BR Fernsehen - Gesundheit!


2

Gut sehen Glaskörpertrübung: harmlos oder gefährlich?

Was im Volksmund als "Mücken sehen" bezeichnet wird, sind Trübungen im Glaskörper des Auges. In der Regel sind sie harmlos, doch manchmal sind sie Vorboten einer Netzhautablösung. Eine ernste Gefahr, denn es droht Erblindung.

Von: Antje Maly-Samiralow

Stand: 19.10.2020

Wer kennt das nicht: diffuse Gebilde, die vor dem Auge tanzen, vor allem, wenn man gelangweilt auf einen hellen und einfarbigen Hintergrund schaut, auf die weiße Wand oder in den Himmel. Plötzlich schweben kleine Teilchen umher, Kringel, Fäden oder ganze Wolken, die kommen und gehen. Solche Erscheinungen können irritieren, manch einen sogar so sehr stören, dass man sie entfernen lässt. Sie mögen lästig sein, aber besorgniserregend sind sie nicht.

"Solche visuellen Irritationen sind nichts anderes als Trübungen im Glaskörper. Der Glaskörper ist im Prinzip der ganze Inhalt des Auges, angefangen von der Linsenrückfläche bis zur Netzhautoberfläche. Im jugendlichen Alter besteht er zu 98% aus Wasser. Im Laufe des Lebens wird Wasser entzogen. Im Zuge dessen werden die festen Bestandteile des Glaskörpers, etwa kollagene Strukturen, sichtbar und die können irritieren. Manche Menschen beschreiben diese Trübungen als Punkte, andere als Spinnweben. Im Prinzip sind sie vollkommen harmlos, und letztlich hat sie jeder ab einem bestimmten Alter."

Prof. Dr. med. Chris P. Lohmann, Direktor und Ärztlicher Leiter der Augenklinik, Klinikum rechts der Isar der TU München

Stark kurzsichtige Menschen neigen stärker, vor allem jedoch früher zur Bildung solcher Eintrübungen.

Je stärker die Trübungen ausgeprägt und je zentraler sie im Auge verortet sind, desto massiver können sie stören. Das kann so weit gehen, dass man einfach nicht mehr gut lesen kann, weil sich die Trübung regelrecht ins Bild bewegt. Wer solchermaßen ausgeprägte Einschränkungen hat, dass sein Alltag massiv beeinträchtigt ist, kann solche Trübungen operativ entfernen lassen.

Vitrektomie: Operation zur Entfernung von Glaskörpertrübungen

Ein Eingriff dauert circa zehn Minuten und kann in örtlicher Betäubung durchgeführt werden, sowohl stationär als auch ambulant.

"Überlebensnotwendig ist so eine Operation natürlich nicht. Aber wer seinen Hobbys nicht mehr nachgehen kann oder im Arbeitsprozess eingeschränkt ist, kann sich überlegen, diese Trübungen entfernen zu lassen. Natürlich geht jeder Eingriff auch mit Risiken einher. Bei einer solchen als Vitrektomie bezeichneten Entfernung von Glaskörpertrübungen liegt das Risiko, dass es zu ernsthaften Nebenwirkungen bzw. Operationsschäden kommt unter 1%. Am Ende der Operation wird das Auge mit einer Luftblase aufgefüllt, um Nachblutungen zu verhindern. Durch diese Luftblase sieht ein frisch operierter Patient zunächst schlecht. Die Luftblase baut sich jedoch innerhalb von 2 Tagen ab, so dass Patienten in der Regel nach 3-4 Tagen wieder gut und vor allem klar sehen können."

Prof. Dr. med. Chris P. Lohmann, Direktor und Ärztlicher Leiter der Augenklinik, Klinikum rechts der Isar der TU München


2