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Heimische Artenvielfalt Wie geht's Igel, Hase und Co.?

Nicht nur exotische Tiere wie Pandas und Eisbären sind vom Aussterben bedroht. Auch viele heimische Tierarten kämpfen ums Überleben. Der Igel steht noch nicht auf der roten Liste, aber bereits unter Beobachtung. Was macht ihm Probleme in Bayern - und welche Tiere sind noch betroffen?

Stand: 02.12.2015

Ein Film von Anja Hentschel

Welche Tierarten in Bayern sind gefährdet?

Vom Aussterben bedroht sind beispielsweise der Fischotter, große Katzen wie der Luchs, der Steinkauz, die Mauereidechse und Bodenbrüter wie das Auerhuhn. Gefährdet oder stark gefährdet sind unter anderem: der Fischadler, Schlangen wie die Kreuzotter, die Schleiereule, der Laubfrosch, verschiedene Fledermaus-Arten, der Feuersalamander, der Uhu, Feldbewohner wie der Hamster, das Rebhuhn und die Gelbbauchunke. Der Igel steht auf einer Vorwarnliste für die rote Liste der bedrohten heimischen Arten.

Was macht dem Igel Probleme?

Bisher weiß man noch zu wenig über den Igel, um das genau zu sagen. Weil er weder ein Nutztier noch ein Schädling ist, haben sich Forscher bislang wenig mit dem Igel beschäftigt. Das soll sich in Bayern ändern: Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) und der Bayerische Rundfunk haben im März ein gemeinsames Projekt gestartet, um herauszufinden, wie es dem "Igel in Bayern" geht.

Was hat das Projekt "Igel in Bayern" ergeben?

Noch läuft das Projekt. Nachdem der Igel aber jetzt in den Winterschlaf geht, gibt es zumindest eine Zwischenbilanz: Der Igel ist eins der Wildtiere, das am häufigsten überfahren wird. 20.000 Igel wurden im Laufe des Jahres gemeldet, 30 Prozent davon waren tot. Die Zerschneidung seines Lebensraum durch Straßen, Zäune und Baustellen scheint eins der größten Probleme des Igels zu sein. Meist lebt er bei und in Ortschaften. Nachts läuft das Tier drei bis fünf Kilometer auf der Suche nach Futter.

Wie kann man dem Igel helfen?

Melden Sie uns Igel, wenn Sie welche in Bayern sehen! Tragen Sie Ihren Fundort auf der Homepage oder in der App "Igel in Bayern" ein, damit sich der LBV einen Überblick über den Igel-Bestand in Bayern verschaffen kann. Bisher haben schon 8.600 Menschen in Bayern mitgeholfen.

Sogenannte Grünbrücken helfen Wildtieren in urbanen Regionen von einer Grünfläche zur nächsten zu kommen - ohne überfahren zu werden.

Während den Igeln schon Schlupflöcher in Zäunen helfen, um nach Futter zu suchen, brauchen größere Wildtiere Querungshilfen von Grünfläche zu Grünfläche. Forscher des Landesamtes für Umwelt drängen schon seit 2008 darauf, dass sogenannte Grünbrücken errichtet werden, die Wildtieren helfen, sich geschützt von Biotop zu Biotop zu bewegen. Zehn von 65 angemahnten Grünbrücken sind inzwischen gebaut worden. Wozu der ganze Aufwand? Wissenschaftler gehen davon aus, dass jedes Lebewesen eine Funktion in der Natur hat. Auch, wenn wir noch nicht alle kennen und verstehen, sollten wir vorsorgen: Bleibt die Artenvielfalt erhalten, bleibt unser Ökosystem in Balance und gesund.


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