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Dokumentarfilm über den Klimawandel Die Welt ist noch zu retten?!

John Websters Ur-Enkelin Dorit wird wohl in den 2060er-Jahren geboren und mit ihren kleinen gelben Gummistiefeln an einer bis dahin ganz veränderten Küste entlang wandern. Der Filmemacher schreibt einen filmischen Brief an sie und nimmt den Zuschauer mit auf eine emotionale Reise um die ganze Welt.

Stand: 04.06.2019

Was für eine Welt wird Dorit erleben? Wie wird sie sich z.B. durch den Klimawandel von seiner Welt unterscheiden? Was – sowohl Gutes als auch Schlechtes – übergeben die Menschen denen, die nach ihnen kommen?

Filminfo

Originaltitel: Little Yellow Boots (D/FIN, 2017)
Regie: John Webster
Länge: 94 Minuten
16:9, Stereo, VT-UT

Die persönliche Erfahrung des Verlustes, die den Filmemacher sein ganzes Leben begleitet, ist der Ausgangspunkt für eine emotionale und physische Reise auf die John Webster den Zuschauer mitnimmt: von Finnland durch ganz Russland zu den sibirischen Kohlengruben, auf die Marshall-Inseln im Pazifik und durch die USA nach New York.

Der Originaltitel von "Die Welt ist noch zu retten?!“ lautet "Little Yellow Boots“ und spielt auf die Gummistiefel der zukünftigen Erdbewohnerin Dorit an. Die Gummistiefel, die oft in Aufnahmen der Gegenwart geblendet werden, markieren den Meeresspiegel in 50 Jahren. Sie werden zum Leitmotiv, zur bedrohlichen Metapher des Klimawandels – aber auch zu einem Symbol der Hoffnung.

Eine großer Kohlentagebau in der sibirischen Taiga, Kusnezker Becken, Russland.

John Webster, der in Finnland geboren wurde und dessen Eltern aus England stammen, hat sich auf "Human Interest Stories" spezialisiert, also Filme mit starken Identifikationsfiguren, deren Leben über einen längeren Zeitraum hinweg verfolgt wird. Charakteristisch für seine Werke ist eine Mischung aus tragischen und lustigen, melancholischen und fröhlichen Elementen.

"Die Welt ist noch zu retten?!“ ist Websters zweiter Film über den Klimawandel. Schon in "Anleitung zur Katastrophe“ aus dem Jahr 2008 widmete er sich dem Thema und auch in diesem Film war er selbst der Protagonist. Damals machten er und seine Familie einen bemerkenswerten Selbstversuch: Sie wollten ein Jahr lang auf Erdöl und Erdölprodukte verzichten. Eine gesellschaftskritische (und überaus witzig anzusehende) Geduldsprobe mit überraschenden Erkenntnissen – denn sogar der Kauf von Toilettenpapier, Zahnpasta oder Cornflakes wird mit diesem Enthaltsamkeitsbeschluss zum echten Problem.

Für "Anleitung zur Katastrophe“ erhielt Webster den Jussi, den nationalen Filmpreis Finnlands in den Kategorien "Bestes Drehbuch“ und "Bester Dokumentarfilm“.


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