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Gewicht und Ernährung Gesund Abnehmen durch Intervallfasten?

Die 16:8-Diät steht für 16 Sunden fasten, die anderen acht Stunden am Tag darf gegessen werden. Viele schwören auf dieses Intervallfasten. Ein guter Weg zur Gewichtsreduktion oder hat diese Art des Abnehmens auch Nachteile?

Von: Annette Hammerschmidt

Stand: 05.10.2020

Bettina und Franco haben schon viele Diäten ausprobiert. Nun wollen sie das Intervallfasten mit der 16:8 Methode testen - 16 Stunden am Stück fasten, die anderen acht Stunden am Tag darf gegessen werden.

"Bei mir ist schon fünf nach zwölf, nicht mehr fünf vor zwölf: Ich hab schon hohen Blutdruck und vor kurzem habe ich meine Medikamente aufstocken müssen und ich fühl mich so einfach nimmer wohl."

Bettina, Intervallfasten-Testerin

Klar vorgegebene Essenszeiten

Bei 16:8 fällt das Frühstück aus, gegessen werden darf nur zwischen 12 und 20 Uhr. Aber bevor es soweit ist, erklärt Ernährungsberaterin Monika Bischoff erstmal wie’s geht. Wer 16 Stunden nichts isst, darf in den folgenden acht Stunden nämlich nicht zügellos reinhauen.

"Das ist das Problem bei 16:8, das ist nicht definiert. Natürlich muss man auch darauf achten: Was esse ich? Und ich muss meinen Kalorien-Intake schon im Blick haben. Ich kann auch in acht Stunden 4000 Kalorien essen."

Monika Bischoff, Ökotrophologin, Zentrum für Ernährungsmedizin und Prävention, Krankenhaus Barmherzige Brüder, München

Wichtig ist, dass man genügend Eiweiß zu sich nimmt, 80g pro Tag sollten es mindestens sein. Das Gute an den 16 Fastenstunden ist, dass die Verdauung und der Körper komplett herunterfahren und wahrscheinlich 90-100% immer in der Fettverbrennung sind. Das passiert nicht, wenn man ständig snackt.

Möglicher Nebeneffekt: Veränderung des Blutzuckerspiegels

Bettina und Franco gehen zum Wiegen zu Monika Bischoff ins Münchner Zentrum für Ernährungsmedizin und Prävention am Krankenhaus Barmherzige Brüder. Bettina bringt gut 96 Kilo auf die Waage. Ernährungsmediziner Dr. Gert Bischoff nimmt den beiden Blut ab um zu kontrollieren, wie und ob sich während der Intervallfastenphase der Blutzuckerspiegel verändert, denn die langen Nüchternphasen können bei manchen Menschen die Entstehung von Typ 2 Diabetes fördern.

Das Experiment beginnt, zwei Wochen werden unsere Tester Bettina und Franco das Intervallfasten ausprobieren. Bettina ist gleich sportlich unterwegs: "Zweiter Tag ohne Frühstück ist noch ungewohnt, aber i fühl‘ mi guat und die Bewegung an der frischen Luft jetzt in der Natur, des tut so guat!" Franco bewegt sich weniger, aber er fastet: "Ich vermisse bisher nichts, noch nicht mal die Süßspeisen, die ich ansonsten immer in Mengen zu mir genommen habe."

"Es ist jetzt tatsächlich 18 Stunden her, als ich gestern meine letzte Mahlzeit zu mir genommen habe. Ich bin stolz auf mich, ich hatte also keine Heißhungeratacke oder sonstiges."

Franco, Intervallfasten-Tester

Franco kocht sich manchmal eine große Portion Lachsnudeln mit Sahnesoße als Mahlzeit. Der Rat der Expertin Monika Bischoff: "Das sind schnell mal 2000 Kalorien. Es ist ein perfektes Beispiel für diesen Über-Heißhunger." Besser hätte er früher und dafür weniger etwas essen sollen.

Ausgewogene Ernährung und Sport unterstützen das Intervallfasten

Bei Bettina gibt’s viele Proteine mit Gemüse, das hilft beim Abnehmen: Rührei mit Spinat, Cocktailtomaten und Schafskäse.

Seit Francos Bandscheibenvorfall vor zwei Jahren ist das Spazierengehen sein einziger Sport. Spazierengehen ist der Einstieg in die Alltagsbewegung. Aber es reicht nicht aus, um weiter abzunehmen oder später das Gewicht zu halten.

Bettina meidet mittlerweile konsequent alle Fahrstühle und Rolltreppen und nimmt die Stufen. Außerdem hilft ihr ihre große Leidenschaft beim Abnehmen: Tanzen. Es ist ein wahrer Fettkiller und verbrennet bis zu 250 Kalorien pro Stunde.

Das Ergebnis nach 14 Tagen Intervallfasten

Zwei Wochen Intervallfasten sind um, was hat es den Testern gebracht? Bettina ist als erste dran, die Waage zeigt 92,6 Kilogramm. Vorher waren es 96,4. „Ja, das hätte ich nicht gedacht, ich hab zwei Kilo gedacht", freut sich Bettina. Francos Ergebnis: leider nur 300 Gramm. "Ich hatte bis heute nicht das Gefühl, dass ich abgenommen habe, ich fühl` mich natürlich viel besser, aber das überrascht mich jetzt", meint Franco.

Dr. Bischoff nimmt beiden noch einmal Blut ab, der Schnelltest zeigt direkt, ob und wie sich die Werte verändert haben. Bei Bettina sind die Blutfette deutlich weniger geworden. Auch bei Franco sind die Werte leicht zurückgegangen, allerdings nur ein bisschen. Die Blutzuckerwerte unserer Tester sind völlig normal.


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