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Regional und saisonal Vitamin-Bombe: Gemüse aus der Region

Regionales Gemüse ist besonders gesund. Gesundheit!-Reporter Fero Andersen hilft bei der Ernte in der solidarischen Landwirtschaft Blumenthal und lernt, warum kurze Transportwege gut für die Vitamine sind. Und: Wie man Gemüse zu Hause richtig lagert.

Von: Nora Zacharias

Stand: 22.02.2021

Gesundheit!-Reporter Fero Andersen ist einen Tag Erntehelfer in der solidarischen Landwirtschaft Blumenthal bei Aichach. Hier wird Bio-Gemüse angebaut.

Vom Acker auf den Teller

Eigentlich sollte er heute Wirsing, Palmkohl und Lauch ernten, aber es hatte letzte Nacht Minusgrade und die Ernte ist nicht möglich.

"Es ist zum Ernten zu kalt und auch für das Gemüse nicht gut, weil es gefroren ist. Es würde sich durch die Ernte in der Struktur deutlich verändern."

Antje Frahammer, Gärtnerin

Das Gemüse schlummert also noch ein paar Tage weiter unter der Schneedecke. Es gibt aber trotzdem Arbeit, denn die solidarische Landwirtschaft Blumenthal hat noch ein Gewächshaus, in dem momentan frische Salate wachsen.

Erst ernten, waschen, dann im Gemüselager einen Stand aufbauen. Fero Andersen und die Gärtnerin Antje Frahammer müssen sich beeilen. Denn am Nachmittag werden Feldsalat und Lagergemüse - unter anderem Rote Beete, Möhren und Sellerie - von den Mitgliedern der solidarischen Landwirtschaft abgeholt.

Das Konzept solidarische Landwirtschaft

Hinter der solidarische Landwirtschaft Blumenthal - kurz SoLaWi - steht folgendes Konzept: Ein Hof oder eine Gärtnerei versorgt eine Gruppe von Menschen in der näheren Umgebung mit Lebensmitteln. Die sogenannte Verbrauchergemeinschaft.

Das Konzept solidarische Landwirtschaft

Im Gegenzug stellt diese Gruppe die nötigen Mittel für die Lebensmittelerzeugung zur Verfügung. Das heißt, sie geben Geld oder helfen sogar manchmal mit. Am Ende teilen sich alle Beteiligten die Ernte und die Verantwortung.

Das ist zum einen gut für die Landwirtschaft, da nur so viel produziert wird, wie auch benötigt wird. Dadurch werden keine Lebensmittel verschwendet. Und die Umwelt profitiert davon, denn durch den regionalen Bezug verkürzen sich die Transportwege.

Kurze Transportwege, gut für die Vitamine

Das Konzept solidarische Landwirtschaft ist nicht nur ökologisch sehr wertvoll. Die kurzfristige regionale und saisonale Ernte ist auch das Beste für den Vitaminerhalt.

Denn zum einen sind einheimische Obst- und Gemüsesorten besonders unempfindlich bei der Lagerung. Wintergemüse wie Kohl oder Rote Beete halten zum Beispiel ihre Nährstoffe besser und länger beisammen als die ausländischen Kollegen. Zusätzlich verlieren Gemüse und Obst Vitamine durch den Transport, durch Licht und falsche Temperatur.

Die Ernährungsberaterin Daniela Krehl erklärt das am Feldsalat, den Vitamin-C Weltmeister unter den Salaten.

"Hier ist es ganz wichtig, dass der schnell verzehrt wird, weil Vitamin C sehr empfindlich gegen Stauerstoff und gegen Wärme ist."

Daniela Krehl, Ernährungsberaterin, München

Oft wird bei langen Transportwegen unreif geerntet. Das ist nicht gut für den Vitaminhaushalt. Ein Vorteil der solidarischen Landwirtschaft.

"Zum einen kann ich natürlich sehr frisch alles verarbeiten, weil ich kurze Transportwege habe. Und: Es kann natürlich voll reif geerntet werden. Und das bedeutet, dass in dem Gemüse wirklich richtig viele Vitamine stecken."

Daniela Krehl, Ernährungsberaterin, München

Wichtig für die Vitamine: Die richtige Lagerung zu Hause

Auch wenn das Gemüse in der solidarischen Landwirtschaft durch kurze Transportwege und frische Ernte keinen großen Vitaminverlust hat, können in der Lagerung daheim auch noch viele Fehler gemacht werden.

Deshalb gibt es folgende Möglichkeiten die Vitamine zu schützen:

Den Feldsalat in ein Tuch wickeln und in den Kühlschrank legen.

"Der Vitaminverlust ist deutlich höher, wenn die Blätter welken. Und das versuche ich durch das feuchte Tuch zu verhindern."

Daniela Krehl, Ernährungsberaterin, München

Den Kürbis am besten nicht in die Obstschale legen. Denn dieser zeichnet sich durch einen hohen Beta-Carotin-Gehalt aus. Und der ist sehr lichtempfindlich. Das heißt, wenn man ihn nicht sofort isst, eher dunkel lagern. 

Auch bei Würzelgemüse hat Daniela Krehl einen Tipp. Nicht abwaschen und in ein Säckchen legen.

"Die Erde bildet eine Schutzschicht. Wäscht man diese weg, kann das Gemüse leichter austrocknen. Und dadurch verliert man Vitamine."

Daniela Krehl, Ernährungsberaterin, München

Und noch ein Vorteil: Durch das Säckchen wird der Kühlschrank trotz der Erde nicht dreckig.


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