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Teller statt Tonne Kochen mit Resten

Wer kennt das nicht: da ein angenagtes Hendl, dort Gemüsereste und altbackenes Brot. Von allem a bisserl, nix passt zusammen. Und jetzt? Fängt der Spaß erst an, sagt Vincent Fricke und kocht aus den alten Resten neue Köstlichkeiten…

Stand: 18.01.2020 | Archiv

Kommt nicht in die Tonne

Left-over-kochen heißt Omas Resteküche heute. Mit Witz, Mut und Phantasie gibt’s auch mehr als den klassischen Eintopf. Landen "Rumfort-Zutaten" – alles was rumliegt und fort muss -  im Kochtopf statt in der Biotonne, tut man was fürs gute Gewissen. Und mit den Rezepten von Vincent Fricke auch was für den guten Geschmack.

"Für die Leftover-Küche braucht man keine starren Rezepte, sondern ein wenig Basis-Know-How…"

Vincent Fricke

Leftover-kochen – so geht’s

Vincents Resteküche basiert auf drei Bausteinen: Reste, gekocht oder roh. Zutaten, die man immer zu Hause hat, wie Mehl, Linsen, Reis. Außerdem Gewürze zum Verfeinern, zum Beispiel Sojasoße, Sesamöl, Salz und Pfeffer, Ingwer oder Zitronengras. Und dann mutig experimentieren. Eine Küchenwaage braucht man höchstens bei der Zubereitung eines Teigs. Wer hat denn schon genau 200 Gramm Zucchini-Reste?

Vincent Fricke

Mit 23 kommt der gelernte Koch nach München, macht sich mit einer Catering-Firma selbständig. Heute, gut 10 Jahre später, schreibt er außerdem Bücher übers Restekochen ( Leftover - in deinem Kühlschrank steckt mehr als du denkst ), veranstaltet regelmäßig Überbleibsel-Abende – und spendet, was in seiner Firma übrigbleibt, den Lebensmittelrettern.

Vincents Tipps

Richtig lagern im Kühlschrank
Einige Reiskörner in die Käsebox saugen das Kondenswasser auf und verhindern so Schimmel. Gemüse immer aus der Plastikverpackung nehmen und auf Küchenkrepp lagern – auch so vermeiden Sie Schimmel. Und, der kälteste Bereich im Kühlschrank ist direkt über dem Gemüsefach – dort lagern am besten Fisch und Fleisch.
Die günstigste Gemüsebrühe
kocht Vincent selbst – aus Gemüseschalen und Abschnitten, die er die Woche über sammelt.
Frischekick aus dem Eisfach
Schlaffes Gemüse legt Vincent für einige Minuten in eiskaltes Wasser, schon ist es wieder knackig.

Foodsharing

Sie retten Essen vor der Tonne. Jeden Tag. In München, Stuttgart, Hamburg oder Berlin. Deutschlandweit genauso wie in Österreich und der Schweiz. Foodsaver. Menschen, die gegen die Verschwendung von Lebensmitteln kämpfen. In Cafés, Restaurants, auf Märkten, in Bäckereien, Bioläden und sogar bei Privatpersonen sammeln sie auch kleine Mengen ein, verteilen sie oder verbrauchen sie selber. Daneben gibt es auch öffentlich zugängliche "Fair-Teil"-Stellen. Hauptsache, nichts was man noch essen kann, landet in der Tonne. Foodsharing, das Essen-Teilen, ist Name und Programm. Und mitmachen kann jeder, der sich online anmeldet.


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