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Langlaufen und Schießen Biathlon-Schnupperkurs

Ausdauer und absolute Konzentration: Biathlon ist mit Langlaufen und Schießen ein beliebter Wintersport. Die gegensätzlichen Sportarten verlangen den Athleten jedoch einiges ab. Reporterin Veronika Keller testet den Sport – beim Biathlon-Schnupperkurs.

Von: Annette Hammerschmidt

Stand: 25.02.2019

"Auf Langlaufski bin ich schon ein paar Mal gestanden, aber schießen und Gewehre - das ist überhaupt nicht mein Ding!"

Veronika Keller, Reporterin

Die richtige Ausrüstung für den Schnupperkurs in Kaltenbrunn bei Garmisch-Partenkirchen bekommt Veronika Keller bei Horst Demmelmayr. Er ist seit 22 Jahren Materialwart beim Biathlon-Team Werdenfels. Wichtig: die richtige Länge der Ski und der Stöcke. Die Stöcke sind zum Beispiel viel länger als beim Alpin-Ski und sollten circa bis zum Schulterbereich gehen. Langlauf-Schuhe fallen häufig ein bisschen kleiner aus.

Dynamik und Geschwindigkeit beim Skating

Biathlon wurde von den Skandinaviern erfunden, die ihre Beute auf Skiern jagten. Später wurde die Sportart militärisch und seit 1960 ist sie olympisch. Übrigens: Auch Magdalena Neuner trainiert in Kaltenbrunn.

Beim Wachsen der Skating-Ski richtet man sich nach der Schneebeschaffenheit. Die fast unsichtbare Struktur in der Lauffläche sorgt für den nötigen Halt auf der Loipe.  Zum Schluss wird der Ski poliert.

Veronika Keller läuft sich ein. Beim Skating, wie dieser Langlauf-Stil heißt, geht es um Dynamik und Geschwindigkeit. Durch die Gewichtsverlagerung und das Balancieren auf einem Bein werden die stabilisierenden Muskeln besonders geschult.

Herausforderung: Training an der Waffe

Dann die Waffe: Im Biathlon wird mit Kleinkaliber-Gewehren geschossen, die zwischen 3,5 und 6 Kilogramm wiegen. Ausatmen, das Ziel austarieren, die Scheibe in 50 Metern Entfernung anvisieren, Luft anhalten und abdrücken: Veronika Keller ist ein bisschen nervös. Und - daneben. Der nächste Schuss: ein Treffer!

"Ich finde es richtig schwierig, die Waffe ruhig zu halten, wenn man außer Puste ist. Ich bin mal gespannt wie das klappt, wenn wir die Staffel laufen."

Veronika Keller, Reporterin

Enormer Trainingseffekt

Beim Gästebiathlon im oberbayerischen Kaltenbrunn sind Interessenten ab 16 Jahre jeden Mittwoch herzlich willkommen. Veronika Keller läuft heute zusammen mit Max und Claudia.

Der Trainingseffekt beim Biathlon ist enorm: Bauch, Po, Arme, Oberschenkel und Waden werden gleichzeitig beansprucht. Man verbrennt pro Stunde circa 1.000 Kilokalorien. Zum Vergleich: Dafür müsste man zwei Stunden schwimmen oder vier Stunden spazieren gehen.

Staffel-Wettkampf

Vor dem Start bekommen alle eine Einweisung in das Kleinkaliber-Gewehr, denn Sicherheit hat beim Biathlon - neben der sportlichen Fairness - oberste Priorität. Vier Teams mit je drei Läufern treten gegeneinander auf der 500 Meter langen Strecke an.

Der erste Läufer aus Team orange - Veronika Kellers Team - setzt sich gleich an die Spitze. Sie wird abgeklatscht und - und gibt beim Langlaufen alles. Wie wird es jetzt mit dem Schießen klappen? - Einatmen, Scheibe anvisieren Luft anhalten… - Fünf Schuss, vier Treffer! Geschafft!

Staffelpartner Max läuft die letzte Runde für Team orange. Es sieht gut aus, er führt und - gewinnt mit vollem Körpereinsatz! Und bei so einem echten Wettkampf darf natürlich das Wichtigste nicht fehlen: die Siegerehrung.

"Also das war ein Spitzentag, mir hat es total Spaß gemacht und ich habe gelernt: Biathlon ist nicht nur was für auf dem Sofa, sondern man kann das durchaus auch selbst ausprobieren. Ich kann es nur empfehlen."

Veronika Keller, Reporterin


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