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Dem (Rot)Wein auf der Spur Schmidt Max' Weinreise in die Toskana

Eine Weinreise macht man am Besten - im Frühjahr. Der Winzer ist nicht mehr mit der Lese beschäftigt, die neuen Weine sind da und die Natur lockt mit Blüten und Düften. Also setzt sich der Schmidt Max in seinen Opel und fährt Richtung Süden, in die Toskana…

Stand: 29.04.2018

Schmidt Max unterwegs in der Toskana | Bild: André Goerschel

Verreisen, verkosten…genießen

Pecorino, Olivenöl, Salami und der Frühling erwarten den Schmidt Max in der Gegend zwischen Florenz und Siena. Und außergewöhnliche Rotweine. Drei Weingüter von deutschsprachigen Winzern besucht der Max auf Empfehlung des BR-Weinexperten Herbert Stiglmaier.

Über den Brenner geht es Richtung Süden bis kurz nach Florenz, bis nach San Casciano zur Fattoria Corzano e Paterno von Aljoscha Goldschmidt.

Schon Mitte der 1970er Jahre hatte sein Onkel, Wendelin Gelpke, die beiden Anwesen Corzano und Paterno gekauft, um dort seinen Traum von einer Lanwirtschaft mit Tieren, in der nicht nur Wein angebaut wird, zu verwirklichen. Heute bewirtschaftet die Großfamilie Gelpke/Goldschmidt 230 Hektar auf Corzano e Paterno mit Wein- und Olivenanbau sowie 650 sardischen Schafen, aus deren Milch Aljoschas Frau Antonia 12 verschiede Käsesorten herstellt.

"Terre di Corzano Chianti/Corzano e Paterno - im Glas durchscheinendes Rubinrot, in der Nase florale Noten nach Veilchen, weißer Pfeffer, im Mund mittlerer Körper mit floralen Noten, animierende Säure, die dem Wein Leichtigkeit verleiht. Mittlere Länge. Fazit: unkomplizierter Wein mit hohem Trinkvergnügen, der zur Nudelgerichten und Brotzeit Spaß macht und durchaus lagerfähig ist."

Herbert Stiglmaier

Weiter geht’s für den Max in den Südosten der Toskana, auf die letzten Hügel des Chianti. Oberhalb von Mercatale Valdarno liegt ein außergewöhnliches Weingut – Il Carnasciale.

Mitte der 1980er Jahre pflanzten Bettina und Wolf Rogosky auf Il Carnasciale die bis dahin unbekannte Rebsorte Caberlot. In den 60er Jahre hatte der italienische Agronom Bordini die Wildkreuzung aus Cabernet Franc und Merlot entdeckt und den Rogoskys 3.500 Setzlinge verkauft – unter der Bedingung, dass die Reben nur hier angebaut werden. Heute führen Bettina und ihr Sohn Moritz das Weingut. Mit den Kellermeistern Peter Schilling und Marco Maffei entstehen hier (nur) 3000 Flaschen eines außergewöhnlichen Rotweins.

"Il Caberlot/Podere Il Carnasciale - tiefes Purpur im Glas, in der Nase Noten nach weißem Pfeffer, auch dunkle Beeren und ätherische Noten nach Rosmarin und Minze, im Glas feine Kirschfrucht, Brombeere und diese unnachahmliche Kombination aus kräuterigen Noten und ätherischen Anklängen, große Länge. Außergewöhnlich. Zu Hirsch und Lamm perfekt."

Herbert Stiglmaier

Letzte Station auf die Weinreise ist Montalcino ganz im Süden der Toskana und das Weingut Salicutti.

Genau 11 Hektar hat das Weingut, das Francesco Leanza 1994 gekauft hat. Es ist der erste Betrieb in Montalcino, der auf biologischen Weinbau umgestellt hat. 2015 übernimmt die Bauunternehmerfamilie Eichbauer, unter anderem Besitzer des Sternerestaurants Tantris, von ihm den Hof samt Gutsmannschaft.

"Rosso die Montalcino/ Salicutti - im Glas dichtes Rubinrot, in der Nase mittelreife Pflaumen und Vanille. Im Mund Pflaume, florale Noten, feine Säure, fleischige Haptik. Gute Länge. Ein wunderbarer Essensbegleiter zur Pasta mit Ente oder Kaninchen oder zum Steak vom Grill. Früher trinkbar und preiswerter als der große Bruder Brunello di Montalcino."

Herbert Stiglmaier

Herbert Stiglmaier und Stephan Lehmann

Ist Rosé Schrott? Welche Weingläser sind die richtigen? Wie geht ein Weinurlaub?
Seit 2016 geben Stephan Lehmann und Herbert Stiglmaier den Hörern von "Bayern 1 am Nachmittag" Lebenshilfe in Sachen Wein.
Der Lehmann hat sich zunächst eher für französischen Sancerre begeistert und für den italienischen Roten Primitivo aus Apulien. Bis er den Sommelier und BR-Weinexperten Herbert Stiglmaier getroffen hat, der ihn auch vom deutschen und österreichischen Wein überzeugt hat.
In der aktuellen Ausgabe der freizeit stecken die beiden sogar den Schmidt Max an mit ihrer Wein-Begeisterung und entführen ihn nach Italien in die Toskana.


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