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Sondersendung "Gesundheit! spezial" Coronavirus in Bayern – Wie groß ist die Gefahr?

Das Coronavirus hat Bayern erreicht. Aber wie gefährlich ist der Erreger aus China wirklich? Woran erkennen wir die Symptome? Wie schützen wir uns? Antworten liefern Experten in der Sondersendung "Gesundheit! spezial".

Von: Veronika Beer

Stand: 28.01.2020

Coronavirus in Bayern - der erste infizierte Deutsche liegt isoliert im Klinikum München Schwabing. | Bild: picture-alliance/dpa

Das Coronavirus hat Bayern erreicht: Ein 33-Jähriger aus dem Landkreis Landsberg infizierte sich während der Arbeit bei einer chinesischen Kollegin. Die Frau leitete eine Schulung in Oberbayern und wurde nach ihrer Rückkehr in China positiv auf das Virus getestet.

Mann mit Coronavirus hatte mindestens 40 enge Kontaktpersonen

Der Patient liegt isoliert im Klinikum München Schwabing. Sein Zustand wird von Ärzten und Behörden als "gut" beschrieben. Derzeit wird geprüft, wer mit dem Erkrankten in Kontakt gekommen ist. Nach Behördenangaben soll der Mann mindestens 40 enge Kontaktpersonen in seiner Firma und Familie gehabt haben. Es werde auch ein Kindergarten überprüft, in dem Kinder des 33-Jährigen untergebracht sind.

Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gibt es noch keine weiteren Verdachtsfälle.

Gefahr, Symptome und Erkenntnisse von SARS und MERS

"Gesundheit! spezial" zeigt, wie die Menschen vor Ort in Starnberg auf den Fall reagieren – Atemschutzmasken sind bereits ausverkauft. Wie gefährlich ist der Erreger wirklich, welche Symptome gibt es? Wie können wir uns am besten gegen die neue Lungenkrankheit schützen, und was haben wir aus früheren Epidemien wie SARS und MERS gelernt? Die Virologin Prof. Dr. Ulrike Protzer vom Insitut für Virologie der TU München steht Rede und Antwort.

Was ist das neue Coronavirus?

Der neue Erreger gehört zum Stamm der Coronaviren. Harmlose Typen führen oft nur zu leichten Erkältungen. Das neue Coronavirus hingegen kann zu schweren Atembeschwerden, Lungenentzündungen und hohem Fieber führen. Gefährlich werden kann das Virus für ältere und kranke Menschen, ähnlich wie bei einer Grippe. Ein tödlicher Verlauf hat sich, bisherigen Berichten zufolge, immer dann ergeben, wenn Vorerkrankungen im Spiel waren.

Wie überträgt sich die Krankheit?

Wie alle Coronaviren wurde auch der neue Erreger zunächst vom Tier auf den Menschen übertragen. Die chinesische Regierung hatte bestätigt, dass das Virus auch mittlerweile von Mensch zu Mensch übertragen wird, darunter auch durch Tröpfcheninfektion etwa beim Husten. Das Virus soll sich vor allem in den unteren Lungenbereichen ansiedeln und weniger in den oberen Atemwegen.

Was hat das neuartige Coronavirus mit der SARS-Pandemie zu tun?

Viele Mediziner vergleichen das neue Virus mit dem SARS-Erreger. SARS steht für "Severe Acute Respiratory Syndrome", also "Schweres Akutes Atemwegssyndrom". Bei der SARS-Pandemie 2002/2003 war der Ausbruch anfangs vertuscht worden, was eine schnelle Reaktion verhindert und die Verbreitung begünstigt hatte. Von China ausgehend brach eine weltweite Pandemie mit 8.000 Infizierten aus, etwa 800 Menschen starben.

Hotline und weitere Infos zum Coronavirus

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat eine Coronavirus-Hotline eingerichtet. Unter der Telefonnummer 09131/6808-5101 können besorgte Menschen Fragen stellen.

Wichtige Informationen zum Coronavirus und dem ersten bestätigten Fall in Bayern sind zudem auf der Internetseite des bayerischen Gesundheitsministeriums unter www.coronavirus.bayern.de zu finden. Auch die Barmer-Krankenkasse hat bereits eine Hotline geschaltet.


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