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Weizen im Visier Lebensmittel oder Krankmacher?

Das im Weizen enthaltene Gluten macht Semmeln lecker und fluffig, steht aber im Verdacht, Weizenunverträglichkeit auszulösen. Die Folge: steigende Nachfrage nach glutenfreien Nahrungsmitteln. Ein Millionenmarkt. Und die Backindustrie, Forscher und Züchter suchen fieberhaft nach Wegen, den Weizen zu rehabilitieren.

Von: Andrea Koeppler

Stand: 20.11.2018

Stefanie Huber hat immer gerne gegessen und alles vertragen. Bis zu jenem Zeitpunkt, als sie plötzlich tagelang Durchfall hatte, die Gelenke schmerzten und sie sich ständig müde fühlte. Indem sie verschiedene Nahrungsmittel wegließ, entdeckte sie, dass sie keine Weizenprodukte mehr verträgt.Seit sie auf Weizen strikt verzichtet, geht es ihr besser. Dass sie sich ihre Beschwerden nicht einbildet, kann inzwischen von Gastroenterologen nachgewiesen werden.

Klaus Fleißner ist Züchtungsforscher. Er möchte herausfinden, ob die modernen Weizensorten die Ursache für solche Beschwerden sind. Er vermutet, dass jahrzehntelang in der Züchtung zu einseitig auf die Backeigenschaften geachtet wurde und weniger darauf, dass der Weizen gut verträglich ist. Wie ein Detektiv suchte und fand er in Gen-Banken eine Vielzahl alter bayerischer Land- und Hofsorten, die er nun vermehrt und wieder anbauen will - in der Hoffnung, dass die alten Sorten bekömmlicher sind. Aber sind sie es wirklich? Und wenn ja, warum?

Das im Weizen enthaltene Gluten macht Semmeln lecker und fluffig. Zugleich steht es im Verdacht, die Weizenunverträglichkeit auszulösen. Inzwischen werden in der Forschung aber auch die sogenannten ATI und FODMAPs verdächtigt, Blähbauch und Durchfall zu verursachen. Die Verunsicherung bei betroffenen Verbrauchern ist groß. Und viele populärwissenschaftliche Ernährungsratgeber verteufeln den Weizen regelrecht. Die Folge: steigende Nachfrage nach glutenfreien Nahrungsmitteln und satte Gewinne bei den Herstellern. Während die Politik sich nicht zuständig fühlt, suchen Backindustrie, Forscher und Züchter fieberhaft nach Lösungen. Auch, um den Weizen als Lebensmittel zu rehabilitieren.


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