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Fitness-Apps Fit werden mit dem Smartphone

Es sind gute Vorsätze, gerade im neuen Jahr: Endlich mehr tun für Fitness und Gesundheit, störende Beschwerden loswerden. Reporter Fero Andersen testet die Alternative zum Fitnessstudio: Sport- und Gesundheitsapps fürs Smartphone.

Von: Manuel Steiger

Stand: 03.02.2020

Fitness-Apps: Verschiedene Angebote für viele Bedürfnisse

Gemeinsam mit Jutta und Karl macht Reprter Fero Andersen den Test: Fit und zwar mit Apps. Umfragen zeigen: Jeder Zweite verwendet bereits eine Smartphone-App, die sich mit Fitness und Gesundheit beschäftigt. Selbst die Krankenkassen unterstützen inzwischen die Benutzung von solchen Sportprogrammen auf dem Smartphone. Zusammen wollen sie drei Apps genauer testen. Fero Andersens Mitstreiter sind noch unerfahren mit dieser Art des Trainings. Jutta ist 53 Jahre und leidet immer wieder an Rückenschmerzen. Karl ist 54 Jahre alt, sein Ziel: Runter mit den Pfunden. Der Experte für Gesundheit und Apps, ist Orthopäde und Sportmediziner Dr. Alexander Rauch.

"Mann muss natürlich ein bisschen aufpassen, dass man sich nicht auf Gebiete begibt, in denen man dann überfordert ist oder dann sogar das Falsche macht."

Dr. Alexander Rauch, Orthopäde und Sportmediziner

Jutta, Karl und Fero testen jeweils eine App. Die App Kaia wird unter anderen von der Barmer Krankenkasse empfohlen. Gymondo wird von der Audi BKK bezuschusst. Die AOK hat eine eigene Abnehm-App entwickelt.

App "Kaia" verspricht: Rückenschmerzen zuhause behandeln

Die App, die Juttas Rückenprobleme lindern soll, heißt Kaia und verspricht, dass sich Rückenschmerzen lindern lassen. Bevor es mit dem eigentlichen Training losgehen konnte, musste Jutta zunächst einige Angaben zu ihrer Person in die App eintragen. Dazu gehört auch die Verortung und vor allem die Intensität der Rückenschmerzen.

Nachdem sie alle Informationen über sich eingegeben hatte, konnte es für Jutta ans eigentliche Training gehen. Täglich gibt es ein Neues. Studien haben gezeigt, die App wirkt, wenn man die Übungen korrekt ausführt. Der Sportmediziner ist leicht skeptisch: Führe man die Übungen genauso aus, wie das in der App gezeigt werde, dann habe das eine sehr hohe Qualität, so Sportmediziner Dr. Alexander Rauch. Das Problem sei nur: Kann ich das genauso machen? Kontrolliert mich jemand von außen? Das eigene Körpergefühl sei manchmal noch nicht so gut entwickelt, sodass der ein oder andere Hilfe brauche.

Die Kaia-App kann bei Rückenschmerzen eine Bereicherung sein, wenn die Übungen korrekt ausgeführt werden. 96 Euro kostet sie pro Jahr.

App "Abnehmen mit Genuss" - funktioniert's?

Karl testet die App "Abnehmen mit Genuss" der AOK. Dahinter steckt eine Kontroll-App über das, was man isst. Der zentrale Bestandteil ist eine Art Teller, der aufzeichnet, wieviele Einheiten an Fett und Kohlenhydraten man am Tag essen sollte. Der Bedarf wird individuell an jeden Nutzer angepasst.

"Letztlich ist das eigentlich ein schöner Schritt, das ist eine Weiterentwicklung. Früher hat man sich irgendwelche Tabellen in Bücherform gekauft und sich Zuhause etwas aufgeschrieben. Der große Vorteil ist jetzt, man hat sein Smartphone immer dabei und wenn man im Café ist und gerade die Sachertorte vor sich hat, weiß man sofort wie stark man sündigt."

Dr. Alexander Rauch, Orthopäde und Sportmediziner

Die App weißt jedem Lebensmittel die entsprechende Anzahl an Punkten zu. Außerdem kann man bequem Rezepte aus der App nachkochen. Die AOK-App kostet für Nichtmitglieder übrigens 79,90 im Jahr. Ein durchdachtes Sportprogramm fehlt jedoch. Wer abnehmen wolle, müsse sich auch bewegen, merkt der Sportmediziner an.

Trainings-App "Gymondo": Fitness und Yoga

Wer eher das Gefühl eines modernen Fitnessstudios möchte, ist vielleicht bei Gymondo besser aufgehoben. Die App enthält Sportprogramme und einen integrierten Ernährungsplan.

"Das ist durchaus sinnvoll, das geht natürlich auch ein bisschen in Richtung Lifestyle-App, weil man den Körper höher, besser und schöner bekommen möchte. Letztlich ist das ein bisschen die interaktive Weiterentwicklung von den Sachen, die wir früher auf dem BR hatten, nämlich der Tele-Gymnastik, Samstagmorgens. Das ist jetzt individuell, jeder kann sich sein Programm auf Knopfdruck zusammenstellen."

Dr. Alexander Rauch, Orthopäde und Sportmediziner

Neben unzähligen Sporteinheiten, bietet die App einen Ernährungsberater und Entspannungsübungen. In unterschiedlichen Abo-Varianten zahlt man im Jahr ab 62,99 Euro. Bevor es richtig losgeht, wärmen sich Fero, Jutta und Karl zuerst auf. Schnell fällt auf: Jeder führt die Übung etwas anders aus. Hier lauert ein Fallstrick der App.

Zusammengefasst: Apps können das Training unterstützen. Ein Ersatz für den professionellen Trainer oder Orthopäden sind sie allerdings nicht.


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