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Das "Grüne Band" Leben im militärischen Sperrgebiet

Stand: 31.10.2014

Grünes Band | Bild: picture-alliance/dpa

Ein Film von Tobias Hübner

Was so idyllisch klingt, war eigentlich mal alles andere als ein Idyll: Als "Grünes Band" bezeichnet man heute, was einmal das militärische Sperrgebiet zwischen dem Grenzzaun und der eigentlichen Grenze der DDR war. Dieses Niemandsland zwischen Ost und West ist nur wenige Hundert Meter breit und zieht sich 1.400 Kilometer durch Deutschland.

Menschenfeindlich, aber naturfreundlich

Seit dem Bau der Mauer 1961 waren Wiesen, Hecken, Bäume und Tiere sich hier selbst überlassen und entfalteten sich prächtig. Aus der menschenfeindlichen innerdeutschen Grenze wurde ein Biotop für Pflanzen und Tiere. Viele vom Aussterben bedrohte Arten konnten sich im "Grünen Band" ansiedeln und sind bis heute auch fast oder nur noch dort zu finden, zum Beispiel das Braunkehlchen und die Bachmuschel. Doch noch ist das "Grüne Band" nicht als Naturdenkmal geschützt und weist in Deutschland Löcher auf. 13 Prozent sind sogar völlig zerstört.

Wildtiere auf der Walz

Nicht nur in Deutschland erfüllt das "Grüne Band" eine wichtige Aufgabe für den Artenschutz, sondern auch in Europa. Im Dreiländereck Bayern, Tschechien und Österreich verbindet der Grünstreifen mit Geschichte mehrere Nationalparks miteinander und schafft so Korridore für Wildtiere und verschiedene Vogelarten. Tiere wie Wildkatzen, Luchse, Wölfe, Vögel, Elche und Bären brauchen Bewegung und Reviere. Das "Grüne Band Europa" ist das größte Naturschutzprojekt in der EU und schlängelt sich 12.500 Kilometer lang vom Eismeer, über das Baltikum, durch Deutschland, den Balkan und bis ans schwarze Meer. Die Gegner dieses gewaltigen Biotops sind die intensive Landwirtschaft, Dünger und Pestizide.


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