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Rudern in jedem Alter Rudern: Gut für Gesundheit, Kraft und Ausdauer

Rudern ist ein vielseitiger Sport. Er beansprucht nahezu alle Muskelgruppen und trainiert zugleich Ausdauer, Koordination, Herz- und Kreislauf. Gesundheit!-Reporterin Veronika Keller testet, warum Rudern so viele Menschen begeistert.

Von: Annette Hammerschmidt

Stand: 03.06.2019

"Rudern erfreut sich großer Beliebtheit, ich möchte heute herausfinden warum. Und ich habe mir ein Ziel gesetzt: nicht ins Wasser fallen. Das muss reichen."

Veronika Keller, Reporterin

Trockentraining auf dem Ergometer

Zum Aufwärmen nutzen die Ruderer ein sogenanntes Ergometer. Sebastian Lentner rudert selbst auf Wettkampfebene bei der Rudergesellschaft München 1972 und ist heute Veronika Kellers Trainer.

"Es ist immer gut, ein paar Elemente von der Ruderbewegung bei Trockenübungen aufzubauen. Danach können wir uns ins Ruderboot reinsetzen und das dann im Wasser ausprobieren."

Sebastian Lentner, Ruder-Trainer, Rudergesellschaft München 1972

Füße in die Schlaufen, festziehen, Hände an die Griffe, Oberkörper stabil – das ist die Ausgangsposition auf dem Ruder-Ergometer. Sebastian Lentner hat noch weitere Tipps: Auf dem Ergometer schnell nach hinten durchziehen, aber langsam nach vorne rollen:

"Wir strecken zuerst die Beine durch und danach ziehen wir die Arme an. Dann werden die Arme weg gestreckt und man rollt vor. Und jetzt drückt man sich wieder weg - und wieder ran. Das Schöne am Rudern ist, dass man einfach alles mit trainiert: Beine und Arme. Und wenn der Oberkörper stark ist, funktioniert auch der Rest."

Sebastian Lentner, Ruder-Trainer, Rudergesellschaft München 1972

Im Sportruderboot aufs Wasser

Genug geübt, jetzt geht es aufs Wasser. Und zwar in ein Sportruderboot an der Regattastrecke in München. Gemeinsam mit ihrem Team lässt Veronika Keller das Boot zu Wasser. Das Einsteigen ist ein echter Balanceakt: einbeinig in der Hocke. Gut, dass Barbara und Sebastian aus dem Team das Boot stabilisieren.

Ein Ruder-Schnupperkurs ist unabhängig vom Alter für alle geeignet, die diese Sportart einmal ausprobieren wollen. Rudern ist sehr effizient, da alle Muskeln gleichzeitig arbeiten und neben der Ausdauer auch Kraft und Schnelligkeit trainiert werden.

Für die Sportler ebenfalls wichtig: Rudern ist abwechslungsreich und vielseitig. Man kann zum einen zusammen mit anderen fahren im Mannschaftsboot. Oder alleine im Einer rudern, die Natur genießen und sich dabei entspannen.

Rudern für die Gesundheit

Willi Bock hat schon immer gerne Sport gemacht. Im Ruderboot sitzt er jedoch erst seit einigen Jahren.

"Das ist für mich die ideale Sportart, nachdem ich vorher vieles ausprobiert habe. Nach drei Knieoperationen, massiven Rückenbeschwerden über viele Jahre, meinten mein Arzt und mein Physiotherapeut, ich solle bitte die Sportart wechseln. Beim Rudern werden einfach alle Muskelpartien beansprucht. Man kann entstressen, man wird ruhiger und ausgeglichener. Man ist irgendwann so k.o., da vergisst man alles um sich herum."

Willi Bock

Rudern ist als Ausdauer- und Kraftsportart ideal für die Gesundheit. Es kann Krankheiten vorbeugen - wie beispielsweise Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, erklärt Dr. Wolfgang Otter, Kardiologe und der Arzt der Rudergesellschaft. Vor dem Start mit der Sportart sollte man allerdings einmal einen Check beim Arzt durchführen.

Rudern: ein Sport für jedes Alter

"Rudern ist in jedem Alter möglich, weil man es sehr gut steuern kann. Man kann das mit wenig Aufwand und Energie betreiben oder mit sehr hohem Aufwand. Wir haben die Kinder im Verein, wir haben die 20-jährigen Studenten, wir haben die 30- bis 40-Jährigen, die mitten im Berufsleben stehen, und auch die 60- bis 80-Jährigen."

Willi Bock

Thea Straube, 1976 (links)

Wie zum Beispiel Thea Straube, 69 Jahre alt, und Gewinnerin der Bronzemedaille im Zweier bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal. Sie war damals eine der ersten Frauen bei Olympischen Spielen.

"Das war die erste deutsche Rudermannschaft der Frauen, die bei Olympia gestartet ist. Vorher war Frauenrudern noch nicht olympisch. Wir waren froh, dass wir in den Endlauf gekommen sind. Und dass wir eine Medaille ergattert haben, das war natürlich die Krönung der Reise."

Thea Straube, Olympia-Teilnehmerin im Rudern, 1976 in Montreal

Rudern begleitet sie schon ihr ganzes Leben, und auch heute rudert Thea Straube noch gerne.

"Es hat immer Spaß gemacht, man hat wieder alte Bekannte getroffen, man hat anderen das Rudern beibringen können und man war immer an der frischen Luft. Ich kann immer noch im Einer fahren ohne ins Wasser zu fallen."

Thea Straube, Ruderin

Auch ihr Mann ist immer wieder mit ihr im Boot unterwegs, zum Beispiel bei Wanderfahrten. Vor 70 Jahren hat er mit dem Rudern angefangen. Das Besondere daran für ihn:

"Dass wir als Mannschaft immer harmonieren müssen. Und wenn diese Harmonie nicht stimmt, hat man keinen Erfolg. Das ist das, was die Jugend eigentlich schon sehr früh lernt und ein Leben lang davon profitiert."

Ludwig Berberich, Ruderer

Der gemischte Achter

Reporterin Veronika Keller will jetzt einen Weltrekord knacken: Und zwar den deutschen Weltrekord auf der Distanz von 2.000 Metern. Der liegt bei 5 Minuten und 18 Sekunden. Aber sie versucht es natürlich nicht alleine, sondern mit ihrer gemischten Mannschaft im Achter.

Das Ergebnis: Etwas über dem Weltrekord -  mit 10 Minuten und 32 Sekunden.

"Also ich würde sagen, für Olympia trainieren wir noch ein bisschen. Aber der Spaßfaktor war heute schon sehr hoch."

Veronika Keller, Reporterin


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