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Heimisches Superfood Wilde Früchte als Winter-Vitaminvorrat

Dieses heimische Superfood steht kostenlos zur Verfügung: Wildfrüchte sind wahre Vitaminbomben und haben jetzt Hochsaison. "Gesundheit!" zeigt, zu welchen Köstlichkeiten sie sich verarbeiten lassen und welche heilsame Wirkung sie haben.

Von: Annette Hammerschmidt

Stand: 19.10.2020

Himbeeren oder Heidelbeeren bekommt man als Kulturpflanzen im Supermarkt. Aber was ist mit den selteneren, wilden Früchten, die ebenfalls bei uns heimisch sind? Was können sie für unser Wohlbefinden tun? Kräuterpädagogin Michaela Marx und ihre Töchter sind Expertinnen auf dem Gebiet der wilden Früchte und kennen tolle Rezepte.

Gesundheit aus der Natur

"Wir holen uns jetzt den Weißdorn, der ist grade richtig reif. Das sind so ganz kleine Früchte, die ein bisschen ausschauen wie Miniaturäpfelchen oder kleine Hagebutten. Wenn man den ein bisschen drückt, dann merkt man, der ist weich und der ist reif. Und wir nehmen auch Blätter, weil die braucht man nämlich auch, also da kann man tolle Sachen ansetzen."

Michaela Marx, Biologin und Kräuterpädagogin

Michaela Marx Tochter Marlene studiert Medizin und weiß, dass Beeren und wilde Früchte nicht nur schmackhaft sondern auch sehr gesund sind:

"Ja das ist supergesund, denn zum einen ist es alles ganz natürlich und unbehandelt und die ganzen Beeren enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe, zum Beispiel der Weißdorn hier enthält viele Stoffe die gut für das Herz sind."

Marlene Marx, Medizinstudentin

Schlehen sind reich an Ballaststoffen. Sie enthalten viel Vitamin C sowie Bitterstoffe, die entzündungshemmend wirken, und bei Erkältungen sowie Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt werden. Sie schmecken süß-sauer, da sie viele Gerbstoffe enthalten.

Vorsicht vor giftigen Pflanzen

Auch für Hunde sind wilde Früchte sehr gesund, allerdings nur die essbaren. Das Pfaffenhütchen zum Beispiel ist extrem giftig! Selbst große Weidetiere können daran sterben und bei Kindern sollen schon drei Samen tödlich wirken.

"Das Dornröschen sticht sich ja an einer Spindel und die Spindel, die wurde nämlich früher aus dem Holz des Spindelstrauches, das ist der zweite Name, gefertigt und darum ist eben auch das Holz sehr giftig. Und wenn man sich verletzt hat, dann hat man eben auch starke Vergiftungserscheinungen bekommen und wir meinen: das kann ja gar nicht sein, hundertjähriger Schlaf, aber vielleicht ist das Dornröschen einfach ins Koma gefallen."

Michaela Marx, Biologin und Kräuterpädagogin

In den Büschen von Hagebutten versteckt sich oft auch Giftiges, wie der Liguster, bei dem der Genuss von Blättern und Beeren zu Übelkeit und Durchfall führt.

"Das ist der gewöhnliche Schneeball, also der ist nicht giftig. Die Beeren, die werden bei uns aber nicht gerne verarbeitet, weil wenn man die aufmacht und so riecht oder kocht, dann hat das einen ganz eigenartigen Geruch. Es ist interessant, weil in vielen östlichen Ländern wird das zu Speisen verarbeitet und zu Getränken, aber da muss man den erst lagern. Meine Freundin hat eine Marmelade gemacht und diese Marmelade dann ein Jahr stehen lassen und dann schmeckte sie hervorragend."

Michaela Marx, Biologin und Kräuterpädagogin

Backen mit Wildfrüchten: Energieriegel, Vogelbeer-Busserl und Wildbeerenbrot

Wilde Beeren | Bild: BR zum Artikel Rezepte Vogelbeer-Busserl, Wilder Energieriegel und Wildfrüchtebrot

Backen mit Wildfrüchten: Hier finden Sie die Rezepte von Michaela Marx für Vogelbeer-Busserl, den Wilden Energieriegel und Wildfrüchtebrot. Viel Spaß beim Ausprobieren! [mehr]

Typisch Geschwister treten Michaela Marx Töchter Marlene und Josy beim Backen gegeneinander an. Marlene will Energieriegel backen, Schwester Josy Vogelbeer-Busserl. Josy röstet zunächst die Haselnüsse und schrotet sie dann mit einer Vanilleschote im Mixer ganz fein. Neben bekannten Zutaten wie Mehl, Zucker und Butter enthalten die Busserl eine wilde Spezial-Zutat, die vorab in Rum eingeweicht wurde, das macht sie bekömmlicher: Vogelbeeren enthalten Parasorbinsäure, daher kann es bei rohem Verzehr zu Übelkeit kommen. Beim Erhitzen oder Trocknen wird der Stoff abgebaut und der Genuss ist unbedenklich.

Anstelle von Äpfeln kann man auch Birnen für die Früchteriegel klein würfeln; mit Vogelbeeren, Hollunderbeeren und Hagebuttenschalen kurz aufkochen und dann pürieren. Anschließend mit Haferflocken, Honig, Brennnesselsamen, Nusskernen und Mehl mischen. Die Früchteriegel eignen sich als gesunde Knabberei für zwischendurch, wie als Stärkung für unterwegs, dazu müssen sie nur noch auf einem Backbleck verteilt, klein geschnitten und in den Ofen geschoben werden.

Das Wildbeerenbrot mag Mutter Michaela Marx gerne. Es ist ein Früchtebrot, das nicht süß ist, sondern würzig. Es enthält Hagebuttenschalen, Hagebuttenmark, Weißdornmark, Vogelbeeren und Schlehenmark. Durch das Hagebuttenmark färbt sich der Teig schön rosa.

"Die Vogelbeere, die hat so viel Vitamin C, man nennt sie sogar die Zitrone des Nordens und es gab sogar eine Kaiserin, die Maria-Theresia, die den Anbau befohlen hat, um die Vitamin C-Versorgung der Bürger zu gewährleisten."

Michaela Marx, Biologin und Kräuterpädagogin


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