BR Fernsehen - Dokumentarfilm


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Dokumentarfilm Die Siedler der Westbank

Dokumentarfilmer Shimon Dotan gibt in "Die Siedler der Westbank" ungewöhnliche Einblicke in das Leben der Pioniere der Siedlerbewegung und einer schillernden Gruppe von jungen, radikalen Siedlern. Die Bewegung hat gewaltigen Einfluss auf die Zukunft der Schicksalsgemeinschaft von Israel und Palästina.

Stand: 02.06.2019

Seit Israels entscheidendem Sieg im Sechstagekrieg im Jahr 1967 haben sich israelische Bürger in den besetzten Gebieten des Westjordanlandes angesiedelt. | Bild: BR/Les Films du Poisson/NDR

Drei jüdische Schüler werden nahe der Siedlung Gush Etzion entführt und ermordet aufgefunden. Wenig später liegt Gaza in Schutt und Asche, sind über 2.000 Palästinenser tot. Dann weitet Israel die Siedlungen aus: "Das ist die zionistische Antwort auf den arabischen Terror!" - so kommentierte der damalige Wirtschaftsminister Naftali Bennett, der auch Chef der Siedlerpartei "Jüdisches Heim" war, die Entscheidung der israelischen Regierung, 400 Hektar zwischen Jerusalem und Hebron zu "Staatsland" zu erklären.

Filminfo

Originaltitel: Die Siedler der Westbank (IL/CDN, 2016)
Regie: Shimon Dotan
Länge: 90 Minuten
16:9, Stereo, VT-UT

In diesem Gebiet liegt der Siedlungsblock Gush Etzion, 18 kleinere und größere Siedlungen, die bislang nicht zusammenhängen. Aber wenn hier Tausende weitere Siedler heimisch würden, entstünde ein geschlossenes Siedlungsgebiet. Auf der Fläche sollte eigentlich ein Teil eines unabhängigen palästinensischen Staates entstehen, über den seit Jahrzehnten erfolglos verhandelt wird. 

Doch wer sind diese Siedler eigentlich? 

Seit Israels Sieg im Sechstagekrieg im Jahr 1967 haben sich israelische Bürger in den besetzten Gebieten des Westjordanlandes angesiedelt.

Regisseur Shimon Dotan hat ungewöhnliche Zugänge in eine Welt, die sonst Kameras scheut. Seine Recherchen zeigen, dass es immer engere Beziehungen zu religiösen Juden in Europa und den USA gibt - und zu Evangelikalen in der ganzen Welt.

Wie kein Filmemacher zuvor öffnet der Filmemacher die Welt der Siedlungen und zeigt auf, welche Veränderungen diese in der palästinensischen und der israelischen Gesellschaft ausgelöst haben.

Rückblickend beschäftigt er sich mit der Geschichte der Siedlungen, wie es dazu kam, dass seit 1967 Hunderttausende Siedler in die besetzten Gebiete gezogen sind. Die Geburtenrate in den Siedlungen ist hoch, die Siedler die am schnellsten wachsende Gruppe der israelischen Gesellschaft.

Shimon Dotan, in Rumänien geboren, ist ehemaliger Offizier einer israelischen Elitemarineeinheit und trotz seiner anschließenden Karriere als Filmschaffender immer noch hoch respektiert in konservativen Kreisen in Israel. Er lebt in New York und lehrt an der NYU Film. Gleichzeitig Insider als auch Außenstehender, hat er einen ruhigen, unaufgeregten, aber auch kritischen Blick auf die Entwicklungen in Israel.


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