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Das leise Artensterben Wie Tierarten unbemerkt verschwinden

Zwei Drittel aller Frosch- und Krötenarten gelten in Deutschland als vom Aussterben bedroht. Etwa 200.000 Fledermäuse und 12.000 Mäusebussarde sterben jährlich durch Windräder. Baustellen zerstören den Lebensraum bedrohter Arten. Was dagegen getan wird ...

Stand: 23.11.2016

Ein Film von Sabine Frühbuss, Marian Grosser, Herbert Hackl, Nicoletta Renz

Pestizid-Einsatz in einer Apfelplantage

Nehmen wir zum Beispiel Amphibien. Sie sind von allen Wirbeltieren am stärksten vom Aussterben bedroht. Jetzt wurde erstmals in Deutschland getestet, wie Pestizide - und zwar sieben der gängigsten Mittel - auf die Tiere wirken. Das Ergebnis war erschreckend, sagt Studienleiter Carsten Brühl von der Universität Koblenz-Landau: "Sechs von sieben Pestiziden führten direkt zu Mortalität [Tod]. Innerhalb von einer Woche waren 40 bis 100 Prozent der Amphibien tot." Der Versuch unter Laborbedingungen wird derzeit in freier Wildbahn fortgesetzt.

Auch der Rotmilan ist in Bedrängnis: Er wird gefährdet durch Windräder. Erstmals wurde nun untersucht, in welchem Ausmaß Greifvögel wie der Rotmilan und Fledermäuse durch Windräder getötet werden. In Deutschland sind es pro Jahr 1.500 Rotmilane und etwa 12.000 Mäusebussarde. Ebenso betroffen sind Fledermäuse, Finken, Tauben und Störche.

Hubert Fleischmann von der Ameisenschutzwarte Bayern

Zudem machen Baustellen Tieren das Leben schwer, zum Beispiel Ameisen. Hubert Fleischmann von der Ameisenschutzwarte Bayern berichtet, dass er und seine Kollegen "in den letzten 30 Jahren etwa 2.200 Völker aus Baustellen umgesiedelt haben." Fleischmann arbeitet ehrenamtlich, der Verein ist gemeinnützig.


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