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Smarte Spione Wie uns Fernseher und Co überwachen

Wanzen im Lampenschirm? Das war einmal. Heutzutage holen wir uns die Spione selbst ins Haus - in Form von smarten Haushalts- und Elektrogeräten. Wen interessieren unsere Daten?

Stand: 31.05.2015

Ein Film von Roland Schenke

Wo verstecken sich die smarten Spione?

Das sind all die kleinen praktischen digitalen Helfer, die uns das Leben erleichtern und eine Internetverbindung haben, also zum Beispiel smarte TVs, Heizungen und Stromzähler. Oder ganze Smart Homes, Wohnungen und Häuser, in denen alles vernetzt ist, was mit Strom läuft.

Wo liegt das Problem?

Smarte Haushalts- und Elektrogeräte sind nichts anderes als kleine Computer, die gehackt werden können. Problematisch ist auch, dass die Geräte ganz legal viele Daten weitergeben und Verbraucher nicht wissen, wer diese Daten kurz- und langfristig in die Finger bekommt.

Für Hacker bin ich doch gar nicht interessant, oder?

Smarte Geräte sind kleine Computer und können gehackt werden.

Das ist ein Denkfehler: Für kriminelle Hacker sind Einzelpersonen nicht interessant, aber deren Heimnetze schon. Über Sicherheitslücken könnten sie sich theoretisch in ein Heimnetz einschleichen, alle angeschlossenen Geräte kapern und mit einem "Bot-Netz" wieder andere Geräte angreifen.

Individuelle Verhaltensprofile, die mit den Daten von smarten Geräten erstellt werden können, sind für andere interessant: zum Beispiel Einbrecher, die Werbewirtschaft, Ermittlungsbehörden, Google, Facebook und vielleicht in Zukunft einmal Krankenkassen oder Versicherer. Die sind brennend daran interessiert, wie gesund ihre Kunden leben ...

Wie schützt man seine Daten?

  1. Trauen Sie keinem Hersteller, trauen Sie nur sich selbst und sorgen Sie für Ihre Sicherheit.
  2. Fragen Sie sich vor dem Kauf eines smarten Gerätes, wem die Technik tatsächlich nützt. Puppen mit Internetanschluss müssen nicht wirklich sein, oder?
  3. Wer seine Daten für sich behalten will, sollte derzeit noch auf smarte Geräte verzichten. Für sicheres Online-Banking sind Smart TVs (noch) nicht sicher genug.

Link-Tipp: Do not track

Die Freiheit im Netz hat einen Preis: unsere Daten! Do Not Track ist eine Doku-Reihe, die Ihnen zeigt, wie Informationen über Sie gesammelt und genutzt werden. Alle zwei Wochen wird eine personalisierte Folge veröffentlicht und erklärt, wie das Internet zu dem geworden ist, was es heute zunehmend ist: Ein Instrument der Überwachung, das aufzeichnet, was wir klicken, was wir schreiben, worüber wir uns unterhalten.


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