BR Fernsehen - Dokumentarfilm


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Psychogramm eines narzisstischen Hochstaplers Mein Freund Rockefeller

"Mein Freund Rockefeller“ erzählt die fantastische Geschichte eines Hochstaplers aus Bayern: Christian Karl Gerhartsreiter alias Clark Rockefeller. Ein Mann, der es bis in die oberste Sphäre der US-amerikanischen Upper Class schaffte und sich dort über Jahrzehnte hielt.

Stand: 11.06.2018

"Mein Freund Rockefeller" | Bild: BR/2015 Jay Kemp-Smith/LOOKS Filmproduktionen GmbH

Geboren und aufgewachsen im Chiemgau, narrte Christian Karl Gerhartsreiter fast 30 Jahre lang die High Society von der West- bis zur Ostküste der USA. Mehrmals änderte er seine Identität: Als Christopher Chichester, Nachkomme britischer Adliger, lebte er in Kalifornien, dann ging er nach New York und machte als Christopher Crowe an der Wall Street Karriere. Schließlich erfand er sich abermals neu als Clark Rockefeller, verkehrte in den elitärsten Kreisen und heiratete schließlich Sandra Boss, eine vermögende Harvard-Absolventin.

Filminfo

Originaltitel: Mein Freund Rockefeller (D/KAN, 2014)
Regie: Steffi Kammerer
Länge: 85 Minuten
VT-UT, 16:9, Stereo

30 Jahre lang machte Gerhartsreiter als Hochstapler keinen Fehler, dann geriet sein Leben aus den Fugen. 2008 entführte er seine Tochter, nachdem sich seine Frau von ihm trennen und das gemeinsame Kind mitnehmen wollte.

Er wird verhaftet, und die Polizei macht eine sensationelle Entdeckung: Rockefellers Fingerabdrücke sind identisch mit denen von Christopher Chichester, der wegen Mordes in Kalifornien gesucht wird und scheinbar spurlos verschwunden war. 2013 wird Gerhartsreiter alias Rockefeller in Kalifornien zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt. Er selbst glaubt an eine Revision des Urteils und spricht von einer Lappalie.

Die Filmemacherin und Journalistin Steffi Kammerer, die lange für die Süddeutsche Zeitung, den Stern, die Park Avenue und das New York Magazine arbeitete, ist eine absolute Expertin für halbseidene Vorgänge in der High Society. Sie tauchte tief ein ins knallharte Paparazzigeschäft, kam hautnah mit Zsa Zsa Garbor und ihrem Mann Frederic von Anhalt in Berührung, besuchte Milliardärspartys und schrieb darüber faszinierende Texte.

Steffi Kammerer schreckt nie davor zurück, hinter die bunte Oberfläche der Jahrmärkte der Eitelkeiten zu sehen – ihre Geschichten beginnen da, wo der Boulevard-Journalismus aufhört. Ein Skandal bei den oberen Zehntausend ist bei ihr immer Anlass, nach menschlichen, psychologischen und vor allem gesellschaftlichen Ursachen der Geschehnisse zu suchen.

In der BR-Koproduktion "Mein Freund Rockefeller" erzählt sie nicht nur von einem talentierten Hochstapler – den sie bemerkenswerterweise für ein exklusives Interview gewinnen konnte – sondern vor allem von einer Welt, die von Menschen wie ihm betrogen werden will.


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