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Hanf - trendige Nutzpflanze Hanf in Öl, Kosmetik und beim Backen

Hanf ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt und liegt derzeit voll im Trend. Aus Hanf lassen sich Speiseöl, Kosmetik, Bio-Lebensmittel, Tee oder Kleidung machen. Die Produkte sind sehr beliebt, da sie meist aus heimischem Bio-Anbau kommen. Das Speiseöl beispielsweise enthält wertvolle Omega-3- und Omega-6- Fettsäuren. Die Samen sind quasi ein heimisches Superfood. "Gesundheit!"-Reporter Fero Andersen besucht einen Hanf-Supermarkt, ist bei der Hanfernte und bei der Ölpressung dabei.

Von: Annette Hammerschmidt

Stand: 23.09.2019

Reporter Fero Andersen ist heute ganz in Hanf eingekleidet. Denn: Die Hanffaser wärmt im Winter, kühlt im Sommer, nimmt keinen Schweiß auf und ist sehr robust.

Hanfschuhe

Neben Klamotten gibt es neuerdings auch Hanfschuhe. Etwa 50.000 Hanf-Artikel sind derzeit weltweit erhältlich.

Cannabis oder Hanf?

Vor kurzem hat Wenzel Cerveny seinen siebten Bio-Laden in Augsburg eröffnet. Für ihn ist Hanf die Superpflanze schlechthin.

"Hanf ist der deutsche Begriff und Cannabis ist der lateinische Name. Aber Hanf ist eine von den 52 Sorten, die in der EU zugelassen sind. Das Berauschende im Hanf ist der Inhaltsstoff THC. Aber das ist nur bis maximal 0,2 Prozent in ganz Europa erlaubt."

Wenzel Cerveny, Hanfladen-Betreiber, Augsburg

Wenn Produkte mehr THC enthalten, dürften sie nicht frei verkauft werden, sondern sind in Deutschland nur über Apotheken erhältlich.

Aus Hanfkörnern wird Hanföl

Hanfkörner

Hanf ist der nächste Verwandte des Hopfens. Landwirt Toni Lamprecht baut in Schnaitsee Nutzhanf an, dieser wirkt nicht berauschend. Die Samen sind von der EU zugelassen. Aus den Hanfkörnern seiner Pflanzen presst er in der Ölmühle Garting Hanföl. Hanfkörner haben einen leicht nussigen Geschmack.

Der Hanf ist einjährig und kann bis zu fünf Meter hoch werden. In diesem Jahr sind die Pflanzen eher klein gewachsen, was aber nichts an der Qualität ändert. Hanf wird Anfang Mai ausgesät und ist bereits nach 100 Tagen erntereif. Toni Lamprechts Ertrag liegt bei circa einer Tonne Hanfsamen pro Saison.

"Den Stengel kann man als Faser nutzen, er ist sehr stabil. Daraus werden Segel, Tücher und Kleidung gemacht. Die Blüten werden genommen, um CBD zu machen, das eine medizinische Wirkung hat."

Toni Lamprecht, Landwirt, Schnaitsee

Das Cannabidiol CBD soll entkrampfend, entzündungshemmend, angstlösend und gegen Übelkeit wirken.

Hanföl: Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren

Hanföl aus der Schneckenpresse

Toni Lamprecht presst das Hanföl an der sogenannten Schneckenpresse. In einer Stunde kommen dabei etwa zehn Liter raus. An einem Tag kann er so rund 240 Liter Hanföl pressen.

Hanföl

Das Öl enthält wertvolle Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, essenzielle Fette, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Deshalb nennt Toni Lamprecht den Hanf auch sein „grünes Gold“. Die im Hanföl ebenfalls enthaltene Gamma Linolsäure wirkt entzündungshemmend und hautpflegend.

Der Geschmack des Hanföls: nussig mild. Das Öl ist kaltgepresst und enthält damit auch Vitamine und Mineralstoffe. Es kann vielseitig verwendet werden:

"In Salat, in Quark, beim Brot backen, übers Müsli. Oder man isst einen Esslöffel, das wäre sicher etwas sehr Sinnvolles."

Toni Lamprecht, Landwirt, Schnaitsee

Übrigens soll Hanföl regelmäßig genossen den Stoffwechsel ankurbeln, das Immunsystem stärken und bei Gelenkbeschwerden helfen.

Aus Hanfkuchen wird Hanfmehl

Aus Hanfkuchen wird Hanfmehl.

Beim Pressen entsteht auch der sogenannte Hanfkuchen, der zu Hanfmehl vermahlen wird. Daraus macht Toni Lamprecht mit seiner Familie, Nudeln, Brot und Plätzchen.

Seine Tochter Anna und seine Frau Irmi Lamprecht zeigen Fero Andersen, wie man Hanfsamenkekse backt und Hanfbutter herstellt. Die Butter schmeckt zu Fleisch oder einfach auf dem Brot. Auch zum Frühstück empfiehlt Familie Lamprecht Hanf-Produkte, und zwar im Frühstücksjoghurt. Die Zutaten dafür: Joghurt, Hanfnüsschen, geschälte Hanfsamen, Hanföl und Früchte, wie zum Beispiel Äpfel.


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