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Entdeckungsreise Teil 1 El Hierro - unbekannte Kanareninsel

Wer kennt El Hierro? Den südwestlichsten Zipfel Europas und der Kanaren? Schroffe Klippen, ein bewegtes Meer, das nicht wirklich zum Baden einlädt. Der Schmidt Max hat die Insel besucht und sie von unten erkundet beim Apnoe-Tauchen...

Stand: 24.11.2019 | Archiv

Die vergessene Insel

El Hierro ist die kleinste, westlichste und südlichste der Kanarischen Inseln. Ein kleines Paradies im Atlantischen Ozean:
Bettenburgen und Massentourismus sucht man hier vergebens, genauso wie kilometerlange Sandstrände. Meist säumen Klippen und Steilwände die Küste der 269 Quadratkilometer großen Vulkaninsel, auf der gerade mal 11.000 Menschen leben. Kleiner als München, von der UNESCO zum "Welt-Biosphären-Reservat" und zum "Geopark" ernannt.

Schon die Anreise hat es in sich. Einmal am Tag gibt es eine Fähre von und nach Teneriffa. Zweieinhalb Stunden. Bei stürmischem Wetter und entsprechendem Wellengang fällt sie dann auch schon mal aus.  Ein Grund, warum sich nur wenige Touristen hierher verirren. El Hierro – das sind ein paar kleine Dörfer, unberührte Natur und ganz viel Ruhe.

Ausatmen und Abtauchen

Wer sich der sperrigen Gegend mit dem nicht immer perfekten Wetter hingibt, wird mit großem Charme empfangen. Eine Insel, perfekt für Wanderer und Naturfreunde. Perfekt fürs Entschleunigen und Abtauchen. Das hat der Max dann auch getan. Ganz ohne Technikausrüstung und Tauchflasche. Zusammen mit dem Neubiberger Karsten Mohr, der seinen Gästen El Hierro unter Wasser zeigt, in so genannten Apnoe-Kursen.

"Unser Körper ist perfekt vorbereitet fürs Apnoe-Tauchen und fürs Luftanhalten. Wir haben in unseren Genen die gleiche Software wie Delfine, Wale...deshalb können wir des."

Karsten Mohr, Tauchlehrer

Am Ende der Welt

Lange Zeit galt El Hierro als das Ende der Welt. Deshalb verortete der griechische Astronom Ptolemäus im 2. Jahrhundert hier, am westlichsten Punkt der Insel, an der Punta Orchilla, den Nullmeridian. Erst 1884 wurde er nach Greenwich verlegt. Auf seiner zweiten Amerikareise ging Kolumbus hier für 17 Tage vor Anker, versorgte seine Schiffe mit Wasser und Proviant, während er auf bessere Winde wartete.

"Apnoe-Tauchen ist zum Genießen, und nicht zum Quälen."

Karsten Mohr, Tauchlehrer

Apnoe-Tauchen - aber richtig

Ein Tauchgang ohne Flasche will gut vorbereitet sein. Deshalb übt Karsten mit dem Max zuerst den Druckausgleich und das richtige Atmen. Genauso wichtig wie das Atmen ist die Entspannung. Man kann nur gut tauchen, sagt Karsten, wenn man ganz locker und gelöst ist. Und so bereitet er jeden Tauchgang mit Entspannungstechniken und Entspannungsatmen vor. Erst dann geht es ab ins Meer und hinunter in die Tiefe, ins Reich der Schwerelosigkeit.

"Freitauchen ist wahrscheinlich die entspannteste Sportart überhaupt, weil sie nur dann gelingt, wenn wir in uns ein Gefühl von stiller Heiterkeit, so einen tiefen Frieden entwickeln."

Karsten Mohr


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