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Haustiere Warum es gesund ist, Haustiere zu haben

Sie sind süß und fördern unsere Gesundheit, beim Kuscheln oder Gassi gehen. In Deutschland leben fast 35 Millionen Haustiere, am beliebtesten sind Katzen. Reporter Fero Andersen entdeckt, welche Auswirkungen das Zusammenleben mit Tieren auf uns hat.

Von: Annette Hammerschmidt

Stand: 14.01.2019

Rüde Beni besucht regelmäßig die Bewohner eines Münchner Altenheims. Frau Mau Mau und Mister Twister wohnen bei einer Familie in Dachau. Und Golden Doodle Jenny liebt Geschichten. Pädagogin und Tierpsychologin Kimberly-Ann Grobholz geht täglich mindestens eine Stunde mit ihr Gassi.

"Man muss immer raus, egal bei welchem Wetter, das ist ein großes Plus. Man kommt so nicht nur in die Natur, man trifft auch andere Hundebesitzer, andere Hunde. Und wenn man das länger macht, hat man eine ganz tolle Kondition."

Kimberly-Ann Grobholz, Pädagogin und Tierpsychologin, München

Bewegungsmangel ist die Ursache für viele Krankheiten. Ein Hund beugt dem vor, weil man täglich mit ihm spazieren gehen muss. Außerdem fördert er soziale Kontakte und schafft eine emotionale Bindung - all das dient der Gesundheit.

Gegen Leseschwäche von Kindern: das Lesehund-Projekt

Jenny ist ein Lesehund, sie hört gerne zu und geht deswegen gerne in die Schule.

"Warum ein Hund bei der Leseschwäche von Kindern helfen kann, das erfahre ich jetzt in der Sinai-Schule in München."

Fero Andersen, Reporter

Lesehund Jenny

Kimberly-Ann Grobholz gründete 2008 das erste Lesehund-Projekt in Deutschland, das schon mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Fero Andersen besucht eine Förderstunde. Lesehund Jenny macht es sich schon mal gemütlich. Was ist daran so besonders, einem Hund vorzulesen?

"Jenny ist so ruhig, wenn man ihr was vorliest. Sie ist dann auch still und zappelt nicht die ganze Zeit. Sie liegt ganz entspannt da. Ich lese den Hunden gerne vor. Menschen reden manchmal sehr oft, auch wenn man liest - und Hunde liegen ganz still da."

Anton, Teilnehmer am Lesehund-Projekt

Eine Studie der LMU München begleitete die leseschwachen Kinder ein Jahr lang und stellte anhand von Speichelproben fest, dass die Durchschnittswerte des Stresshormons Cortisol bei den Kindern unter den alterstypischen Werten lagen.

Ruhige und stressresistente Tiere geeignet

"Wir bieten den Kindern eine geborgene, schöne, ruhige Möglichkeit, einem Lebewesen vorzulesen. Das sie nicht kritisiert, einfach daliegt und quasi sagt: Lies mir vor."

Kimberly-Ann Grobholz, Pädagogin und Tierpsychologin, München

Zum Vorlesen eignen sich am besten ruhige Tiere wie Schildkröten, Kaninchen, oder manche Katzen. Wichtig ist auch, dass das Tier stressresistent ist und Kinder liebt.

Katzen - die beliebtesten Haustiere

Am beliebtesten unter den Haustieren in Deutschland sind: Katzen. Reporter Fero Andersen besucht zwei davon: Frau Mau und Mister Twister wohnen bei Elske und Valentin in Dachau.

"Valentin ist im Hort durch sein Sozialverhalten gegenüber den dort ansässigen Meerschweinchen aufgefallen. Ich habe ein ganz tolles Feedback bekommen von den Erzieherinnen, dass er da so aufgeblüht ist und habe ihn dann drauf angesprochen, ob er denn gerne Haustiere hätte."

Elske, Mutter und Katzenbesitzerin

Selbstvertrauen und die sozialen Fähigkeiten von Kindern können durch Haustiere gesteigert werden, außerdem stärken sie das Verantwortungsbewusstsein. Und:

"Das besondere an Katzen ist die Ruhe, die sie ausstrahlen, die Souveränität. Sie machen einen einfach glücklich, sie bringen einen runter, sie nehmen einem den Stress. Du könntest ihnen auch erzählen wie der Tag gewesen ist, sie würden dir zuhören und dich angucken und du wärst deine Alltagslast los!"

Elske, Katzenbesitzerin

Haustiere im Altenheim

Haustiere helfen aber nicht nur Kindern, sondern auch alten Menschen. Fero Andersen begleitet Pflegefachkraft Eleonore Waldmüller und ihren Hund Beni bei ihrer Visite in einem Münchner Altenwohnheim.

"Ich hatte immer Hunde. Mich freut es, wenn Beni zu Besuch kommt. Weil er so ein lieber Hund ist."

Frau Mang, Altenheim-Bewohnerin

Studien belegen, dass das Streicheln von Tieren älteren Menschen mehr Lebensfreude schenkt. Schon die Anwesenheit von Tieren wirkt positiv auf das vegetative Nervensystem, Herzfrequenz und Blutdruck sinken.

"Wir haben festgestellt: Insbesondere bei demenzerkrankten Menschen wirken die Tiere positiv. Ihnen wird eine Sicherheit gegeben, über den Hund. Ängstlichen Menschen helfen Tiere ebenfalls. Sie erfahren so Ruhe."

Eleonore Waldmüller, Pflegeüberleitungsfachkraft, München-Laim

Hund Beni spielt auch auf Kommando. Das trainiert die Muskeln der Senioren und macht Spaß – auch Reporter Fero Andersen.

"Ich habe heute einen tierisch schönen Tag erlebt - ganz egal ob mit Hund oder Katze!"

Fero Andersen, Reporter


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