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Weihnachten & Früchtebrot Wie gesund ist Früchtebrot?

Früchtebrot ist traditionelles Weihnachtsgebäck und gesunder Energiespender im Winter. Gesundheit! Reporterin Veronika Keller will wissen, wie richtig gutes Früchtebrot gemacht wird und trifft einen Bäcker, der ihr sein Geheimnis verrät.

Von: Peter Künzel

Stand: 19.12.2017

"Auf die Qualität der Früchte kommt es an und dann ist das das gesündeste Weihnachtsgebäck, das man sich vorstellen kann."

Arnd Erbel, Bäckermeister

Frisches Früchtebrot aus Franken: Das riecht sehr fein. Was ein gutes Früchtebrot auszeichnet und wie man es macht, erfährt Gesundheit! Reporterin Veronika Keller heute. Das traditionell alpenländische Weihnachtsgebäck besteht vor allem aus Trockenfrüchten, wie Aprikosen, Zwetschgen und Nüssen, die mit einem Brot-Teig  verbunden werden. Worauf es genau ankommt, erklärt Silke Noll, Ernährungsberaterin bei der Verbraucherzentrale Bayern

"Das sieht sehr gut aus. Ich sehe komplette, ganze Früchte, die verwendet wurden, und ich sehe vor allem viel davon. Natürlich haben wir Fruchtzucker drin und so ein Früchtebrot hat auch Kalorien. Der Fruchtzuckergehalt ist konzentriert in den Trockenfrüchten auf 60 bis 70 Prozent. Aber in den getrockneten Früchten haben wir noch mehr als nur den Fruchtzucker. Kalzium ist zum Beispiel drin, Magnesium, Eisen und Kalium."

Silke Noll, Ernährungsberaterin, Verbraucherzentrale Bayern

Früchtebrot: Welches schmeckt am besten?

Aber was ist der Unterschied zwischen einem hochwertigen, henadwerklich gemachten Früchtebrot und einem billigen aus dem Discounter? Das testet Gesundheit! Reporterin Veronika Keller auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt. Drei Sorten stehen zur Auswahl: eines vom Bio-Laden, eines vom Supermarkt und ein handgemachtes vom Bäcker. Was macht denn ein gutes Früchtebrot aus?        

"Natürlich erkenne ich auch am Teig ob es ein gutes Früchtebrot ist. Sprich, sehe ich viel Teig, also viel Mehl, das eingearbeitet wurde, das geht natürlich zu Lasten von den Früchten. Dann gibt es natürlich noch ein paar Sachen, die erkenne ich nicht auf Anhieb. Bei Discounterware haben wir häufig Zusatzstoffe drin. Das ist aber eigentlich nicht notwendig bei einem guten Früchtebrot."

Silke Noll, Ernährungsberaterin, Verbraucherzentrale Bayern

Früchtebrot aus Meisterhand

Gewinner ist Früchtebrot C: Das vom Bäcker liegt vorne, dicht gefolgt allerdings von B aus dem Supermarkt. Für C, das Früchtebrot aus dem Bioladen, hat sich keiner so richtig erwärmen können.

"C ist das hochwertigste Brot. Wir haben über 80% Früchte drin, wir haben viele Nüsse drin und nur wenig Teigmasse verarbeitet. Überrascht bin ich von B; Zusatzstoffe sind einige drin, vor allem ein künstlicher Aromastoff. Vielleicht war das der Grund, warum die Leute das so lecker fanden."

 Silke Noll, Ernährungsberaterin, Verbraucherzentrale Bayern

Auffallend ist, dass das Brot vom Bäcker wegen der vielen und größeren Früchte deutlich saftiger ist als die beiden anderen.

In der Meister-Backstube: Was kommt rein ins Früchtebrot?

Anschließend besucht Gesundheit! Reporterin Veronika Keller gemeinsam mit Ernährungsberaterin Silke Noll in Dachsbach, im Norden von Nürnberg Bäcker Arnd Erbel, der sein Früchtebrot noch ganz klassisch handwerklich selber macht. Sie wollen herausfinden, was das Geheimnis eines guten Früchtebrotes ist. Was macht denn so ein richtig gutes Früchtebrot aus?

"Für mich die Grundqualität der Rohstoffe. Im Teig Roggen und Dinkel, anteilig in Vollkornqualität, ein sehr guter Sauerteig, der das auch lockern kann, so dass ich keine Backhefe einsetzen muss. Und vor allem die Früchte. Da haben wir jetzt hier die Aprikosen, Feigen, Pflaumen, Rosinen und von den Nüssen haben wir zweierlei, Mandeln und Walnüsse."

Arnd Erbel, Bäckermeister, Dachsbach

Trockenobst: Gesund und wertvoll

Trockenobst schmeckt aber nicht nur gut, sondern ist auch sehr gesund.

"Zum einen sind getrocknete Früchte sehr gut für unsere Verdauung durch den hohen Ballaststoff-Anteil, der da drin ist; dann liefert natürlich das getrocknete Obst sehr viel Energie; das ist eigentlich auch eine kleine Art Powerriegel natürlicher Art und Weise, gerade jetzt im Vergleich zu den vielen synthetischen Riegeln, die jetzt so auf dem Markt sind."

Silke Noll, Ernährungsberaterin, Verbraucherzentrale Bayern

Nach vierzig Minuten Backzeit bei circa 180 Grad sind die Brote fertig.

"Die Früchte schmeckt man sehr stark raus. Und das Schöne finde ich; es ist jetzt kein zugesetzter Zucker, wie bei den meisten Broten im Supermarkt; wenig Gewürzeinsatz, das heißt, Frucht- und Nussgeschmack kommen richtig gut zur Geltung."

Silke Noll, Ernährungsberaterin, Verbraucherzentrale Bayern

Neulich wurde in der Arktis ein über hundert Jahre altes Früchtebrot gefunden. Wie lange hält sich denn ein frisch zubreitetes Früchtebrot?

"Das hält zwei bis drei Wochen. In der Industrie gibt’s natürlich andere Möglichkeiten von der Hitze Sterilisation, mehr Zucker, Konservierungsstoffe, technische Enzyme und solche Sachen, aber das lehne ich ab. Ich möchte sowas nicht essen. Für mich ist es eine Sache des Genusses und der steht an oberster Stelle."

Arnd Erbel, Bäckermeister, Dachsbach

Und das Ergebnis überzeugt. Handgemacht schmeckt einfach besser, vor allem, wenn man selbst mitgebacken hat. Feiertage mit Plätzchen und Lebkuchen und allem, was süß ist: Was rät da die Ernährungsberaterin?

"Im Prinzip ist alles erlaubt, allerdings in Maßen. Bewegung ist natürlich auch sehr wichtig; in den Feiertagen neigt man dazu, sich wenig zu bewegen. Also zwischen den Mahlzeiten ruhig mal raus eine Runde an die frische Luft. Und vielleicht nicht kurz vorm Schlafengehen die zuckrige Kalorienbombe."

Silke Noll, Ernährungsberaterin, Verbraucherzentrale Bayern

So ein Früchtebrot kann eine feine Alternative sein zu Weihnachtsplätzchen. In diesem Sinne wünscht Gesundheit! allen schöne und friedliche Feiertage!


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