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Luftreiniger Wie gut lassen sich Viren herausfiltern?

Bei Allergikern stehen sie schon lange hoch im Kurs - doch seit Beginn der Corona-Pandemie haben sie Hochkonjunktur: Luftreiniger. Aber ist ihr Einsatz wirklich sinnvoll? Gesundheit! macht den Praxistest und stellt die gängigsten Luftreinigungstechniken vor: Schwebstofffilter, UV-C-Licht und Ionisierung.

Von: Antje Maly-Samiralow

Stand: 11.01.2021

Luftreiniger filtern aus der Raumluft sowohl Partikel wie Staub und Pollen, aber auch Gerüche und Chemikalien, etwa Formaldehyd. Anfang 2020 hat Stiftung Warentest handelsübliche Geräte auf ihre Filterqualität im Hinblick auf Pollen, Formaldehyd sowie Zigarettenrauch getestet. Aktuell laufen Tests, die solche Geräte auf ihre Filterqualität bezüglich Krankheitserregern wie Viren untersuchen.

Sowohl das Bundesumweltamt als auch die Verbraucherzentrale NRW weisen darauf hin, dass mobile Luftreiniger für den privaten Haushalt allein kein Garant für eine saubere und virenfreie Luft sind. Sie können zusätzlich eingesetzt werden. Allerdings sollten sowohl bei der Anschaffung als auch beim Betrieb einige Regeln beachtet werden.

Raumgröße beachten

Wer einen Luftreiniger anschaffen möchte, sollte sich zunächst überlegen, für welche Räumlichkeiten das Gerät gedacht ist. In der Regel wird es sich um den gemeinsam genutzten Wohnbereich handeln.

Die Hersteller geben meistens an, für welche Raumgröße ihre Geräte ausgelegt sind. Zur Berechnung misst man die Quadratmeter, die mit der Raumhöhe multipliziert werden, um das Raumvolumen zu ermitteln.

Rijnder Mier ist Experte für Luftfiltersysteme und weiß, was man bei der Anschaffung eines geeigneten Gerätes beachten sollte:

"Damit die Raumluft zuverlässig von Viren gereinigt werden kann, muss sie vier- oder noch besser sechsmal pro Stunde umgewälzt werden. Das erfordert – je nach Raumgröße – ein leistungsstarkes Gerät. Während das zu reinigende Zimmer besetzt ist, muss der Lüfter durchgängig laufen, im Zweifelsfall den ganzen Tag."

Rijnder Mier, Sachverständiger für Raumluftmessungen, Forstern

Unterhalt der Geräte

Für den privaten Gebrauch empfiehlt sich die Anschaffung eines Luftreinigers auf Basis von Schwebstofffiltern der Klasse H13 oder H14. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass das Gerät über herausnehmbare Vorfilter verfügt, die regelmäßig gereinigt werden können. Alle Luftreiniger mit Schwebstofffiltern müssen nach entsprechender Betriebsdauer nachgerüstet, die Filter also ausgetauscht werden. Die Filtersysteme werden in vielen Fällen als Paket angeboten, bestehend aus Vorfiltern und Hauptfilter und kosten etwa 80 Euro.

Aufstellung des Gerätes

"Ein Luftreiniger sollte immer dort aufgestellt werden, wo man sich aufhält. Denn die Luftreinigung ist in unmittelbarer Nähe des Gerätes am effektivsten."

Rijnder Mier, Sachverständiger für Raumluftmessungen, Forstern

Vorsicht beim Einsatz von UV-C-Lampen und Ionisationsgeräten

"Sowohl beim Betrieb von Ionisationsgeräten als auch schlecht isolierten UV-C-Lampen kann es zum Austritt von Ozon kommen, das schädlich für die Atemwege ist."

Rijnder Mier, Sachverständiger für Raumluftmessungen, Forstern

Qualitätsnachweis

Viele Anbieter werben mit dem Versprechen, dass ihre Geräte 99,99 Prozent aller Viren aus der Raumluft entfernen. Da es in Deutschland keine Zulassungsbestimmungen für Luftreiniger gibt, sind solche Angaben schwer zu überprüfen. Seriöse Anbieter stellen ihren Kunden entsprechende Nachweise zur Verfügung, die im Zweifelsfall angefragt werden sollten

Und noch ein Tipp von Rijnder Mier:

"Ein Luftreiniger sollte gut abgedichtet und die Filter bündig eingebaut sein, damit die angesogene Raumluft im Gerät die Filter passiert und nicht ungefiltert wieder ausgestoßen wird, was beispielsweise bei schlechter Abdichtung der Fall sein kann."

Rijnder Mier, Sachverständiger für Raumluftmessungen, Forstern


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