BR Fernsehen - Dokumentarfilm


20

Dokumentarfilm Elternschule

Ein Filmteam begleitet Kinder und ihre völlig erschöpften Eltern durch ein drei Wochen dauerndes Programm in der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen. Hier werden chronische Krankheiten behandelt: Allergien, Schlaf- und Essstörungen sowie Verhaltensauffälligkeiten. Die Behandlung ist ganzheitlich. Es geht nicht nur um die Symptome der Kinder, sondern um das gesamte Beziehungsgeflecht der Familie. Eltern und Kinder lernen sich dabei neu kennen und sehen, dass es einen Ausweg geben kann.

Stand: 09.09.2020

Therapeutischer Spaziergang. | Bild: BR/SWR/Jörg Adolph

In der Gelsenkirchener Kinder- und Jugendklinik sind Kinder, die schon vieles, auch Therapien, hinter sich haben.

Filminfo

Originaltitel: Elternschule (D, 2019)
Regie: Jörg Adolph, Ralf Bücheler
Länge: 91 Minuten
16:9, Stereo, VT-UT, Audiodeskription

Laura schreit 14 Stunden am Tag. Lucy hat noch keine Nacht durchgeschlafen. Joshua wird schnell wütend und beruhigt sich nicht mehr. Mohammed Ali kratzt sich blutig und jammert den ganzen Tag. Felix trinkt nur Milch, die er gleich wieder erbricht. Zahra isst nichts außer Pommes und Chicken Nuggets – Kinder im chronischen Stress.

Alltag auf der Station.

Sie alle kommen mit ihren erschöpften Eltern in die Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen, Abteilung "Pädiatrische Psychosomatik". Hier werden chronische Krankheiten behandelt: Neurodermitis, Asthma, Allergien, Schlaf- und Essstörungen, Verhaltensauffälligkeiten.

Mindestens drei Wochen lang bleiben Eltern und Kinder in der Klinik und durchlaufen ein umfassendes Programm: Schlaftraining, Esstraining, Verhaltenstraining, Psychotherapie und Erziehungscoaching. Die Behandlung ist ganzheitlich, es geht um das gesamte Beziehungsgeflecht der Familie – und um das Verhalten der Eltern.

Der Psychologe Dietmar Langer erforscht seit 30 Jahren die Zusammenhänge zwischen Stress, Erziehung und chronischer Krankheit. An einer alten Schultafel steht er vor staunenden Eltern und erzählt: Wie "ticken" Kinder? Welche Entwicklungsschritte durchlaufen sie? Und was können Eltern tun, damit aus ihnen starke und gesunde Menschen werden?

Protagonist Dietmar Langer beim Elternseminar.

Die Filmautoren Jörg Adolph und Ralf Bücheler begleiten Kinder und Eltern vom Aufnahmegespräch bis zur Nachsorge, ein halbes Jahr nach der Entlassung.

Noch vor dem eigentlichen Kinostart im Herbst 2018 hat "Elternschule" heftige Kontroversen ausgelöst. Allein aufgrund des Trailers wurden die Filmemacher beschimpft, die Klinik und der Klinikleiter angegriffen. Es folgte ein Shitstorm, der erst die sozialen Medien überschwemmte und schließlich kontroverse Diskussionen in der Presse auslöste.

"Elternschule" hat seit dem Kinostart rund 30.000 Zuschauer zu verzeichnen und wurde für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie "Dokumentarfilm" nominiert.


20