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Tütensuppe statt Tafelspitz Wie gut sind Fertiggerichte wirklich?

In Deutschland wird im Durchschnitt nur noch ein bis zweimal pro Woche gekocht. Ohne Fertiggerichte geht es für Berufstätige und Eltern kaum. Aber sind Fertiggerichte, das sogenannte Convenience Food, wirklich so schlecht wie ihr Ruf?

Stand: 31.03.2014

Ein Film von Florian Guthknecht

Was ist Convenience Food?

Unter Convenienve Food versteht man auf Deutsch Fertiggerichte. Diese lassen sich in drei Gruppen einteilen: In "küchenfertig" - darunter fällt zum Beispiel unzubereitetes Tiefkühl-Gemüse oder Fischfilets. In "gar und zubereitungsfertig" - dazu zählen Suppenkonserven oder Tiefkühl-Fertiggerichte. Und in "verzehrfertig", zum Beispiel Backwaren, Joghurt oder Süßspeisen.

Was ist problematisch an Fertiggerichten?

Je weiter verarbeitet Fertigprodukte sind, desto mehr Zusatzstoffe (Farbstoffe, Aromastoffe, Emulgatoren) enthalten sie in der Regel. Zwar müssen die Inhaltsstoffe aufgelistet werden, sind aber für Laien oft schwer einzuschätzen. Wer weiß schon, dass der in die Kritik geratene Geschmacksverstärker Natrium-Glutamat auch "Hefeextrakt", "Gewürzextrakt" oder "Sojaextrakt" heißen kann? Bei Aromastoffen fällt es auch Experten schwer, deren Ausgangsstoffe und Herstellungsweisen zu entschlüsseln.

Neben Geschmacksverstärkern und Aromastoffen kommen bei Fertiggerichten noch "technische Hilfsstoffe" zum Einsatz. Sie müssen nicht gekennzeichnet werden, obwohl es sich dabei eigentlich um versteckte Zusatzstoffe handelt. Kauft man zum Beispiel Kartoffeln im Glas, sind diese nicht mechanisch geschält, sondern chemisch. "Technische Hilfsstoffe" wie Entkeimungsmittel und Trennmittel stehen in Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein.

Test: Was geht schneller, ist billiger und schmeckt besser - Selbstgemacht oder Fertiggericht?

Zum Test tritt für uns Fernsehkoch Martin Baudrexel gegen Fertigprodukte an. Das Menü haben wir vorgegeben. Es gibt: Brokkolisuppe, Gulasch mit Kartoffelpüree und Blumenkohl sowie als Dessert Mousse au Chocolat. Testesserin ist Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale München. Das Testergebnis: Selbstgemacht schmeckt das 3-Gänge-Menü besser, ist aber fast doppelt so teuer und dauert zwei Stunden statt 16 Minuten.

Sind Bio-Fertiggerichte besser als konventionelle? (Mit Test)

In der Bio-Branche müssen 95 Prozent der landwirtschaftlich erzeugten Zutaten ökologisch produziert sein. Das gilt auch für Bio-Fertiggerichte, bei denen nur 47 statt 320 Zusatzstoffe erlaubt sind. Verbände wie Demeter und Bioland haben noch strengere Vorgaben. Bestimmte Verarbeitungsverfahren sind bei Bio-Fertiggerichten nur eingeschränkt erlaubt, das heißt nur bezogen auf ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Produktgruppe. Das macht die Herstellung aufwändiger und damit teurer. Bio-Fertiggerichte müssen deswegen aber nicht mehr Mineralstoffe oder Vitamine enthalten als konventionelle.

Zum Test haben wir unser Menü auch mit Bio-Feriggerichten gekocht und mit dem Menü aus konventionellen Fertiggerichten verglichen. Ergebnis: Geschmacklich hat nur das Bio-Hauptgericht überzeugt (Gulasch). Das Menü war in der Bio-Variante wesentlich teurer.

Fazit

Es hilft nichts drum herum zu reden: Ohne Fertiggerichte geht es im Alltag für viele von uns einfach nicht. Meist bekommt man sie auch in Kantinen vorgesetzt. Was zum Teil aber auch an den Kantinengängern liegt, die mittags möglichst wenig zahlen wollen. Fertiggerichte müssen aber kein Problem sein, wenn man sie gut auswählt und ein paar Dinge beachtet: Nehmen Sie beispielsweise möglichst wenig verarbeitete Fertigprodukte (z.B. unzubereitetes Tiefkühl-Gemüse), verzichten Sie in Kantinen an der Salattheke auf die meist fettreichen Fertigsaucen und mischen Sie selbst Essig und Öl an. Sehen Sie sich auf Verpackungen die Inhaltsstoffe an und beachten Sie deren Reihenfolge: Was am Anfang der Liste steht, ist am meisten enthalten. Hier fünf Faustregeln, die Ihnen den Einkauf im Supermarkt erleichtern:


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