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Essbare Blüten Mit Blumen kochen

Nelken, Lilien und Malven sind essbar - und sogar gesund. Gesundheit!-Reporter Fero Andersen entdeckt die leckere und wirksame Blütenküche.

Von: Annette Hammerschmidt

Stand: 13.07.2020

"Sie bringen tolle Farbe in jeden Garten und verleihen mit zuckersüßen- bis pfeffrig-scharfen Aromen auch Gerichten die nötige Würze. Ich zeige Ihnen heute, wie Sie essbare Blüten ernten und was Sie daraus zaubern können."

Fero Andersen, Reporter

Blüten im Salat

Blüten sind Nahrungsgrundlage für Insekten und gesunde Leckerbissen für den Menschen. In der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau zeigt Biologin Angelika Eppel-Hotz Reporter Fero Andersen die violette Katzenminze. Sie schmeckt bitter und lässt sich leicht anbauen. Die anspruchslose Blüte braucht kaum Wasser und blüht noch mal, wenn man sie abgeschnitten hat.

Taglilie

Außerdem im Beet: die Kronwicke und die gelbe Taglilie aus Asien. In der asiatischen Küche werden viele Zierpflanzen verwendet. Fero Anderen probiert die Taglilie gleich. Und:

"Ist schon ein tolles Gefühl einfach so durch den Garten zu gehen und zu greifen und zu essen. Die Taglilie könnte ich mir super im Salat vorstellen."

Fero Andersen, Reporter

Für den Salat eignet sich auch die Funkie. Die Schattenpflanze gehört zu den Spargelgewächsen und enthält wie die Taglilie viel Vitamin C. Ihre Blätter schmecken gedünstet oder gebraten.

Wenn Schädlinge auftauchen, empfiehlt die Biologin: Läuse eventuell mit dem Wasserstrahl abspritzen. Ansonsten gilt: Alles Essbare sollte man nicht behandeln.

Muskatellersalbei: bei Magen-Darm und Depressionen

Muskatellersalbei

Biologin Kornelia Marzini verrät, inwiefern essbare Blüten nicht nur dekorativ, sondern auch gesund sind. So ist der Muskatellersalbei aromatisch und gleichzeitig entzündungshemmend, appetitanregend, schweißhemmend und entkrampfend. Damit soll er bei Magen- Darm-Erkrankungen und Depressionen helfen. Die Pflanze gibt es als Samen oder Staude im Fachhandel. Man kann sie als Tee überbrühen oder für Bowle verwenden.

"Rosen duften und sind reich an ätherischen Ölen und Gerbstoffen. Damit können sie bei Hustenerkrankungen verwendet werden. Und man kann daraus schöne, aromatische Zucker machen."

Kornelia Marzini, Dipl. Biologin, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Veitshöchheim

Das funktioniert so: Rosenblätter abzupfen, Zucker dazu und in den Mixer. Die cremige Paste dann zum Trocknen auf ein Backpapier streichen.

Ringelblumen eignen sich gut, um Brote zu verschönern. Nebenbei liefern die Blumen noch Vitamine, Mineralien und sekundäre Inhaltsstoffe.

Ziest und Wiesenpippau: Gerb- und Bitterstoffe

Auf dem Daxlbergerhof in Siegsdorf trifft Fero Andersen Kräuterpädagogin Gabi Buchöster. Bei ihr blühen zum Beispiel der Ziest und der Wiesenpippau, die Gerb- und Bitterstoffe enthalten.

"Die Gerb- und Bitterstoffe sind für unseren Stoffwechsel unheimlich gut. Das heißt, sie regen den Leber- und Gallefluss an sowie die Verdauung."

Gabi Buchöster, Kräuterpädagogin, Siegsdorf

Ziest, Wiesenpippau und Holunder

Ins Blütenkörbchen kommen zum Pippau noch die entkrampfend wirkende Schafgarbe, die Flockenblume gegen freie Radikale und der Holunder gegen Entzündungen.

Rezepte mit Blüten

Gabi Buchöster und Fero Andersen machen Blütenbutter – aus Flocken- und Kornblumen sowie gemischten grünen Kräutern, die viel Eisen enthalten. Die Zutaten mit Salz, Pfeffer und Zitronenschalenabrieb abschmecken und kräftig umrühren.

Außerdem auf dem Plan: Käse-Salat mit Wiesenblumen und Wiesenkräutern. Darin: Schafgarbenblüten und Brennnesselsamen, die Energie liefern. Die kleine Braunelle stärkt die Leber, von der Taubnessel kann man sowohl die Blüten als auch die Blätter nehmen.

Als Getränk gibt es Blütenlimonade – mit Holunder, Rosenblüten, frisch gepresstem Zitronensaft, Wasser und Apfelsaft.

Gesundheit wünscht: Guten Appetit!


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