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Zucker Der Preis des süßen Lebens

Im 18. Jahrhundert war Zucker ein Luxuslebensmittel. Heutzutage essen wir so viel davon, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Alarm schlägt und den Konsum stark einschränken will. Braucht der Körper eigentlich Zucker?

Stand: 08.06.2016

Ein Film von Andreas Kegel

Brauchen wir Zucker?

Wie spart man Zucker? Familie Hartl macht den Selbsttest, unterstützt von Ernährungsberaterin Daniela Krehl (M).

Der Körper braucht Zucker als Energiequelle für Muskeln und Gehirn. Den nötigen Zuckerbestandteil Glukose kann er leicht aus Früchten, Gemüse, Reis und Fleisch gewinnen. Künstlich hergestellten Industriezucker bräuchten wir nicht.

Wo steckt Zucker drin?

Das ist nicht so leicht zu erkennen, wie man glauben möchte. Zucker hat auf Zutatenlisten viele Namen. Insgesamt sind es circa 60.

Was passiert beim Schokolade-Essen im Körper?

Schokolade gibt Energie und macht gute Laune.

Wenn wir Schokolade essen, bekommen Muskeln und Gehirn einen Extraschub Energie. Zusätzlich wird die Aufnahmefähigkeit des Gehirns für das Eiweiß Tryptophan gefördert. Es wird im Gehirn in das Hormon Serotonin umgewandelt, das für gute Laune sorgt.

Wie spart man Zucker?

  • Zucker trägt auf Zutatenlisten viele unterschiedliche Namen. Die gebräuchlichsten sind: Dextrose, Invertzuckersirup, Süßmolkepulver, Maltodextrin und Glukosesirup.
  • Honig und brauner Zucker sind nicht gesünder als weißer Zucker. Alle sollten nur in Maßen genossen werden.
  • Lassen Sie sich nicht von Aufschriften täuschen wie "ohne Zuckerzusatz" oder "weniger süß". So gekennzeichnete Produkte enthalten meist nicht viel weniger Zucker als herkömmliche. Sie schmecken nur weniger süß, weil sie andere Zuckerarten wie beispielsweise Milchzucker enthalten.
  • Bei Portionsangaben wird gerne getrickst: Zucker wird optisch heruntergerechnet, indem die Nährwerte nicht auf 100 Gramm bezogen werden, sondern auf kleinere Portionen.
  • Fertiggerichte, Müslis, Limonaden und Fruchtsäfte enthalten meist viel Zucker und sollten eher reduziert werden.
  • Fertigprodukte für Kinder sind oft Zuckerbomben. Das betrifft nicht nur süße Lebensmittel, sonder auch herzhafte!
  • Tipps speziell für Kinder: Mischen Sie einen Kinder-Joghurt aus Fruchtjoghurt und Naturjoghurt im Verhältnis 1:1. Belegen Sie Schokobrote halb mit Schokocreme und halb mit Banane statt nur mit Schokocreme. Legen Sie eine "Süßigkeiten-Schatzkiste" an, aus der Kinder ein paar Süßigkeiten auswählen dürfen, die sie sich für eine Woche einteilen müssen.


Tipps der Verbraucherzentrale Bayern

Fazit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt einen Zuckerkonsum von umgerechnet 8 Zuckerwürfeln täglich. In Deutschland sind es im Schnitt 34. Vielleicht sollte man das zum Anlass nehmen, um seinen täglichen Zuckerkonsum einmal bewusst zu überprüfen - mit einem Ernährungsprotokoll. Der Körper braucht zwar Zucker, um zu funktionieren, aber nicht so viel, wie hierzulande gegessen wird.

Eine stark zuckerhaltige Ernährung gefährdet die Gesundheit, weil man damit auch viele Kalorien zu sich nimmt. Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes drohen. Inzwischen gilt in Deutschland jeder Fünfte als krankhaft fettsüchtig. Das ist nicht mehr nur ein persönliches Problem, sondern wird immer mehr zu einem gesellschaftlichen:

"Wenn Adipositas so weiter geht, die Entwicklung von Übergewicht, ist das mit dem heutigen Krankenkassensystem nicht mehr zu finanzieren."

Dr. Wolfgang Siegfried, Leiter der Adipositas-Klinik Insula, Bischofswiesen


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