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Halsweh und Husten Helfen Hustenbonbons wirklich?

Es gibt sie in unzähligen Formen, Farben und Geschmacksrichtungen: Bonbons. Wichtig sind bei Hustenbonbons vor allem die Inhaltsstoffe. Hergestellt werden sie zum Teil noch auf traditionelle Art.

Von: Annette Hammerschmidt

Stand: 02.03.2020 12:02 Uhr

Wie werden Husten- und Kräuterbonbons gemacht? Das erfährt Reporter Fero Andersen heute in einer schwäbischen Bonbonfabrik.

"Normalerweise hat man drei Grundzutaten. Und zwar Zucker, Glucosesirup und Wasser. Der Zucker wird in Wasser gelöst, dann kommt der Sirup dazu. Das wird bei circa 150 Grad gekocht. Dadurch bekommt man so eine viskose Grundmasse."

Martin Lang, Geschäftsführer

Bonbons mit ätherischen Ölen gegen Husten

Bei Husten empfiehlt der Bonbon-Experte ein Bonbon mit wirklich starken, wirksamen ätherischen Ölen zu essen. Zum Beispiel mit Eukalyptusöl oder Thymianöl.

Gemeinsam mit Fero Andersen stellt Martin Lang ein "Gesundheit!"-Bonbon her. Farblich passend zum "Gesundheit!"-Logo misst er dafür zunächst grünen Extrakt aus Spirulina-Algen ab. Dann stellt er eine Mischung aus vier ätherischen Ölen her, welche die Mitarbeiter anschließend von Hand in die kochend heiße Bonbonmasse einrühren. Der Metalltisch ist beheizt, so dass die Bonbonmasse länger geschmeidig bleibt.

Eukalyptus-Bonbons

Das 30 Kilo schwere Riesenbonbon wird gewalzt. Je nach Bonbonform und Maschinengang entstehen zwischen 1.000 und 5.000 Bonbons pro Minute.

Pro Tag kommen in der Fabrik je drei Tonnen Zucker und Glukosesirup zum Einsatz, das ergibt etwa sechs Tonnen Bonbons. Eukalyptus-Bonbons sind vor allem in Südkorea und den USA sehr beliebt. Fero Andersen probiert das neue "Gesundheit!"-Bonbon.

"Wie bei Oma früher! Könnte aber einen Tick süßer sein, wir haben ja auf Zucker verzichtet."

Fero Andersen, Reporter

Zwiebel-Bonbon: Bonbon-Herstellung früher

Doch ist das Gesundheits-Bonbon jetzt wirklich gesund? Mit der Frage geht Fero Andersen zu Apotheker Max Lernbecher nach Dachau. Er betreibt eine Familienapotheke in fünfter Generation. In seinem Lager finden sich allerlei Essenzen zur Bonbonherstellung, die seine Vorfahren noch verwendet haben.

"Wie jeder gute Apotheker früher, haben wir bis in die 80er Jahre aus Zwiebeln sogenannte Zwiebelzeltl’n gemacht. Denn Zwiebeln wirken antibiotisch, das ist ideal bei Atemwegserkrankungen. Und Zwiebeln haben auch einen hohen Schwefelanteil, der schleimlösend wirkt. Das Ganze wurde dann in der Kupferpfanne gemischt, karamellisiert und anschließend auf Marmorplatten ausgegossen. Mit einem selbstgebauten Messer vom Schmid konnte man einigermaßen ordentliche Bonbons herstellen. Und anschließend wurden die dann von meiner Großmutter- oder von uns Kindern gebrochen und in Papiertüten abgefüllt."

Max Lernbecher, Apotheker, Dachau

Wichtig: Gute Inaltsstoffe

Jetzt zeigt Fero Andersen ihm die selbstgemachten Gesundheits-Bonbons, mit Thymian, Eukalyptus, Zitrone und einem Zuckeraustauschstoff. Sind diese Zutaten wirksam bei Husten?

"Wenn da gute Extrakte drin sind, ja. Thymian ist ein tolles Arzneimittel, den gibt es als Tee, als Hustensäfte. Er wirkt schleimlösend, auch ein bisschen antibiotisch. Das Menthol hat einen belebenden Effekt, es macht die Atemwege frei. Es hat so ein Kühleffekt, wenn man es lutscht. Weil Zitrone sauer ist, speichelt man mehr. Das ist gerade im Winter gut, wenn alle Schleimhäute trocken sind. Je mehr man speichelt, je feuchter das alles ist, umso besser ist es für das Immunsystem, weil dann Viren und Bakterien schlechter einfallen können."

Max Lernbecher, Apotheker, Dachau

Wenn man echte Wirkstoffe benutzt, ist ein Hustenbonbon also auf jeden Fall wirksam.

Salbei-Bonbons

Zum Abschluss hilft Fero Andersen in der Bonbonfabrik noch beim Herstellen eines Salbei-Bonbons. Salbei löst die Verschleimung in den Atemwegen und wirkt antibakteriell.

"Unsere Salbeibonbons werden noch mit richtigem Salbeiblättertee produziert. Wir geben Salbeiblättertee rein, kochen ihn auf und lassen ihn 20 Minuten ziehen."

Thomas Wippel, Geschäftsführer

Der Sud wird ausgepresst und ins Bonbon mit eingebracht-

"Man merkt schon, wenn man die Nase über den Kessel hält, alleine das Einatmen wirkt Wunder!"

Fero Andersen

Bonbons aus echtem Salbeitee

Der so entstandene Salbeitee wird mit Wasser gemischt und gesüßt. Fünf Tonnen jährlich verarbeitet die Fabrik. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mixen alles gut, anschließend kommt Glucosesirup dazu. Nun wird alles unter Vakuum auf 160 Grad erhitzt und fertig ist die Bonbonmasse. Fero Andersen schmecken die Bonbons.


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