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Übertriebene Hygiene? So schädlich sind antibakterielle Reiniger

Sauber und keimfrei soll es zu Hause sein. Das meinen viele und nutzen Desinfektionsmittel im Alltag. Doch die sind alles andere als harmlos, nutzen wenig und sind teilweise sogar schädlich. Das meinen Experten.

Von: Nils Walker

Stand: 05.11.2018

Wichtig vor allem bei Krankheiten: gründliche Handhygiene.

Wenn zu Hause jemand eine ansteckende Krankheit hat, ist Hygiene besonders wichtig. Dann empfehlen auch Ärzte Desinfektions-mittel, um andere Familienmitglieder vor einer Infektion zu schützen. Doch viele Menschen mögen es auch im normalen Alltag keimfrei: Sie verwenden antibakterielle Reiniger und Desinfektionsmittel für die Hände. Doch das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt: Viele der Mittel sind giftig und können Allergien auslösen. Oft enthalten sie Alkohole, ätzende Säuren oder Chlor. Die Substanzen können die Haut reizen oder sogar schädigen.

Antibakterielle Reiniger: Warnung vor übertriebener Hygiene

Sind antibakterielle Reiniger im Alltag notwendig?

Vom Gebrauch antibakterieller Reiniger in Privathaushalten raten Umweltmediziner und Hygieneexperten ab. Übertriebene Hygiene sei schädlich: Vor allem Kinder müssen sich mit Keimen auseinandersetzen, um ihr Immunsystem zu trainieren und Krankheiten zu vermeiden. Die im Haus normalerweise vorhandenen Bakterien sind keine Krankheitserreger sondern harmlos - anders als die aggressiven Substanzen in antibakteriellen Reinigern.

Laut einer Studie traten in Haushalten, die mit antibakteriellen Reinigern putzten, mehr Krankheiten auf als in anderen Haushalten. Möglicherweise werden Bakterien durch den ständigen Kontakt mit den Reinigern resistent gegen antibakterielle Wirkstoffe.

Rissige Hände

Zu viel Hygiene: Rissige Hände sind anfällig für schädliche Bakterien.

Zu viel Hygiene kann Menschen mit empfindlicher Haut schaden. Ein typisches Bild in Hautarzt-Praxen sind rissige, teilweise sogar blutige Hände. Um die gereizte Haut zu regenerieren, werden zum Beispiel Kortison-Cremes eingesetzt. Es kann Monate dauern, bis die Haut wieder gesund ist. Schon Händewaschen strapaziert den Schutzmantel der Haut. Sie braucht danach Zeit, um sich wieder aufzubauen. Die in Desinfektionsmitteln enthaltenen Alkohole lösen den Schutzfilm zusätzlich. Die Haut wird anfällig für schädliche Bakterien.

Gereizte Atemwege

Auch die Atemwege leiden unter zu viel Hygiene. Vor allem bei der Anwendung von Sprühflaschen können Chemikalien über die Atemwege in den menschlichen Körper gelangen. Die empfindlichen Schleimhäute reagieren darauf mit Brennen in der Kehle, Hustenanfällen und Rötungen.

Antibakterielle Reiniger: Desinfektion wirkt nur kurz

Gesundheitsrisiko: Durch Versprühen können Chemikalien in den Körper gelangen.

Die Wirkung von antibakteriellen Reinigern ist nach Ansicht von Experten von kurzer Dauer. In einer normalen Umgebung sind die Bakterien nach wenigen Minuten wieder da. Deshalb ist es unnötig, Gegenstände und Flächen im Haushalt zu desinfizieren.


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