BR Fernsehen - Gesundheit!


14

30 Gramm sollten es sein Ballaststoffe: ein Must-have in der gesunden Ernährung

30 Gramm Ballaststoffe pro Tag. Das empfiehlt die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“. Aber nur rund ein Viertel der Deutschen kommen auf diese Tagesmenge. Deshalb möchte Gesundheit! Reporter Fero Andersen herausfinden, in welchen Lebensmitteln Ballaststoffe stecken.

Von: Nora Zacharias

Stand: 09.03.2021 09:55 Uhr

Ballaststoffgehalt in dunklen Mehlen höher

Seine erste Station: die Drax-Mühle in Rechtmehring. Müllerin Monika Drax zeigt am Korn, dass die Ballaststoffe in der äußeren Randschicht stecken. Im Vollkornmehl werden mehr Schalenanteile verarbeitet als bei weißen Mehl. Somit ist der Ballaststoffgehalt im dunklen Mehl höher. 

"Je heller ein Mehl, desto weniger Ballaststoffe. In einem ganz hellen Mehl sind ungefähr drei Prozent Ballaststoffe. Bei einem Vollkornmehl bis zu 12 Prozent."

Monika Drax, Müllermeisterin, Inhaberin Drax-Mühle

Zwei Scheiben Dinkelvollkornbrot, 1/5 des Tagesbedarfs

Monika Drax gibt Fero Andersen noch ein Rezept für ein Dinkelvollkornbrot aus ihrem Buch „Köstliches von der Müllerin“ mit. Eine Scheibe hat drei Gramm Ballaststoffe. Isst man zwei davon, ist schon ein Fünftel des Tagesbedarfs gedeckt.

Dinkelvollkornbrot

Zutaten:

1000 g Dinkel-Vollkornmehl
25 g Salz
25 g frische Hefe
1 l lauwarmes Wasser

Zubereitung:

1. Brühstück: 200 g Dinkelvollkornmehl mit kochendem Wasser übergießen, mit einem Schneebesen verrühren und abkühlen lassen.
2. Hauptteig: Aus den restlichen Zutaten und dem abgekühlten Brühstück einen weichen Teig kneten. Diesen 60 Minuten zugedeckt gehen lassen. Den Teig in zwei Laibe formen, dann weitere 30 Minuten ziehen lassen.
3. Backzeit: Backofen auf 250 Grad vorheizen, eine feuerfeste Schale mit Wasser in den Ofen stellen. Dann den Teig in die Kastenform ins Rohr schieben. Und Backtemperatur auf 190 Grad reduzieren. Nun, je nach Brotgröße 50 bis 70 Minuten backen.

Ballaststoffe sind Faserstoffe

Aber Ballaststoffe stecken nicht nur in Getreide. Und man sollte seinen Bedarf auch nicht nur durch dieses decken. Deshalb trifft Fero Andersen die Ernährungsberaterin Monika Bischoff.

"Es gibt keine einheitliche Definition von Ballaststoffen. Grundsätzlich handelt es sich hier um Faserstoffe. Das Gerüst, dass die Pflanze aufrecht hält. Bei der Orange zum Beispiel sind das die ganzen weißen Fasern."

Monika Bischoff, Ökotrophologin, Zentrum für Ernährungsmedizin und Prävention, Krankenhaus Barmherzige Brüder, München

Ein Vorschlag von Ernährungsberaterin Monika Bischoff, um auf die von der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung“ empfohlenen 30 Gramm zu kommen:

  • Drei Portionen Gemüse
  • Zwei Portionen Obst
  • Eine Portion Vollkornnudeln
  • Drei Scheiben Vollkornbrot
  • Eine Hand voll Nüsse

"Wenn ich heute keine rote Paprika esse, dann esse ich halt morgen die gelbe. Oder ich esse vielleicht mal die Zucchini. Wobei wasserreiche Gemüsesorten oft nicht so wahnsinnig viele Ballaststoffe haben. Aber wir wollen auch nicht in diese Zählerei reinkommen."

Monika Bischoff, Ökotrophologin, Zentrum für Ernährungsmedizin und Prävention, Krankenhaus Barmherzige Brüder, München

Ballaststoffe beeinflussen den ganzen Körper  

Ballaststoffe sind ein Wunderwerk für den Körper. Sie beeinflussen den ganzen Stoffwechsel und stabilisieren unser Immunsystem.

"Wir wissen, dass hauptsächlich im Dickdarm die Ballaststoffe fermentiert werden. Durch diese Fermentation entstehen Stoffe, die unsere Darmbakterien füttern. Und so wird unser Immunsystem stabiler."

Monika Bischoff, Ökotrophologin, Zentrum für Ernährungsmedizin und Prävention, Krankenhaus Barmherzige Brüder, München

Außerdem wird die Transit-Zeit des Stuhls verkürzt. So hat der Darm weniger Berührungen mit Giftstoffen und kann diese viel schneller abtransportieren.

Stellt man die Ernährung um, sollte man laut Ernährungsberaterin nicht zu ambitioniert sein. Es darf auch mal ein Weißbrot sein. Außerdem sollte man viel trinken und sich bewegen, sonst kann es zu Verstopfungen kommen.


14