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Ab in die Berge! Bergsteigen mit Kindern

Gesundheit! geht ins Gebirge, nach Tirol in den Wilden Kaiser. Gesundheit! Reporter Fero Andersen ist unterwegs mit sieben jungen Bergsteigern und dem „BergaufBergab“-Experten Michael Düchs.

Von: Peter Künzel

Stand: 19.03.2018

"Bergsteigen eignet sich super auch für Familien mit Kindern: Bewegung an der frischen Luft. Eigentlich gibt es nichts Besseres."

Michael Düchs, Bergführer, BeraufBergab

Bergsteigen mit Kindern: Die richtige Ausrüstung

Bergsteigen mit Kinder: Das muss mit!

  • Brotzeit
  • Wasserflasche
  • Klettergurt und Klettersteigset
  • Regenjacke für schlechtes Wetter
  • Helm gegen Steinschlag
  • Sonnenhut
  • ein warmes Fleece
  • eine Karte und
  • gute Schuhe
  • Erste Hilfe Päckchen
  • Handy für den Notruf.

Michael Düchs und seine beiden Brüder haben ihre Kinder mitgebracht. Insgesamt sieben Nachwuchs-Bergsteiger zwischen acht und vierzehn Jahren. Die zeigen uns, was man alles mitnehmen muss auf eine Bergtour. Dann kann´s losgehen. Ausgangsort ist Ellmau, das Ziel die Gruttenhütte. Die erste halbe Stunde ist geschafft, wir biegen ins Gelände ab und dann wird´s zum ersten Mal richtig steil.

Bergsteigen und Wandern: Motivation mit Spielen, Witz und Fantasie

Manche Kinder finden es einfach schön, in der Natur zu wandern und die Natur dabei zu beobachten. Andere lieben es, wenn sich alle ein bisschen anstrengen müssen. Andere entdecken immer Neues. Aber wie lassen sich Kinder motivieren, wenn die Tour länger dauert?

"Das hängt extrem vom Alter ab. Bei den kleinen Kindern hilft Geschichten erzählen wahnsinnig viel. Manchmal muss man auch tief in die Trickkiste greifen und zum Beispiel Gummibärchen verstecken oder nette Spielchen spielen. Zum Beispiel: Nicht den Boden berühren! Also zum Beispiel nur die Steine und nicht den Boden berühren."

Michael Düchs, Bergführer, BeraufBergab

Dabei schulen alle ganz spielerisch Trittsicherheit und Gleichgewichtsgefühl.

Bergsteigen mit Kindern: Regelmäßig Pause machen!

Nach gut einer Stunde kommt die heiß ersehnte erste Pause. Wie häufig sollte man mit Kindern Pause machen?

"Jetzt waren alle ein bisschen erschöpft. Also nach einer Stunde sollte man auf jeden Fall Pause machen, etwas trinken oder auch etwas ausziehen, wenn man zu warm angezogen ist. Und dann auch immer wieder alle halbe Stunde was trinken lassen. Genug Pausen sind wichtig."

Michael Düchs, Bergführer, BergaufBergab

Am Berg mit Kindern: Hinein in den Klettersteig?

Dann kommen die ersten richtig großen Herausforderungen. Alle setzen jetzt die Helme auf. Und dann sagen wir allen Kindern, dass wir uns jetzt ein bisschen konzentrieren, weil da jetzt eine Stelle ist, wo sie gut aufpassen müssen. Aber erklärt man den Kindern die Gefahr oder macht am besten so weiter, als wär es ein normaler Weg?

"Man sollte die Kinder schon sensibilisieren. Man stellt sich dann selber hin und sichert und macht klare Ansagen, was jetzt am besten ist, um sicher rüber zu kommen."

Michael Düchs, Bergführer, BergaufBergab

Bergsteiger-Regel für alle: Fordern, aber nicht überfordern!

Viele Wege führen zur Gruttenhütte, für uns zumindest zwei. Warum hat Michael Düchs zwei ausgesucht?

"Da gibt es einen Klettersteig, der ist interessant, aber durchaus anspruchsvoll. Deshalb möchte ich den nur mit den größeren Kindern gehen. Wichtig ist, dass man richtig einschätzt, was die Kinder können. Und wichtig ist auch, dass man sich selbst einschätzt. Wenn man in einem Gelände ist, wo man sich selbst fürchtet, dann hat man da mit Kindern erst recht nichts verloren. Für die anderen gibt es einen leichteren Weg außen herum."

Michael Düchs, Bergführer, BergaufBergab

Um sich im Klettersteig richtig zu sichern, brauchen die Kinder Klettersteigsets. Michael Düchs überprüft die immer selbst noch einmal ganz genau . Nach knapp 600 Höhenmetern ist dann endlich die Hütte in Sicht, auf der alle sicher sehr gut schlafen werden. So ein leichter Muskelkater ist doch zu spüren. Die Belohnung aber ist die Aussicht.

"Das ist wunderbar. Gerade wenn man mit Kindern unterwegs ist, hat man einen entspannten Abend, einen schönen Morgen, und so eine Hüttennacht ist ein tolles Erlebnis."

Michael Düchs, Bergführer, BergaufBergab

Bergsteigen mit Kindern: Abwechslung beim Abstieg

Der Abstieg ist ein bisschen anders als der Aufstieg. Ein leichter Klettersteig und dann nur noch direkt runter wieder zum Ausgangspunkt. Abwechslung ist wichtig. Durch den gut gesicherten Jubiläumssteig geht es dann spektakulär talwärts. Sind Stöcke sinnvoll?

"Wer ein bisschen Probleme hat, mit den Kniegelenken, da ist das auf jeden Fall sinnvoll oder wenn man einen sehr schweren Rucksack trägt. Aber wer gesunde Kniegelenke hat oder auch für die Kinder ist das gar kein Problem, ohne Stöcke zu gehen und es ist auch eine gute  Schulung fürs Gleichgewicht, ohne Stöcke zu gehen. Mit Stöcken gewöhnt man sich an, so einen dritten, vierten Fuß zu haben und das ist fürs Gleichgewichtsgefühl gar nicht so gut."

Michael Düchs, Bergführer, BergaufBergab

Letzte Herausforderung ist ein Geröllfeld, über das alle ganz vorsichtig in Richtung Tal rutschen. Was hat den jungen Bergsteigern am besten gefallen? Ihr Fazit:

"... Der Klettersteig. …
…Ich fand das Rutschen durchs Geröllfeld ganz toll ...
… Wo wir oben waren, hatte ich so ein schönes Gefühl, dass wir es geschafft haben …
… Ich fand den Ausblick sehr schön ...
… Ich fand´s schön, zusammen wandern zu gehen!"

Magdalena, Franz, Fina, Anna & Elisabeth


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