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Die Cash Cow Nutztier Rind

Die Alm ist eine von Rindern geschaffene Kulturlandschaft. Dabei kommen die Tiere eigentlich aus dem Nahen Osten. Genutzt wird vom Rind so gut wie alles: Milch, Fleisch, Haut und inzwischen sogar wieder das Gehirn. Wissen Sie für was?

Stand: 02.12.2014

Ein Film von Arno Trümper

Kühe gehören zu Bayern wie die Berge, stimmt's?

Heutzutage kann man sich Bayern ohne Kühe gar nicht mehr vorstellen, aber tatsächlich ist das Rind eine eingewanderte Art. Alle der weltweit 450 Rinderrassen - und damit auch unser Hausrind - stammen vom Auerochsen ab. Der wurde vor rund 10.000 Jahren im Nahen Osten gezähmt, da wo heute Syrien und die Türkei liegen. In Bayern wurde der letzte Auerochse 1470 in Neuburg erlegt.

Wie nutzen wir Kühe?

Milchkuh an der Melkmaschine

Wir zapfen Kühen Milch ab, das ist erstmal kein Geheimnis: Bei einer bayerischen Kuh sind das im Jahr durchschnittlich etwa 7.000 Liter Milch pro Jahr. Also dieselbe Menge, die 33 Bayern pro Jahr an Bier trinken. Es gibt aber auch Kühe, die noch mehr Milch geben, die amerikanische Holstein-Friesian-Rasse beispielsweise. Da kommen bis zu 20.000 Liter pro Jahr zusammen!

Zusätzlich liefern Rinder noch Fleisch: Bei einem Schlachtstier sind das etwa 600 Kilogramm. Von dieser Menge könnten zehn Deutsche ihren Fleischbedarf ein Jahr lang decken. Weniger bekannt sein dürfte, dass Kühe sehr gute Landschaftsarchitekten und -pfleger sind. Sie halten Wiesen offen, aber auch Grasflächen an der Autobahn.

Wozu werden Schlachtabfälle verwendet?

Knochenleim wird auch heute noch beim Bau von Instrumenten verwendet.

Aus Rinderknochen werden Kämme, Schmuck und Gelatine gemacht, die in vielen Kuchen und Süßspeisen zu finden ist. Knochenleim wurde früher häufig als Klebemittel eingesetzt. Heute wird er fast nur noch im Geigenbau verwendet. Auch aus Hufen und Hörnern kann man Klebstoff machen sowie Kämme, Knöpfe, Brieföffner und vieles andere. Aus Horn wird auch Keratin gewonnen, ein Stoff, der in vielen Haarspülungen, Shampoos und Dauerwellen-Lösungen zu finden ist.

Aus dem Blut von Rindern wird zum Beispiel Feuerlöschschaum hergestellt und Medikamente sowie rote Blutkörperchen für Transfusionen bei Menschen werden daraus gewonnen. Aus den Innereien kann man ebenfalls Medikamente gewinnen aber auch Geigensaiten und früher Tennisschlägersaiten. Die Verwendung von Rinderhirn war lang verboten. Inzwischen wurde das Verbot gelockert. Das Hirn wird für ein bestimmtes Gerberverfahren verwendet aber auch für Hautcremes. Aus Rinder-Haut werden Schuhe gemacht.

Hat das Nutztier auch Nachteile?

Im Schlachthaus

Rinderhaltung belastet die Umwelt, weil die Tiere von allen Nutztier-Arten am meisten Wasser verbrauchen, rund sechs Millionen Liter Wasser für 600 Kilogramm Fleisch. Ein gravierendes Problem in wasserarmen Regionen der Welt. Außerdem produzieren Rinder Methan: Ein Rind, das drei Jahre lebt, kommt auf vergleichbar viele Treibhausgase wie ein Mittelklasse-PKW, der 90.000 Kilometer fährt.

Tipps für Wanderer

Friedlich, aber ...

Kühe sind friedlich, wenn man sie in Ruhe lässt.

Kühe sind friedliche Tiere, wenn man sie in Ruhe lässt. Tut man das nicht, kann es gefährlich werden. Diese Regeln sollten Wanderer beachten: -

Regel Nummer 1

Die Kuh will Frieden, nur wenn sie Angst hat, schaltet sie in den Kampfmodus! Am besten, Sie lassen die Kühe in Ruhe und wandern friedlich, in respektvollem Abstand vorbei.

Regel Nummer 2

Gehen Sie nie durch eine Kuhherde. Sie sind schließlich zum Wandern hierher gekommen, dann macht ihnen ein Umwege sicherlich nichts aus! Besonders bei Stieren und Mutterkühen gilt: Mindestens 20 m Abstand!

Regel Nummer 3

Der Hund als "Exwolf" macht der Kuh prinzipiell Angst. Darum: Nehmen Sie ihren Hund an die Leine und sorgen sie dafür, dass auch er ruhig bleibt. Wenn sie wissen, dass ihr Hund Kühe anbellt, dann wählen Sie die Wanderroute am Besten von vornherein so, dass keine Kuhweide auf dem Weg liegt.

Regel Nummer 4

Sollte es trotz allem passieren, dass eine Kuh wild wird, dann lassen sie ihren Hund schnell von der Leine. Er entkommt der Kuh mit Leichtigkeit und wenn sie Glück haben, dann jagt die Kuh ihren Hund und nicht Sie!

Regel Nummer 5

Egal in welcher Situation: Der Kuh nie den Rücken zuwenden, ruhig bleiben und sich langsam rückwärts zurückziehen.

Regel Nummer 6

Sollte das alles nichts nutzen und die Kuh kommt tatsächlich bedrohlich nahe, dann, aber nur dann, versuchen, sie sie mit gezielten Stockschlägen auf die Stirn zu vertreiben.

Regel Nummer 7

So weit wird es in den seltensten Fällen kommen. Die meisten Kühe sind friedlich und scheu. Darum: Am liebsten werden die Tiere in Ruhe gelassen und man hält als Wanderer respektvoll Abstand.


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