BR Fernsehen - Gesundheit!


2

Angina Pectoris, die Herzenge Reducer als neue Hoffnung für Herzpatienten?

Für Betroffene ist es ein Martyrium: Verengte Gefäße im Herzen reduzieren Blut- und Sauerstoffzufuhr, manchmal helfen auch Stents und Bypässe nicht weiter. Eine neue Methode soll helfen, in dem sie die Gefäße verengt statt sie zu weiten.

Von: Kathrin Wiewe

Stand: 29.06.2020

Herkömmliche Therapien scheitern

Schmerzen und Müdigkeit: Patienten mit chronischer Angina Pectoris fühlen die Symptome ihrer Krankheit meist dauerhaft. Therapien, die die verengten Gefäße im Herzen weiten sollen, wie das Setzen von Stents oder Bypässen, helfen bei ihnen nicht weiter. Denn auch wenn die großen Adern frei sind, können die ganz kleinen Gefäße verkalken – eine besondere Form der koronaren Herzerkrankung.

Die Auswirkungen auf den Alltag der Betroffenen sind groß, schon kleine Anstrengungen können für den Körper zu viel sein – manchmal schon kleine Spaziergänge.

Reducer: Entlastung durch Druckerhöhung

Für diese Patienten, bei denen andere Therapien nicht geholfen haben, gibt es Hoffnung. Die neuen Reducer sind Draht-Katheter, in Form einer Sanduhr: in der Mitte enger als circa drei Millimeter im Durchmesser, außen weiter. Der Reducer wird dort eingesetzt, wo das Blut, das den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgen sollte, in den Herzvorhof zurückströmt. Der kleine Katheter verringert den Abfluss des Blutes aus dem Herzmuskel. Das Blut staut sich in den Muskel zurück und hat so länger Zeit, seinen Sauerstoff und Nährstoffe an die Muskelzellen abzugeben.

Kurzer Eingriff über Hals oder Leiste

Das Implantieren eines Reducers können Kliniken ambulant durchführen. Das Einsetzen dauert etwa eine Stunde, wenn alles läuft, wie erwartet. Häufig steuern die Ärzte den Katheter über die große Halsvene, doch auch ein Einsetzen über die Leiste ist möglich.

Erfolg bei 75 Prozent der Patienten

Nach Auswertung der bisher durchgeführten Eingriffe, gaben 75 Prozent der Patienten an, dass sich ihre Gesundheit verbessert hat. Sie hatten weniger Schmerzen, wurden wieder fitter und konnten ihre Medikamente reduzieren. Bei knapp einem Prozent der bisher ausgewerteten Fälle verfehlten die Ärzte die richtige Stelle in der Vene – dann musste der Reducer neu gesetzt werden.

Das Einsetzen von Reducern ist bisher keine allgemein anerkannte Therapie. Je nach Patient wird in Einzelfällen entschieden.


2