BR Fernsehen - Faszination Wissen


7

Exotische Nutztiere in Bayern Wem nützen Lama, Kamel und Yak?

Exotische Tiere schauen wir uns gerne im Zoo an. Aber was sollen die auf bayerischen Feldern? Können exotische Nutztiere mehr als unsere heimischen oder sind sie nur ein findiges Geschäftsmodell?

Stand: 25.05.2015

Ein Film von Iris Rietdorf

Welche exotischen Nutztiere gibt es in Bayern?

In Bayern kann man seinen Augen trauen, wenn man plötzlich Kamele sieht, Vogel Strauße, Lamas, Alpakas, Bisons, Emus, Wasserbüffel und Yaks.

Können die mehr als bayerische Nutztiere?

Exotische Nutztiere können nicht mehr als unsere heimischen Tiere, aber sie haben spezielle Eigenschaften, weshalb sich ihr Einsatz hierzulande lohnt: Der Wasserbüffel zum Beispiel suhlt sich im Gegensatz zu Rindern gerne in schlammigem Gelände und erzeugt damit Tümpel. In einem Naturschutzgebiet in Oberneukirchen bei Mühldorf erhält er damit den Lebensraum der gefährdeten Gelbbauchunke, Yaks, Bisons und Vogel Strauße macht ihr mageres Fleisch interessant. Lamas eignen sich als Therapie-Tiere, weil sie zurückhaltender sind als Hunde und nicht so groß wie Pferde. Im Gegensatz zu Delphinen können sie auch hierzulande artgerecht gehalten werden.

Verdrängen die Exoten einheimische Tiere?

Die Exoten verdrängen keine einheimischen Tiere. Das haben schon moderne Züchtungen von Rind, Schwein und Hühnchen erledigt, die auf Höchstleistungen getrimmt wurden. Auf der Strecke geblieben sind dabei alte heimische Rassen wie das Schleswiger Kaltblutpferd, das Angler Sattelschwein oder das Rote Wollschwein. Viele der bedrohten Nutztierrassen werden im Tierpark Arche Warder in Schleswig-Holstein gehalten - einem europaweit einzigartigen Hort alter Nutztierrassen.

Fazit

Rotes Mangalitza-Wollschwein im Tierpark Arche Warder

Exotische Nutztiere können auch in Bayern artgerecht gehalten werden, wenn sich Landwirte über deren Bedürfnisse informieren. Durch ihre einzigartigen Eigenschaften bedrohen Exoten heimische Arten nicht. Die heimische Artenvielfalt ist vielmehr durch Hybrid-Züchtungen heimischer Nutztiere gefährdet. Nur wenn Landwirte und Verbraucher auf Qualität statt Quantität setzen, können vom Aussterben bedrohte alte heimische Nutztierrassen überleben - und damit wertvolle Spezialisten, die auch an schwierige Lebensbedingungen optimal angepasst sind.

Link-Tipp

Der Igel hat es inzwischen schwer bei uns in Bayern. Wie schwer, wollen wir herausfinden - mit Ihrer Hilfe: Melden Sie uns jeden Igel, den Sie sehen!


7