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Altersflecken So bekommt man Altersflecken wieder los

Braune Verfärbungen im Gesicht, an den Händen, im Dekolleté: Altersflecken, auch Sonnenflecken genannt, sind oft ein Zeichen dafür, dass die Haut in der Vergangenheit zu viel Sonne abbekommen hat. Doch wie bekommt man sie wieder los?

Von: Susanne Wimmer

Stand: 02.03.2021

Vor zwanzig Jahren hat es Sigrid Ehrle mit dem Sonnenschutz noch nicht so genau genommen wie heute. Damals lebt sie in Südfrankreich – es ist üblich, mit den ersten Sonnenstrahlen im März am Strand zu sein. Eincremen? Mitnichten. Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor vier war damals schon das höchste der Gefühle, erzählt Sigrid Ehrle. Die 55-Jährige befürchtet, dass sie dafür nun die Quittung zahlen muss:

"Ich habe dort sieben Jahre permanent gelebt. Dann sind das natürlich, wie mein Hautarzt mir bestätigt hat, Sonnenschäden. Am Anfang merkt man das noch nicht so, aber dann ist es auf einmal ein Schaden."

Sigrid Ehrle

Die Hände verstecken

Bei ihr beginnt es mit Ende 40. Besonders an den Händen tauchen unschöne, unregelmäßige Flecken auf. Bald sind sie nicht mehr zu übersehen.

"Ich habe also angefangen, die Hände zu verstecken. Weil es einfach im Vergleich zu Kolleginnen oder Freundinnen so ist, dass ich sage, wir sind gleichaltrig, aber meine Hände schauen aus, als wären sie uralt."

Sigrid Ehrle

Altersflecken: Was hilft wirklich?

Sigrid Ehrle probiert es mit Bleichcremes und milden Peelings aus der Apotheke. Im Gesicht gehen die Flecken leicht zurück. Nicht aber an den Händen. Schließlich reicht es ihr. Sie geht zum Hautarzt und lässt sich lasern. Das ist jetzt zehn Tage her und Sigrid Ehrle ist etwas besorgt. Erst heute hat die Haut angefangen, sich abzuschuppen. Darunter kann sie ein Narbengewebe erkennen. Von ihrem Dermatologen möchte sie wissen, ob das normal ist.

"Die Handrücken brauchen leider sehr lang, bis sie heilen. Dreimal so lang wie das Gesicht. Es ist nicht ganz untypisch, dass man drei Wochen warten muss, bis diese kleinen Krusten abfallen. Je später sie abfallen, desto schöner das Ergebnis. Weil sich die Haut darunter wieder vollkommen regenerieren kann."

Dr. med. Hans-Peter Schoppelrey, Dermatologe, München

Ursache für Altersflecken

Altersflecken haben verschiedene Ursachen. Die Gene spielen eine Rolle, dazu kommen Umwelteinflüsse. Wenn die Haut der Sonne ausgesetzt ist, entsteht das dunkle Pigment Melanin. Es schützt vor der gefährlichen UV-Strahlung. Wird diese jedoch zu stark, kann sich Melanin geballt an einzelnen Stellen einlagern. So entstehen Altersflecken. 

Wer die Ursache kennt, kann vorbeugen. Und zwar am besten, indem man die Haut mit Kleidung schützt und einen UV-Schutz mit hohem Lichtschutzfaktor benutzt. Wenn es dafür aber bereits zu spät ist, gibt es folgende Möglichkeiten, die Altersflecken zu entfernen.

Altersflecken lasern lassen

Als effektivste Methode, Altersflecken zu Leibe zu rücken, gilt die Laserbehandlung. Dabei dringt ein Lichtstrahl mit hoher Intensität in die oberen Hautschichten ein und zertrümmert die Pigmentablagerungen in kleinste Teilchen. Diese werden später im Körper abtransportiert. Nach der Behandlung kann es zu leichten Schwellungen und einem Brennen, ähnlich einem Sonnenbrand, kommen. Nach zwei bis vier Wochen sollte alles komplett abgeklungen sein.

Wichtig ist es, anschließend UV-Schutz zu verwenden und direkte Sonne zu meiden. Ideal ist eine Behandlung daher während der Wintermonate. Die Kosten für eine Laserbehandlung liegen zwischen 100 und 500 Euro. Sie richten sich nach der Größe der behandelten Hautfläche und eventuellen Extra-Leistungen.

Lasertherapie nur bei erfahrenen Ärzten

Inzwischen gibt es viele Anbieter, doch Vorsicht ist geboten. Sonst läuft man Gefahr, bösartige Hautveränderungen zu übersehen oder aus Versehen mitzulasern. Denn was auf den ersten Blick wie ein harmloser Altersfleck aussieht, kann unter Umständen ein gefährliches Melanom sein.

"Im günstigsten Fall wird das Melanom weggelasert bevor es irgendwelche Absiedelungen macht. Im schlimmsten Fall könnten durch das fälschliche Lasern einer bösartigen Hautveränderung Zellen gelockert werden, in den Körper eindringen und dann Metastasen machen."

Dr. med. Hans-Peter Schoppelrey, Dermatologe, München

Wie leicht ein Melanom in der Praxis für einen Altersfleck gehalten werden kann, weiß Prof. Sabine Plötz. Sie selbst hat Beispiele von unscheinbar wirkenden Melanomen für ein Lehrbuch gesammelt.

"Tatsächlich können sich Melanome ganz harmlos präsentieren. Nur als hellroter oder auch hellbrauner Fleck."

Prof. Dr. med. Sabine Plötz, Dermatologin, München

Kryotherapie: Altersflecken vereisen

Die Münchner Dermatologin setzt unter anderem auf die sogenannte Kryotherapie, um Altersflecken zu entfernen. Dabei wird die Hautoberfläche mit flüssigem Stickstoff vereist. Die pigmenttragenden Zellen erfrieren quasi. Darunter bilden sich neue Zellen.

Gut funktioniere diese Methode, so Plötz, bei Patienten, mit einzelnen großen Pigmentflecken im Gesicht. Manchmal verschwindet der Fleck jedoch nicht gleich. Dann ist eine weitere Behandlung nötig.

Das Verfahren ist vergleichsweise kostengünstig. Doch vielen Praxen ist es mittlerweile zu aufwändig, den benötigten Stickstoff regelmäßig vorzuhalten. In seltenen Fällen können Narben oder Pigmentverschiebungen entstehen - also helle oder dunkle Verfärbungen.

Auch bestimmte Peelings können helfen

Eine andere Methode gegen Altersflecken sind Peelings, etwa auf Basis von Salycil- oder Trichloressigsäure. Die chemischen Säuren tragen die oberen Hautschichten ab. Patienten spüren nach der Behandlung ein Brennen. Nach zwei bis drei Tagen beginnt die Haut, sich zu schälen. Einen Erfolg, so Prof. Plötz, können man zwar nicht in allen Fällen garantieren. Aber in der Regel funktioniere es gut. Während milde Fruchtsäure-Peelings nur oberflächlich wirken, dringen diese Anwendungen tiefer in die Haut ein. Daher müssen auch sie von erfahrenem Personal durchgeführt werden.

"Der Unterschied ist die Eindringtiefe und dass die Schäl-Wirkung auch wesentlich stärker ausfällt. Bei den Patienten ist es so, dass in der Regel nach der Behandlung eine starke Rötung und auch eine starke Schuppung zu verzeichnen ist und dass die auch erwünscht ist."

Prof. Dr. med. Sabine Plötz, Dermatologin, München

Bleichcremes

Zur Vor- und Nachbehandlung setzt Sabine Plötz Bleichcremes ein, die zusätzlich die Bildung von Melanin hemmen. Sie enthalten den Wirkstoff Hydrochinon und Vitamin-A. Freiverkäufliche Cremes hält die Dermatologin für wenig wirkungsvoll, weil sie nur geringe Konzentrationen davon enthalten dürfen.

Können Altersflecken wiederkommen?

Leider gibt es keine Garantie, dass Altersflecken, die einmal entfernt wurden, auch für immer verschwunden sind.

"Sehr viele von den Flecken sind für ein Leben lang weg. Wenn sich die Patienten der Sonne aussetzen, können solche Flecken allerdings nach drei bis vier Jahren wiederkommen oder es können sich natürlich auch neue entwickeln."

Dr. med. Hans-Peter Schoppelrey, Dermatologe, München

Wenn Pigmentflecken neu auftreten, sich verändern oder schnell wachsen, sollte man sie unbedingt dem Hautarzt zeigen.

Behandlungserfolg

Sigrid Ehrle hat sich nach den Händen auch Pigmentflecken im Gesicht lasern lassen. Vier Wochen später zeigt sie uns stolz die mittlerweile verheilten Stellen. Die Flecken sind weg. Noch beeindruckender ist das Ergebnis an den Händen. Bis auf ein paar zarte Pünktchen, die wie Sommersprossen aussehen, ist nichts mehr zu sehen.   

"Es war erst mal ungewohnt, an den Händen nichts mehr zu haben, also wirklich gar keine Flecken. Wo früher der Reflex war, die Hände gleich zu verstecken."

Sigrid Ehrle

Sie ist glücklich, diesen Schritt gemacht zu haben und würde es jederzeit wieder tun. Die Hände wegen der Altersflecken nun nicht mehr verstecken müssen – für Sigrid Ehrle ein gutes Gefühl. 


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