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Dehnungsstreifen Helfen Microneedling und CO2 Laser?

Schluss mit den lästigen roten oder weißen Streifen auf der Haut! Die Behandlungsmethoden Microneedling und CO2 Laser sollen die Narben verblassen lassen. Funktioniert's?

Von: Antje Maly-Samiralow

Stand: 29.06.2020

Wenn sich die Haut schnell ausdehnen muss, kann es passieren, dass die Hautfasern reißen. Das Ergebnis sind narbenartige Streifen – allgemein als Dehnungs- oder Wachstumsstreifen bekannt.

Frauen sind deutlich häufiger davon betroffen als Männer. Dehnungsstreifen sind je nach Hauttyp höchst individuell, sowohl in ihrer Tiefe, im Relief als auch in der Ausdehnung. Meist entstehen sie an Oberschenkeln, Gesäß, Hüften, Armen und im Lumbosakralbereich.

"Dehnungsstreifen entstehen in der Regel durch eine akute, rasche Überdehnung des Gewebes, vor allem der Lederhaut, zum Beispiel in der Spätphase der Schwangerschaft oder auch in der Pubertät durch rasches Wachstum. Es kommt vor allem zum Einreißen der kollagenen und der elastischen Fasern. Diese degenerieren dann. Es kommt zu einer leichten Entzündung. Deshalb sieht man zuerst rote Dehnungsstreifen. Der Entzündungsprozess klingt mit der Zeit ab, sodass die Streifen immer heller werden. Zusätzlich atrophiert die Oberhaut, so dass es zu diesem zigarettenpapierähnlichen Aussehen kommt."

PD Dr. med. Alexander Konstantinow, Dermatologe, Klinikum rechts der Isar, München

Frische Dehnungsstreifen gleichen in ihrem Erscheinungsbild frischen Narben. Sie sind ebenfalls rötlich bis violett gefärbt und strukturell erhaben. Ältere Dehnungsstreifen gleichen älterem Narbengewebe, heben sich hell von der umliegenden Haut ab und sinken leicht ab, weshalb sie als Dellen oder Rillen wahrgenommen werden. Vor allem im Sommer unterscheiden sie sich deutlich sichtbar von der gebräunten Haut.

Microneedling: Behandlung mit Präzisionsnadeln

Neben Kosmetikprodukten werden unterschiedliche Verfahren angeboten, die das Erscheinungsbild von Dehnungsstreifen verbessern sollen. Eine davon ist die Mikroneedlingmethode. Dabei werden der Haut mithilfe von Präzisionsnadeln tausende mikroskopisch kleine Verletzungen in Form von Einstichlöchern zugefügt. Die damit einhergehenden intradermalen Blutungen ziehen Wundheilungsprozesse nach sich, die wiederum zu einem Umbau der Hautstrukturen führen. Dabei wird das narbenartige Gewebe durch neue, gesunde Hautfasern ersetzt.

"Nach dreimaliger Behandlung kann man eine deutliche Zunahme an kollagenen und elastischen Fasern feststellen, das heißt die obere Lederhaut hat sich mit kollagenen und elastischen Fasern aufgefüllt. Zudem sehen wir eine Verbesserung der Oberhaut, die dicker wird und damit ein besseres Hautbild abgibt. Studien zufolge werden die besten Ergebnisse mit drei Millimeter langen Nadeln erzielt. Die Behandlung sollte allerdings durch anschließendes Auftragen von Vitamin A-haltigen Cremes begleitet werden und/oder dem Trinken von höheren Vitamin C-Dosen, also Maßnahmen, die die Kollagenbildung zusätzlich fördern."

PD Dr. med. Alexander Konstantinow, Dermatologe, Klinikum rechts der Isar, München

Fraktionierte CO2 Laserbehandlung

Eine weitere Behandlungsmethode ist der Einsatz eines fraktionierten CO2-Lasers, der ebenfalls Mikroverletzungen verursacht und im Nachgang Umbauprozesse der Haut nach sich zieht.

"Mit dem fraktionierten Laser setzen wir lauter mikroskopisch kleine Verletzungen unter der Haut. Diese kleinen Verletzungen führen dann dazu, dass der Körper das Narbengewebe, das wir behandeln, umbaut und durch gesunde Haut ersetzt."

PD Dr. med. Gerd Gauglitz, Facharzt für Dermatologie, München

Untersuchungen zeigen, dass der Einsatz eines fraktionierten Lasers sowohl die Länge als auch die Tiefe und damit das Erscheinungsbild von Dehnungsstreifen beeinflussen kann.

"Wir wollten wissen, wie gut die Ergebnisse des fraktionierten Lasers sind und haben deshalb eine Studie durchgeführt. Dabei konnten wir bei ungefähr 16 Patienten zeigen, dass nach drei Sitzungen die Dehnungsstreifen unauffälliger, flacher und kürzer wurden. Das wichtigste war allerdings, dass sich die Lebensqualität der Patienten deutlich verbessert hat und sie deutlich zufriedener mit ihrem Aussehnen waren, auch wenn die Streifen natürlich nicht ganz weggingen."

PD Dr. med. Gerd Gauglitz, Facharzt für Dermatologie, München


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