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Corona-Impfschutz Geimpft, und dann?

Unbeschwert Freunde und Familie treffen - für vollständig Geimpfte ein Wunsch, der wahr werden kann, wenn von ihnen keine Ansteckungsgefahr mehr ausgeht. Ist das so?

Von: Caroline Hofmann

Stand: 20.04.2021

Die Impfungen gehen, wenn auch eher stockend, voran. Mittlerweile haben mehr als 6,6% Prozent der Bevölkerung ihre zweite Dosis erhalten. Doch wie sollen sich die Geimpften dann verhalten? Sind sie imun und können wirklich niemanden mehr anstecken?

Sind Geimpfte noch ansteckend?

Die gute Nachricht: Wer zweimal mit Astrazeneca, Moderna oder Biontech geimpft wurde, erkrankt mit einer hohen Wahrscheinlichkeit nicht mehr an Covid-19.

"Wenn man geimpft ist, ist man - nach der Studienlage - die sagt, die Ansteckungsgefahr ist zu 95 % Prozent reduziert, keine Gefahr mehr für andere. Aber 95 % Prozent sind eben nicht 100 % Prozent."

Dr. med. Ulrike Protzer, Virologin TU München und Helmholtz Zentrum

Laut RKI soll spätestens ab dem 15. Tag nach der zweiten Dosis der volle Impfschutz aufgebaut sein und seine hohe Schutzwirkung entfalten. Selbst wenn es nach einer Impfung noch zu einer Infizierung kommt, sei „die Viruslast signifikant reduziert“ und die Infektiosität halte weniger lange an.

Digitaler Impfausweis: Pilotprojekt Altötting

Mit der Klärung der Frage um die Schutzwirkung der Impfung, wird gleichzeitig die Frage nach Erleichterungen für Geimpfte laut. Ein bundesweiter digitaler Impfpass ist in Planung und soll laut Gesundheitsministerium voraussichtlich Ende des zweiten Quartals 2021 bereitgestellt werden.

Im bayerischen Altötting gibt es einen solchen digitalen Impfpass bereits. Ein Pilotprojekt, das der Ort auf eigene Faust eingeführt hat. Der Ausweis ist etwa so groß, wie ein Personalausweis und auf einem QR-Code sind alle Daten der Impfung digital abrufbar.

Die Technik soll als Vorbild für den digitalen Impfausweis der Bundesregierung dienen, darüber hinaus bringt der Ausweis den Einwohnern von Altötting aber noch keine Vorteile.

Mit guten Gefühl zum Dienst

BRK-Notfallsanitäter Wolfgang Aigner hat den Ausweis seit Ende Januar. Er ist froh über die Nachricht, das Virus durch den Impfschutz nicht weiterzutragen und selbst mit hoher Wahrscheinlichtkeit nicht infiziert zu werden.

"Grade bei einer Wiederbelebung mit Beatmung, da hat man keine Möglichkeiten mehr große Distanz zu wahren. Das war am Anfang schon problematisch, weil wir ja nicht gewusst haben, trag ich was nach Hause."

Wolfgang Aigner, BRK-Notfallsanitäter Altötting

Mit Impfung mehr Freiheiten?

"Es gibt natürlich in den verschiedenen geografischen Regionen unterschiedliche Virusmutanten und -varianten, die zirkulieren und was diese Varianten zumeist gemein haben: sie sind infektiöser. Das heißt, wir haben eine Risikoreduktion, aber es besteht weiter ein Risiko, dass sie sich anstecken, sie erkranken und mitunter auch einen schweren Verlauf haben."

Dr. med. Michael Ramharter, Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

Einen Unterschied gibt es für Geimpfte in Bayern bereits. Wenn sie den vollen Impfschutz aufgebaut haben, müssen sie nach Kontakt zu Coronainfizierten nicht mehr in Quarantäne. Weitere Freiheiten beispielsweise bei Reisen könnten folgen. Doch das ist nicht unproblematisch, denn einige Mutationen bleiben gefährlich.


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