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SARS-CoV-2 Mit Hausmitteln gegen das Coronavirus?

Selbstgemachtes Desinfektionsmittel, hochprozentiger Alkohol, Sesamöl: In der Coronakrise versuchen einige Menschen, sich mit Hausmitteln vor dem SARS-CoV-2-Virus zu schützen. Mythos oder Wahrheit? Welche Mittel helfen wirklich gegen das Coronavirus?

Von: Madlen Zeller

Stand: 08.06.2020

Hochprozentiger Alkohol

Ab einem Alkoholgehalt von 60 Prozent zerstören Desinfektionsmittel die Hülle des Coronavirus, die aus Eiweiß und Fett besteht. Die Viren können dann nicht mehr an den Körperzellen andocken. Deswegen schwören einige jetzt auf hochprozentigen Alkohol wie Klosterfrau Melissengeist oder Echt Kölnisch Wasser.

Die beiden Mittel enthalten tatsächlich mehr als 60 Prozent Alkohol und sollten damit gegen die Coronaviren helfen, wenn sie nicht verdünnt werden. Besser sind aber professionelle Desinfektionsmittel mit geprüfter Sicherheit.

Mundwasser und Sesamöl

Die Nasenschleimhäute mit Sesamöl bestreichen? Mit Mundwasser oder hochprozentigem Alkohol gurgeln? Immer wieder wird fälschlicherweise behauptet, dies hindere das Coronavirus am Eindringen in den Körper.

Doch diese Mittel stoppen das Coronavirus nicht. Ganz in Gegenteil! Die scharfen Substanzen können Schleimhäute und Mundflora zerstören und damit sogar zu Eintrittspforten für das Virus werden.

Spezielle Putzmittel

Wirken spezielle Reinigungsmittel mit einem "3-fach Schutz" auch gegen SARS-CoV-2? Solche Putzmittel enthalten meist Säuren oder Tenside, die das Coronavirus auf Oberflächen tatsächlich abtöten können. Wichtig ist aber vor allem, dass die Reinigung den Schmutz reduziert. Das nimmt den Viren die Lebensgrundlage.

Hygiene-Spray aus Ethanol und Pestizid

Sprays aus dem Alkohol Ethanol und dem Pestizid DDAC, einer Ammoniumverbindung, können gegen sogenannte behüllte Viren wirken.

SARS-CoV-2 zählt zwar zu den behüllten Viren. Ob die im Spray verwendete Konzentration des Alkohols und des Pestizids aber gegen das neuartige Coronavirus ausreicht, ist noch nicht nachgewiesen und muss erst noch erforscht werden.

Mehr Putzen gegen das Coronavirus?

Hilft häufigeres Putzen mit aggressiven Reinigungsmitteln gegen die Ausbreitung des Coronavirus in den eigenen vier Wänden?

Experten raten: Solange in einem Haushalt keine SARS-CoV-2-Infektion bekannt ist, sollte man nicht mehr putzen als üblich und vor allem keine schärferen Produkte verwenden. Denn wer beim Putzen die scharfen Dämpfe einatmet, belastet seine Schleimhäute. Dies macht sie anfälliger für Infektionen.


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