemacht, den wir vorhin angesprochen haben: Die Nackenwirbelsäule ist zu stark gekrümmt.Du musst schauen, dass du wirklich permanent auf den Boden schaust beim Brustschwimmen. Dann ist die Wirbelsäule gerade. Was Du richtig gut machst ist die Beinbewegung.  Viele machen den Scherbeinschlag und der ist falsch. Da gehen die Beine statt auf einer Ebene so schräg von oben und unten zusammen."

   Katharina Fitsch, DLRG

Rückenschwimmen: Mit waagrechter Wasserlage geht es schnell voran.

Zum Schluss kommt noch das Rückenschwimmen dran. Für die Wirbelsäule ist das der gesündeste Schwimmstil.

"Wenn du schneller mit den Armen ziehst, dann kommst du schon mal besser vom Fleck und insgesamt die Wasserlage wird besser. Du merkst selbst, wenn du hast sehr viel Wasser vor dir herschiebst, weil deine Hüfte einfach zu tief im Wasser liegt. Bei allen Schwimmlagen immer das Wichtigste ist die Wasserlage."

 Katharina Fitsch, DLRG

Richtig Brustschwimmen: Halswirbelsäule nicht überstrecken, Blickrichtung immer nach unten

Dann zeigt Katharina Fitsch, wie man es richtig macht: Waagrecht wie ein Brett liegt sie im Wasser. Bis man eine so makellose Schwimmtechnik hat, vergehen allerdings Jahre. Und beim Rückenschwimmen spritzt es auch kaum. Aber nicht abschrecken lassen, Schwimmen ist gesund, wenn man die grundsätzlichen Tipps beachtet.

Schwimmen mit der Monofin: Mermaiding

Mermaiding: Elegantes Unterwassertreiben

Wer die Schwimmtechniken beherrscht, der ist bereit für die Königsdisziplin - das Mermaiding. Dazu braucht es einen Anzug mit einer großen Flosse. Die Flosse muss sehr eng an den Füßen sitzen, damit sie im Wasser nicht verrutscht. Doch wie soll Gesundheit! Reporter Fero Andersen damit Schwimmen?

Die Technik: Beim Mermaiding kommt die Bewegung aus der Hüfte, wie beim  Delfinschwimmen. Im Vergleich zu den gewöhnlichen Schwimmstilen ist das eine ganz schöne Umstellung und leichter gesagt als getan. Wenn der Körper wirklich ganz unter Wasser ist, inklusive Flosse, klappt es leichter. Allerdings braucht auch das einige n Übung.  

"Nachdem ich erstmal wusste, wie es ungefähr geht, kam auch schnell der Spaß dazu. Gerade in der Gruppe hat man richtig viele Möglichkeiten. Aber es ist super anstrengend!"

Fero Andersen

Mermaiding: In der Gruppe macht es besonders viel Spass.

Nach einem ersten Training hat Fero Andersen dann so langsam den Bogen raus. Daniela Pfiusis Team zeigt ihm noch ein paar nützliche Tricks. Aber was leicht aussieht, ist in Wirklichkeit ziemlich anstrengend. DLRG Trainerin Katharina Fitsch ist auch dabei und zeigt eine perfekte Vorwärtsrolle. Dann gibt es noch ein Rennen. Schließlich ist Mermaiding auch Wettkampfsport.

Fero Andersen schlägt so kräftig mit der Schwanzflosse wie er kann, aber die anderen sind einfach viel, viel schneller. Es steckt eben doch Können und Technik hinter dem exotischen Schwimmstil. Und das ist nicht ganz so schnell zu lernen. Aber egal ob mit oder ohne Flosse: Schwimmen ist gesund, hält fit und macht vor allem viel Spaß!


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