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Dermatologie am Klinikum Nürnberg   Weißer Hautkrebs: Transplantation nach Tumorentfernung

Wenn die Not am größten ist, sind sie zur Stelle, die Retter, Pfleger und Ärzte. Regelmäßig zeigt "Gesundheit!" den Alltag in Bayerns Kliniken und geht mit den Docs auf Schicht. Diesmal geht es ins Klinikum Nürnberg Nord zu den Dermatologen. Dort behandeln die Ärzte Wunden, Allergien, Ausschläge. Außerdem stehen eine Hauttransplantation und die Entfernung eines Hautkrebstumors an. "Gesundheit!" ist einen Tag mit dabei – auf Station, in der Ambulanz und im OP.

Von: Florian Heinhold

Stand: 30.11.2020

Professor Erwin Schultz und sein Team in der Dermatologie des Klinikums Nürnberg Nord haben jeden Tag mit Hautkrebspatienten zu tun, in allen Ausprägungen und Stadien.

Auf der Morgenvisite erzählt ein Patient mit weißem Hautkrebs, der zwar weniger gefährlich aber dennoch unangenehm ist, von seiner Erkrankung. Er war in seiner Jugend ein begeisterter Sportler und Tourengeher.

"Meine Haut ist offensichtlich beleidigt. Sie ist nachtragend, für das was sie vor Jahren hat aushalten müssen."

Patient der Dermatologie

Hauttransplantation am Ohr

An der Stelle am Ohr des Patienten, wo zuvor der Tumor entfernt wurde, muss Professor Schultz eine Hauttransplantation durchführen, damit die Wunde schnell wieder gut verheilen kann.

Heller Hautkrebs: Die Versorgung der Wunden mit Transplantaten erfordert Maßarbeit.

Die OP findet unter Lokalanästhesie statt, der Patient ist immer ansprechbar. Prof. Schultz präpariert zunächst das Ohr und zeichnet dann eine Stelle am Arm ein, wo die Haut entnommen werden soll. Das entfernte Hautstück wird im Anschluss millimeter- und passgenau am Ohr festgenäht.

Doch der größere Eingriff des Tages steht noch bevor. Eine junge Mutter war mit einem unregelmäßigen Muttermal zur Vorsorgeuntersuchung gegangen. Die Diagnose "schwarzer Hautkrebs" hat sie völlig unvorbereitet getroffen. Jetzt wird die OP durchgeführt, die für das weitere Leben der Patientin entscheidend ist: Nach dem Tumor wird auch der sogenannte Wächterlymphknoten entfernt. An ihm zeigt sich, wie fortgeschritten die Krebserkrankung ist.

"Wenn der Tumor gestreut haben sollte, dann finden sich in diesem Wächterlymphknoten normalerweise Tumorzellen. Ob der Lymphknoten befallen ist oder nicht, hat eine erhebliche Bedeutung für die Prognose, also für die Lebenserwartung."

Prof. Dr. med. Erwin Schultz, Dermatologe, Klinikum Nürnberg

Schwarzer Hautkrebs: Hat er gestreut? 

"Wenn jetzt eine Lymphknoten-Metastase da wäre, müsste die Patientin eine weitere Lymphknotendissektion bekommen. Das heißt, dass das ganze Gebiet ausgeräumt wird."

Dr. med. Andreas Haußler, Dermatologe, Klinikum Nürnberg Nord

Dr. Andreas Haußler führt den Eingriff durch. Das Melanom, wie der schwarze Hautkrebs auch heißt, war am Oberschenkel. Zunächst schneiden die Ärzte die umliegende Haut großflächig weg und damit alle Tumorzellen. Den Wächter-Lymphknoten zu finden, ist schwierig. Vor der OP wurde er mit einer schwach-radioaktiven Substanz gekennzeichnet.

Dr. Haußler sucht die genaue Stelle mit einer Art Geigerzähler. In Präzisionsarbeit entfernt das Team den Lymphknoten. Der muss im Labor auf Tumorzellen untersucht werden. Am Tag der OP steht das Ergebnis noch aus – doch einige Wochen später kommt die gute Nachricht: Der Tumor hatte noch nicht gestreut.

Allergologische Ambulanz

Neben den beiden Hautkrebs-Operationen begleitet Gesundheit! das Team in der allergologischen Ambulanz, das heute einer Patientin mit Wespenstich-Allergie hilft und trifft eine Patientin, die an einer seltenen Antoimmunerkrankung leidet.


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