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Drohnen Wie verändern sie unseren Alltag?

Von friedlichen Drohnen sind gerade viele Menschen begeistert: Unternehmen, Forscher und sogar Privatleute. Doch es gibt noch einige Hürden zu überwinden, bis die unbemannten Luftfahrzeuge alltäglich werden.

Stand: 05.04.2016

Ein Film von Max Ringsgwandl

Wann kommen die Pakete per Drohne?

In 30 Minuten von der Bestellung bis zur Landung im Vorgarten - so sieht sie aus, die neue Drohnen-Paketwelt. So stellt sich das zumindest der US-Onlinehändler Amazon vor, bislang klappt das aber nur im Werbe-Video.

In der Flugwerft des Deutschen Museums in Oberschleißheim werden solche unbemannten Flugsysteme schon getestet. Professor Florian Holzapfel sieht noch zahlreiche Herausforderungen:

"Momentan ist in Deutschland die größte Hürde die, dass ein Flug außerhalb des Sichtbereichs des Bedieners rechtlich nicht zulässig ist. Darüber hinaus muss ich an Plätzen landen und starten, die dafür nicht ausdrücklich vorgesehen sind."

Florian Holzapfel, Deutsches Museum

Also im Vorgarten oder auf einer Terrasse. Darum müssten Drohnen noch "intelligenter" werden. Darüber hinaus ist nicht klar, wer bei einem Unfall haftet und wie die Privatsphäre geschützt werden kann, wenn Drohnen auf einmal an unserem Wohnzimmerfenster vorbei fliegen.

Gut funktionieren Drohnen in der Landwirtschaft

Drohen können schon heute Landwirte effektiv unterstützen. Mit speziellen Kameras ausgestattet, können die kleinen Multikopter den Düngezustand, die Bewässerung oder sogar den Reifezustand eines Feldes bestimmen. So kann man zielgerichteter wirtschaften.

Auch bei der Schädlingsbekämpfung kann eine Drohne helfen: Man kann schnell Borkenkäfer entdecken, per Drohne natürliche Schädlingsbekämpfer über einem Feld ausbringen, sowie Rehkitze vor dem Mähdrescher retten.

Wieder Kind sein - die private Nutzung von Drohnen

Drohnen sind die moderne Version des ferngesteuerten Flugzeugs - weltweit sind wohl 300.000 von ihnen unterwegs. Die meisten Nutzer machen mit ihnen Fotos von oben oder fliegen  Rennen.

"Warum das Spaß macht? Weil man wieder Kind sein kann. Und ein bisschen rumfliegen kann. Adrenalin pur."

Nutzer von privaten Drohnen

Doch aus dem Spaß kann schnell Ernst werden. Das Internet ist voll mit Videos von abgestürzten Drohen und solchen, die Menschen oder anderen Fluggeräten gefährlich nah kommen. In Warschau zum Beispiel kollidierte eine Lufthansa-Maschine im Juli 2015 beim Landeanflug beinahe mit einer Drohne und auch Rettungshubschrauber müssen immer mal wieder ihre Landung verzögern, weil private Drohnen im Luftraum waren.

"Dabei muss noch nicht einmal eine Cockpitscheibe durchschlagen werden, da reicht eine Kollision mit dem Rotorblatt, je nach Gewicht der Drohne. Das Heckrotorsystem ist besonders empfindlich, das würde bei einer 5-Kilo-Drohne mit Sicherheit zum Absturz des Hubschraubers führen."

Cesare Piro, professioneller Drohnen-Pilot

Drohnen - Was müssen Sie beachten?

Aufstiegsgenehmigung

Eine Aufstiegsgenehmigung der Luftfahrtbehörde brauchen gewerbliche Piloten. Privatleute brauchen die nur, wenn ihre Drohne schwerer als fünf Kilo ist.

Nicht ohne Vorschriften

Doch auch Hobbypiloten müssen einiges beachten:

  • Sie müssen eine spezielle Haftpflichtversicherung abschließen
  • Sie müssen die Drohne in der Luft ständig sehen können
  • Flüge in der Nähe von Flughäfen, über Menschenmengen, Kraftwerken oder militärischen Objekten sind verboten

In Zukunft mehr Vorschriften

Demnächst möchte das Verkehrsministerium mehr Regeln für private Drohnenpiloten einführen:

  • ab einem halben Kilo Gewicht soll eine Drohne ein Kennzeichen bekommen
  • für gewerbliche Nutzer soll eine Art Drohnen-Führerschein Pflicht werden

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